Auf gutem Elektrowege

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KW stellt Weichen für Mobilität der Zukunft

Wohin will sich KW in seiner Mobilität entwickeln, was sind die Schwerpunkte für die kommenden Jahre? Die Stadt hat dazu jetzt eine praktische Umsetzungsstudie beauftragt und damit einen wichtigen Schritt in Richtung „Mobilitätskonzept der Zukunft“ getan.

Mit der „Mobilitätsplattform Schönefelder Kreuz 2.0“ sollen intermodale und elektrifizierte Mobilitätsangebote im Flughafenumfeld Ost etabliert sowie die hierfür notwendige Infrastruktur geschaffen werden. Nicht allein in KW, sondern im gesamten Regionalen Wachstumskern (RWK) „Schönefelder Kreuz“ gemeinsam mit Wildau und Schönefeld. Wildaus Bürgermeister Dr. Uwe Malich: „Wir verbinden in diesem RWK unsere Stärken. Wir haben aber auch die gleichen Probleme: der Fachkräftemangel, die Notwendigkeit des Wohnungsbaus und die Verkehrsinfrastruktur.“ Der Ausbau eines elektrifizierten Nahverkehrsnetzes, das die neu entstehende Wohngebiete und Gewerbeareale wie Airport-City, Schönefeld-Nord, den Technologie- und Forschungs-Campus Wildau sowie das Wohngebiet Am Mühlenfeld in der Nähe des Funkerbergs und SolWo Königspark anbindet, ist für die Stadt KW – so der Bürgermeister – Motiv genug, um anspruchsvolle kommunale Mobilitätsziele zu erreichen. Gegenwärtig existiert im Flughafenumfeld weder eine flächendeckende Infrastruktur für (teil-)elektrifizierte Angebote noch ein strategisch ausgerichteter Gesamtplan. Das Gleiche gilt für die Schaffung von bequem zu erreichenden zeitlich begrenzten nutzbaren Angeboten wie Car- und Bike-Sharing. Dabei geht es um Lösungen für Park & Ride am Bahnhof Königs Wusterhausen unter Nutzung der Möglichkeiten von Solar und Einbeziehung privater Dritter  mit Angeboten für Parken und Laden von E-Bikes, Carsharing-Autos sowie Segway.

Für Franzke ist der Ausbau der Elektromobilität eine der Prioritäten in der Stadt: „Wir wollen in diesem  Bereich in Ostdeutschland die Besten sein. Königs Wusterhausen wird in diesem Jahr dazu die ersten Schritte tun“, so Franzke. Potentielle Investoren fordern das Vorhandensein solcher Strukturen. Die Stadt selbst hat einen Anfang gemacht, sie hat zwei Vollelektroautos und einen Plug-in-Hybrid als Dienstwagen angeschafft, die Ladesäule befindet sich auf dem Rathausgelände. Weitere Ladestationen werden in der Stadt hinzukommen.

Im hiesigen Raum nimmt der motorisierte Individualverkehr die mit Abstand größte Bedeutung ein, auch im Anfahren des Flughafens BER. Laut einem Bericht zum Einzelhandelskonzept der Stadt Königs Wusterhausen nutzen zudem 61% der befragten Haushalte zum Einkauf das Auto. Die Auswertung der Befragung zeigt aber auch, dass 19% das Fahrrad verwenden, 11% zu Fuß gehen, 5% den Bus und rund 1% die Bahn nutzen. Bei Einkäufen in der Innenstadt nutzen 40% der Passanten den öffentlichen Nahverkehr, das Auto wird zur Fahrt in die Innenstadt nur von einem Fünftel der Besucher genutzt. Ein Wert, der im Vergleich brandenburgischer Städte als unterdurchschnittlich zu bewerten ist. 17% der Passanten kommen zu Fuß, 13% nutzen das Fahrrad und 7% das Motorrad bzw. Moped.

Um die Mobilität der Einwohner zu gewährleisten, werden in den kommenden Jahren neue Strukturen geschaffen, die zudem klimafreundlich und zukunftsorientiert gestaltet sein werden. Solche Strukturen gibt es in zentralen Bereichen Berlins bereits. Der Regionale Wachstumskern Schönefelder Kreuz, so Schönefelds Bürgermeister Dr. Udo Haase, sieht sich als geborenen Treiber dieses Prozesses. Denn hier treten gleich mehrere Kommunen eines bereits stark bevölkerten, auf Zuwachs orientierten Siedlungsgebietes im Berliner Raum gemeinsam an. „Zusammen mit ­Schönefeld und Wildau haben wir die Schlagkraft, um die notwendigen Pflöcke einzuschlagen und die notwendige kritische Masse zu erzeugen“, sagte der KWer  Bürgermeister kürzlich in einem Interview gegenüber dem RBB zu den Entwicklungstendenzen der Stadt.

Anhand der bereits realisierten und sich in Planung befindlichen Wohn- und Gewerbegebiete wird bis Jahresende ausgelotet, was für ein solches System nötig ist. Der Fokus der von der Stadt beauftragten Umsetzungsstudie liegt dabei sowohl auf dem Stadtgebiet als auch auf den nachbarschaftlichen Entwicklungsgebieten im östlichen Flughafenumfeld. Geklärt werden müssen weiterhin auch die Nutzergruppen, Zielszenarien und Verknüpfungspotenziale zum Nachbarn Berlin und konkrete Standortempfehlungen für die dringend gebrauchte (Schnell-)Ladeinfrastruktur von E-Mobilen sowie Mobilitätsstationen erarbeitet werden. Noch ist das Zukunftsmusik,  aber aus ökologischen Gesichtspunkten wird ebenfalls untersucht, in welchem Umfang eine Versorgung mit lokal erzeugtem Strom und Wasserstoff technisch und betriebswirtschaftlich sinnvoll ist. Geprüft wird die Installation von weiteren Verkehrsmittelangeboten (z. B. Elektrofahrradstationen und -netz) und der Einbindung in das Radwegenetz.

KW ist auf gutem Elektro-Wege.

Red/F: KK

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