Einbrechern den Kampf ansagen

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In wenigen Schritten zum sicheren Heim

2016 gab es rund 151.000 gemeldete Wohnungseinbrüche mit einem Gesamtschaden von über 391 Millionen Euro. Wie Bewohner ihre eigenen vier Wände wirksam schützen können, erklärt Sven Haustein von der Bausparkasse Schwäbisch Hall.

„Die meisten Haus- und Wohnungseinbrüche kann man mit relativ einfachen Mitteln verhindern“, weiß Sven Haustein. Täter verwenden meist Werkzeuge wie Schraubenzieher oder Zangen, um Fenster und Türen aufzubrechen. Statistisch gesehen geben sie nach rund drei Minuten auf, wenn sie nicht hineingelangen. „Gerade hier sollten Hausherren ansetzen, um das Eigenheim mit einem optimalen Einbruchschutz auszustatten“, erläutert Haustein. Dabei gilt es, Folgendes zu beachten:

• Bei Mehrfamilienhäusern ist die Haustür die häufigste Zielscheibe der Eindringlinge. Deshalb sollten Wohnungsbesitzer eine einbruchhemmende Eingangstür einsetzen. Ältere Türen lassen sich mit einem Schloss mit Sicherheitsprofilzylindern, Schutzbeschlägen und zusätzlicher Zylinderabdeckung schon für 280 Euro nachrüsten.

• Bei Einfamilienhäusern stellen Fenster das größte Einbruchpotenzial dar. Herkömmliche Modelle lassen sich einfach und günstig mit verschließbaren Fenstergriffen und einer abschließbaren Fenstersicherung nachrüsten, welche ab 10 Euro erhältlich sind. Noch mehr Sicherheit bieten Pilzzapfenbeschläge, Bandsicherungen und Fensterstangenverriegelungen. Diese kosten pro Fenster ab 200 Euro.

• Eine weitere Schwachstelle sind Terrassen- und Balkontüren. Mithilfe von drei Maßnahmen hindern Eigenheimbesitzer Einbrecher vor dem ungewollten Zutritt: Eine Bandseitensicherung, ein Stangenschloss und ein abschließbarer Fenstergriff bilden die Basis. Eine Einbruchschutzfolie verhindert außerdem das Einschlagen der Scheibe. Nicht zuletzt schützt eine Dreifach-Verglasung. Die Kosten für die Maßnahmen betragen circa 600 Euro.

• Rollläden, die mit einem Sperrstift oder einem massiven Riegelbolzen gesichert werden, bieten weiteren Schutz. Für unter 50 Euro verhindern sie das Hochschieben oder Herausziehen der Jalousien.

• Vorsicht auch bei Kellereingängen: Mit Hilfe von Scharnierseitensicherungen oder sogar Querriegelschlössern lässt sich der Zutritt zum Eigenheim einfach verhindern. Die Kosten variieren von 100 bis 250 Euro. Gleichzeitig sollten Kellerschächte gesichert werden. Gitterrostsicherungen bieten einen Schutz vor dem Abheben der Roste und kosten zwischen 20 und 50 Euro pro Schacht.

• Und auch das kleine Gartenhäuschen auf dem Grundstück sollte mindestens mit einem massiven Vorhängeschloss geschützt werden. Für 30 Euro wird auch hier ungebetenen Gästen der Zutritt erschwert.

Neben dem mechanischen Einbruchschutz kann eine Alarmanlage als Ergänzung sinnvoll sein. „Die meisten Einbrecher schrecken durch den Alarm auf und ziehen sich zurück“, weiß Haustein. Dabei zahlt man für eine Funklösung ab 400 Euro aufwärts. Wer seine eigenen vier Wände mit einem ganzen Alarmsystem sichern möchte, muss mit 7.500 bis 15.000 Euro rechnen. „Bei all den Sicherheitsprodukten rate ich, immer auf Prüfsiegel und Gütezeichen zu achten“, so Haustein weiter. „DIN-Normen, VdS-geprüft oder ift-Zertifizierung helfen, die richtigen Lösungen zu finden.“ Neben dem eigentlichen Produkt sollte auch auf einen fachgerechten Einbau geachtet werden. Deshalb lieber die Montage von einem VdS-anerkannten Fachbetrieb durchführen lassen als selber Hand anzulegen.

(Schwäbisch Hall –T+F)

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