Die Partei, die Partei

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Matze ging es bis letzte Woche wie Angie: Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck kann genau wie Bundeskanzlerin Angela Merkel wurschteln wie er will  – es gibt bislang auch für die Zukunft niemanden, der ihm bei der nächsten Wahl ernsthaft das Amt streitig machen könnte. Anders als  nun bei Angela Merkel mit dem SPD-Kanzlerkandidaten Steinbrück. Der spielt ja gern Schach und will  auch die Wahl gewinnen. Momentan ist die Königin schon besetzt. Am Ende könnte es sein, dass er das Bauernopfer ist. Aber er hat eine Sieg-Chance. Die hat gegen Platzeck in Brandenburg wohl keiner. Denn  bei Platzeck und seiner SPD in Brandenburg ist schlichtweg keine bessere Alternative da. Weder bei den Linken und erst recht nicht bei der CDU. Und ob FDP und auch Grüne sich nach der nächsten Wahl noch weiter im Landtag tummeln und laut herumtönen dürfen, ist momentan nicht so gewiss. 

Doch es ist ein politisches Wunder, dass sich der Brandenburger Ministerpräsident nach dem Flughafendesaster anders als sein Berliner Amtsbruder Wowereit weiterhin so einer großen Popularität erfreuen kann. Zwar hat er sich auf dem Landesparteitag kürzlich etwas Asche aufs Haupt gestreut und seine Kritiker in die Schranken verwiesen, aber es ist einfach eine billige Nummer, wenn er sich hinstellt und behauptet, von „nichts gewusst zu haben“, was beim BER lief. Oder eben nicht. In seiner Tätigkeit im Aufsichtsrat hat „man“ ihm Informationen vorenthalten. Hat „man ihm“ – zum Piepen. Hat er nicht selber mal nachgefragt, hat er in der Funktion nicht durchgesehen? Weshalb hat er dann nicht kompetente Leute beauftragt, ihn zu informieren? Jetzt will er nicht vor der Verantwortung weglaufen. Was heißt das? Weiter so wie bisher? Wer zahlt die Zeche für die Pflichtverletzungen im Aufsichtsrat? Wer denn wohl anders als der Steuerzahler?! Wie immer. 

Die SPD-Delegierten haben ihrem Chef mit 93 Prozent Ja-Stimmen bei der Wahl einen Persilschein ausgestellt. Und waren zudem gegen ein Nachtflugverbot. „Wo Parteien das Gras nicht mehr wachsen hören, da verlieren sie irgendwann den Anschluss an die Gesellschaft.“ Sagte Matthias Platzeck. Keine Selbsterkenntnis. Denn er sprach über die Landes-CDU. Nun ja: Die Partei, die Partei, die hat immer Recht. So irrtümerte volltönend schon mal eine. Bis sie eines Besseres wegen auf die Gusche bekam.

Und überhaupt. 

 

Mark Brandenburger

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