Exkurs in die DDR-Geschichte

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Wieder ein toller Gast zum Gespräch in Wildau

Der Bürgermeister von Wildau hatte zu seiner 19. Veranstaltung aus der Reihe „Interessante Persönlichkeiten zu Gast in Wildau. Der Bürgermeister lädt ein“ den bekannten Stahlmanager und Sachbuchautor Professor Dr. Karl Döring in die „Villa am See“, das Klubhaus an der Dahme, eingeladen. Knapp 50 Gäste hatten sich eingefunden, um sowohl Biografisches von Prof. Döring, als auch von seinen reichen beruflichen Erfahrungen zu hören und mit ihm darüber zu diskutieren. Bis 1994 war er Vorstandsvorsitzender der EKO Stahl AG und dann bis 2000 Geschäftsführer Technik der EKO Stahl GmbH. Im Jahr 2000 wurde er Ehrenprofessor der Moskauer Hochschule an der er studiert und promoviert hatte. Seit 2000 ist er bis heute als selbstständiger Berater mit vielen internationalen Kontakten in der Stahlbranche tätig. Unter anderem ist er Mitglied im Aufsichtsrat des gegenwärtig größten russischen Konzerns.

Eine erster Schwerpunkt der Diskussion war die Entstehung des neues Stahlwerkes in Eisenhüttenstadt ab 1950 in der DDR – Ursachen, Herausforderungen, Erfolge und Grenzen. Sachorientiert und sehr ernsthaft wurde über den Modernisierungsansatz in der DDR-Wirtschaft Ende der 60er Jahre und seinen Abbruch im Frühjahr 1971 diskutiert. Die damaligen Herausforderungen, neue Wege zu bestreiten, waren sehr groß. Eine knappe, konservative Mehrheit der SED-Führung verhinderte die geplanten Modernisierungsschritte. Auch der sowjetische Einfluss spielte dabei eine deutliche negative Rolle. Natürlich wurde auch diskutiert über Stärken und Schwächen der zentralen Steuerung der Wirtschaft und der Marktwirtschaft. Schmunzeln konnten alle Gäste als Prof. Döring über einen „Deal“ des EKO mit dem Wildauer Schwermaschinenbau berichtete. Dabei ging es um den Import einer westlichen Hochleistungs-Werkzeugmaschine nach Wildau. Das EKO konnte helfen. Und die Wildauer konnten sich mit ihren Unterstützungsleistungen gegenüber dem EKO revanchieren.

Mit Bedauern wurde das gegenwärtig schlechte Verhältnis zwischen Deutschland und Russland thematisiert. Beide Länder könnten wirtschaftlich und auch politisch mehr zusammenarbeiten. Russland hat daran noch Interesse. Deutschland müsste sich hier mehr bewegen und von vormundschaftlichen Einflussnahmen befreien. Deutschland könnte unter bestimmten Bedingungen (Neutralität!) auch dazu beitragen das russisch-ukrainische Verhältnis zu entspannen. Schauen wir mal! Es gibt jedenfalls noch viel zu tun.

Dr. sc. Uwe Malich/F: Foto: Katja Lützelberger

29PA wildauer talk

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