125 Jahre Eichwalde in historischen Dokumenten

Der Grundriss des Ortes hat sich seit seiner Gründung kaum verändert

Im Rahmen des 125. Geburtstages der Gemeinde Eichwalde hängt seit Mitte März dieses Jahres eine Ausstellung im Rathaus, die sich mit den ersten Jahrzehnten seit der Gründung des Ortes im Frühjahr 1893 beschäftigt. Nach der erfolgreichen Schau im Rathaus wird die Ausstellung nun im Eichwalder Kulturzentrum ALTE FEUERWACHE in der Bahnhofstraße 79 gezeigt. Die Eröffnung erfolgt am Freitag, 1. Juni, 19 Uhr. Die Ausstellung „Eichwalde auf historischen Dokumenten“ liegt in den Händen des Eichwalder Heimatvereins e.V., der Arbeitsgemeinschaft Ortsgeschichte und des Ortschronisten und wird von der Gemeinde Eichwalde unterstützt.

Zu sehen ist eine Fülle historischer Dokumente: Alte Landkarten und Ortspläne, historische Schriftstücke sowie Fotographien und zeitgenössische Ansichtskarten, die Unbekanntes, aber auch Vertrautes zeigen. Die älteste Karte stammt aus dem Jahr 1665. Sie zeigt die Region, in der mehr als 200 Jahre später Eichwalde gegründet wurde, zu Zeiten des „Großen Kurfürsten“. Eine Karte aus dem Jahr 1774 weist die nähere und fernere Umgebung des späteren Eichwalde als königliches Jagdgebiet aus. Damals regierte Friedrich II, der „Alte Fritz“.

Im Jahr 1895, also zwei Jahre nach der Gründung Eichwaldes, war die Gemeinde noch im „Werden“ begriffen. Das zeigt eine Ortskarte aus eben jenem Jahr 1895. Bezeichnenderweise ist sie mit „General-Parzellirungs-Plan“ überschrieben. Dieser Plan zeigt die Grundstücksaufteilung des Ortes, die in Teilen der Gemeinde noch gar nicht oder nicht abschließend erfolgt war. Hoch interessant dabei: Die auf dieser Karte eingezeichneten Grenzen der Gemeinde entsprechen exakt den heutigen. Während sich manche Orte im Laufe der Zeit „ausdehnen“ konnten, ging das bei Eichwalde nie. Als kleine Kostbarkeit darf man einen Eichwalde-Bauplan aus dem Jahr 1912 ansehen. Der wurde zwar nie umgesetzt, wohl nicht zuletzt wegen des Ersten Weltkrieges, hatte aber einen namhaften Schöpfer: Bruno Taut. Der ist schlicht als „Architekt in Berlin“ ausgewiesen. Damals war sein Name noch nicht weithin bekannt. Die jüngste in dieser Ausstellung gezeigte Karte stammt aus dem Jahr 1938. Zu dieser Zeit entsprachen der Verlauf der Straßen und die Lage der Plätze dem Bild, was uns auch heute vor Augen steht. Die Gemeindestruktur war „ausgereift“, fand bis heute nur noch in Details Veränderungen.

Der großartige Schauwert, den die Ausstellung bereits durch die Karten erhält, wird noch gesteigert durch die Vielzahl weiterer historischer Dokumente. Da gibt es etwa eine mit der Jahreszahl 1905/06 datierte Bauzeichnung der Evangelischen Kirche nebst dem Orgelbauvertrag von 1908 für die berühmte Parabrahm-Orgel, die einzige weltweit noch existierende Orgel ihrer Art. Zu den Kostbarkeiten aus der Anfangszeit des Ortes gehören auch ein Foto zur Grundsteinlegung der Katholischen Kirche, eine Festurkunde zur Einweihung des Schulbaus in der Bahnhofstraße sowie zeitgenössische amtliche Veröffentlichungen und vieles mehr.

Als absoluter Knüller dürften zwei Dokumente gelten, welche die Gründung des Ortes Eichwalde in ihrer Endspurtphase besiegelten. Das sind einmal ein Schreiben des Preußischen Innenministers Botho August Wendt Graf zu Eulenburg-Wicken an Kaiser Wilhelm II., in dem Letzterer gebeten wird, der Gründung des Ortes zuzustimmen. Dann ist das nur wenige Tage später datierte Antwortschreiben des Kaisers mit der Bewilligung der Ortsgründung zu sehen. Das Datum, das dieses Schreiben trägt, der 20. 03. 1893,  gilt als das der Ortsgründung. Quasi als gedruckte Version der Ausstellung gibt es in der Schriftenreihe „Zur Geschichte der Gemeinde Eichwalde“ eine Broschüre, die von den Schwerpunkten der Exposition im Rathaus lebt. Zu sehen ist die Schau vom 2. bis zum 17. Juni  jeweils donnerstags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr und während des Eichwalder Rosenfestes am 9. und 10. Juni jeweils von 10 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt.

red / Heimatverein Eichwalde

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