Schlimmer geht’s nimmer

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Ein Prosit auf die Teilstilllegung Wiesenhof in Niederlehme?

Schlimmer geht´s immer. So posierten sich vor kurzem öffentlich einige der wenigen Mitglieder der Bürgerinitiative „KW-stinkts“ (BI) in ausgelassener Heiterkeit vor der Kamera. Stellten ein Kind in ihre Mitte, feierten die Teilstilllegung des Niederlehmer Betriebsteiles von Wiesenhof als ihren Sieg, als Teilerfolg, was wird dann der volle Erfolg sein. Und sie autorisierten sich,  für Niederlehme gekämpft zu haben (Bild und Text in der MAZ vom 14.07.17 S.14). Mit einem Sektglas in der Hand, dabei auch Mitgründerin der BI und jetzige Bürgermeisterkandidatin der Linken, im Bündnis mit den Grünen, Frau Gudrun Eichler. Für mich eine absolute Geschmacklosigkeit, eine Diffamierung auch aller Beschäftigten des Betriebes. Fakt ist, dass diese Teilstilllegung nach einem Verwaltungsvorgang der Behörden erfolgte, rechtsgültig ist sie noch nicht. Die parlamentarischen Anfragen durch den Landtagsabgeordneten der Grünen, Herrn Benjamin Raschke wurden gerade in dieser Phase der Entscheidungsfindung gestellt. Wie auch immer, dazu hätte es nicht zwingend der zahlreichen und schon gar nicht der überzogenen Aktionen der BI und ihrer überregionalen Partner gebraucht. Aktionen dieser BI in Königs Wusterhausen und Niederlehme, darunter Blockaden, Demos, auch unangemeldete Aktionen, die nicht gedeckelt waren vom Recht der Demonstrationsfreiheit, die sogar die öffentliche Ordnung und Sicherheit gefährdeten, den aufwendigen Einsatz von Polizei, Feuerwehr, Sanitätskräften sowie des Ordnungsamtes mit Personal und Technik erforderten, halte ich für nicht wirklich zielfördernd, aber für verantwortungslos. Und all diese Einsätze kosteten uns, als Steuerzahler wirklich viel Geld oder wer haftet von Ihnen, als Organisatoren und Akteure der BI persönlich, vielleicht Sie, Herr Andreas Rieger, als Kreisvorsitzender der Grünen und ebenfalls Gründungsmitglied sowie Akteur der BI? Nein, niemand von Ihnen! Es ergibt sich der  Eindruck, für Sie und andere ist es das Ausleben von Profilierung unter dem Mantel der Meinungsfreiheit. Und wir, als Bürger sollen dafür auch noch spenden, damit Ihre Rechtsanwälte, Klagen und Protestler von Außerhalb finanziert, Aktionismus und usw. abgesichert werden können, so nachzulesen in denen, von Ihnen verteilten Flyern. Und wenn von Ihrer BI, namentlich von Frau Rist, dann noch geschrieben wird, dass man sich für die „…liebevolle…“, ja richtig gelesen, für die „…liebevolle Begleitung der Aktionen von der Organisation Tierfabriken-Widerstand“ bedankt, dann ist das schon eine Verhöhnung vieler und auch der Bedeutung des schönen Wortes „liebevoll“ gegenüber. Wer es nicht weiß, die Organisation Tierfabriken-Widerstand ist nicht interessiert an einer gemeinsamen Lösung von Problemen, der von denen kritisierten Unternehmen. Sie wollen diese Unternehmen bekämpfen und in Endkonsequenz schließen. Entsprechend dieser Philosophie folgend, ist auch der Betriebsteil Niederlehme der BI und ihrer Partner ein Dorn im Auge – Punkt. Achja, unser Betriebsteil besteht seit fünfzig Jahren. Warum regt sich Ihr „Gutmenschgewissen“ als Mitglied der BI erst jetzt? Ich habe große Bedenken, dass Sie, werte Mitglieder der BI auch dafür mit verantwortlich sind, „Geister“ gerufen haben, die demnächst noch viel Unmut in unsere Region bringen werden. Wieso? Ihr heutiger Aktionismus ist einfach im Zusammenhang mit der Bundestagwahl zu sehen. Das ist nicht wahr? Dann sollten Sie Ihre eigenen Flugblätter, verteilt beim G 20 Gipfel, lesen. Ich wünschte, ich hätte unrecht. Keine Fragen mehr…, doch, haben Sie einmal nachgedacht, über die vielen Schicksale jener, die irgendwie mit Wiesenhof in unserer Region zu tun haben, dass es mittlerweile zu persönlichen Ängsten, zu Verunsicherungen bei jenen kommt, auch bei den Jugendlichen, die dort einen Ausbildungsplatz haben, es scheint Ihnen als Mitglieder und Sympathisanten der BI völlig egal zu sein. Das ist nun Ihr Erfolg, den Sie auch noch mit Sekt feiern. Ich glaube, Sie haben damit langsam Ihren Zenit erreicht, vielleicht aber auch erst im September. Letztendlich geht es mir nicht darum auf „Qualzuchtfleisch“ zu pochen, nein, da gibt es genug Negatives, dass ist bekannt. Es geht um einen verantwortungsbewussten und realistischen Umgang mit diesem Thema und zwar lösungsorientiert und das auch in unserem Niederlehme. Ein solches Herangehen konnte und kann ich bis jetzt bei keinem aus dem Umfeld Ihrer BI erkennen. Deswegen vielleicht auch die relativ geringe Akzeptanz Ihrer BI in unserer Region, finde es nur schade, dass dadurch der eine oder andere wirklich berechtigte kritische Gedanke und Hinweis in diesem Aktionismus und der verbohrten Dialogresistenz ­untergeht.

Michael Böhm, stellv. Ortsvorsteher Niederlehme

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