Wiesenhof wird diskreditiert

2
276

Eindrücke von Michael Reimann (Wir für KW), Vorsitzender des Bauausschusses und Mitglied der Stadtverordnetenversammlung KW, aus der Märkischen Geflügelhof-Spezialitäten GmbH 

Die Skandalmeldungen, Falschmeldungen und Teilwahrheiten der letzten Wochen über die in Niederlehme, einem Ortsteil von Königs Wusterhausen, ansässige Märkische Geflügelhof-Spezialitäten GmbH (MGS), waren der  Grund für meinen dortigen Besuch. Ich wollte mir selbst direkt vor Ort ein Bild von dem Betrieb machen und mit den Mitarbeitern über ihre Arbeit und ihre Erfahrungen sprechen.

Die Märkische Geflügelhof-Spezialitäten GmbH gehört zu den größten Arbeitgebern in Königs Wusterhausen. 700 Menschen finden Beschäftigung im Unternehmen. Die Hälfte davon sind Frauen. Und alle wohnen in der Stadt oder den umliegenden Ortschaften.

Da sie alle versicherungspflichtig beschäftigt sind, zahlen sie ihre Lohnsteuern hier in unserer Kommune und wie ich mich überzeugen konnte, arbeiten sie gern in dem guten Betriebsklima der Wiesenhof GmbH.

Wie mir der Geschäftsführer Hubertus Heil versichert, vergibt die Gesellschaft an örtliche unternehmen Gesamtaufträge im Wert von 17 Millionen Euro. Das heißt, die Infrastruktur in Niederlehme und Königs Wusterhausen wird maßgeblich von Aufträgen vom Wiesenhof geprägt. Der Betriebsrat erläutert, dass alle Kolleginnen und Kolleggen der MGS einen Lohn über Mindestlohn beziehen.

Sicherlich, es sind über die Hälfte der Beschäftigten Stammpersonal und die anderen 50 Prozent Vertragsarbeiter. Aber auch die Vertragsarbeiter wohnen hier in der Stadt, sind hier polizeilich gemeldet und zahlen hier ihre Steuern. Die meisten von ihnen sind europäische Arbeitskräfte aus Rumänien. Ihre Arbeit hier als Sklavenarbeit zu diskreditieren zeugt nur wieder von der latenten Ausländerfeindlichkeit der Autoren solcher Angriffe. Auch die im Rahmen von EU-Gesetzen beschäftigten Mitarbeiter aus Rumänien werden, wie ihre deutschen Kolleginnen und Kollegen deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn beschäftigt und erhalten darüber hinaus zusätzliche Vergünstigungen. Der Geflügelhof weiß sehr genau, dass man als Arbeitgeber etwas bieten muss, um gute Arbeitskräfte zu halten.  Allein die Mittagsversorgung der Kolleginnen und Kollegen ist bemerkenswert gut und schmackhaft. Kein Essen über drei Euro!

Der Geschäftsführer versicherte mir, dass er ohne die zusätzlichen sozialen Angebote keine Beschäftigten für sein Unternehmen anwerben und auch halten könnte. Wenn Sie also eine Lehrstelle suchen oder Arbeit in Niederlehme. können Sie sich immer mit einer Bewerbung melden.

Aber nun zum aktuellen Stein des Anstoßes. Ein Schlachtbetrieb in der Größenordnung von Wiesenhof ist ein Betrieb, der Lebensmittel herstellt. Lebensmittel, die dann in der gesamten Bundesrepublik Deutschland angeboten werden. Hier werden Masthähnchen, Bio-Hühnchen, Puten und die eine oder andere Ente und Gans verpackt und auf den Ladentisch der Supermärkte gebracht. Was man nicht selber schlachtet, wird im Firmenverbund produziert und über Niederlehme mit einer aufwändigen und erfolgreichen Logistik vom Bodensee bis nach Rügen verteilt. Übrigens alles innerhalb eines einzigen Tages. Die märkische Geflügelhof-Spezialitäten GmbH ist auch ein Unternehmen, das sich zur Tradition des DDR Betriebes KIM bekennt, der 1967 gegründet wurde. Alle Mitarbeiter wurden 1990 übernommen, einige von ihnen arbeiten noch heute dort. Seit damals wurde viel investiert in Hygiene, Umweltschutz und moderne Verarbeitungstechnologien. Das müssen sogar die militanten Widersacher von Wiesenhof anerkennen!

Die Verkaufszahlen der Wiesenhof-Produkte aus KW, die mir der Geschäftsführer nannte, zeigen, dass die Produkte von hier bundesweit gern gekauft werden und ganz offensichtlich schmecken.

Das sollte es uns allen wert sein, die Debatte um diesen Betrieb in der Mitte unserer Stadt künftig sachlich und fair zu führen.

Nicht vorzustellen was es bedeuten würde, den Wiesenhof nicht mehr in der Stadt zu haben.

Und nur mal zum Nachdenken: Wer die Massentierhaltung und Schlachtung abschaffen will, muss auch sagen, woher dann Fleisch, Milch, Eier kommen sollen. Eine mögliche und sehr wahrscheinliche Antwort lautet: Aus zumindest zweifelhafter Massentierhaltung im Ausland. Eine andere: es gibt diese Produkte dann eben nicht mehr preisgünstig für jedermann. So die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Und das weiß jedermann.

Michael Reimann

TEILEN
Vorheriger ArtikelAnlässlich
Nächster ArtikelProbier’s aus!

2 KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here