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„Alle Wege führen nach Wien“

Entdeckungen haben etwas Magisches an sich. Beim spätsommerlichen Eröffnungskonzert der Schlosskonzerte Königs Wusterhausen am 2. September um 19 Uhr in der Kreuzkirche kann sich das Publikum davon überzeugen, wenn Pianistin und Festivalleiterin Gerlint Böttcher zum Auftakt des 10-jährigen Jubiläums der Reihe zusammen mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim unter Aurélien Bello zur musikalischen Entdeckungsreise einlädt.

Die erste Station ist der englische Komponist Gustav Holst (1874–1934). Er brachte die englische Musik nach langer Zeit des Dahindämmerns wieder zu internationalem Ansehen. Als Vater der heutigen orchestralen Filmmusik inspirierte er viele spätere Komponisten. Beim genauen Hinhören erkennt man z. B. beim Soundtrack zu den ersten Star Wars-Episoden, dass John Williams Elemente von Holsts „The Planets“ fast eins zu eins übernommen hat. Die im Konzert zu hörende reizende „Brook Green Suite“ ist eines seiner individuellsten Werke, in das er Volkstümliches auf eleganteste Weise einfließen lässt.

Eine weitere Entdeckung ist Victor Herbert (1859–1924), amerikanischer Komponist und Cellist mit irischen Wurzeln. Er spielte in der Kapelle von Eduard Strauss in Wien, bevor er nach New York ging, wo er als Solist, Dirigent und Komponist rasch großen Erfolg hatte. Seine Serenade op. 12, die hier gespielt wird, erntete bereits bei ihrer Uraufführung 1888 stürmische Ovationen und wurde danach unter anhaltender Begeisterung in ganz Amerika aufgeführt.

Das Hauptstück des Abends steuert Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) bei. Sein prachtvolles Konzert für Klavier und Orchester C-Dur KV 467 schrieb er in nur vier Wochen im Frühjahr 1785. Nach einer einzigen Probe wurde das Werk in der Wiener Hofoper aufgeführt und bewegte selbst seinen hyperkritischen Vater so sehr, dass diesem vor Vergnügen Tränen in den Augen standen, wie er später schrieb. Mozart spielte, wie so oft, auf seinem eigenen Flügel, der zum Konzertort gebracht werden musste, denn auch sein Instrument wollten die Leute hören und sehen. Am Konzertabend ist das faszinierende Werk in einer selten gespielten historischen Fassung mit Streichern von Ignaz Lachner (1807–1895) zu erleben.

Die Eichwalder Pianistin Gerlint Böttcher begeistert das Publikum mit ihrer ungeheuren Ausstrahlungskraft und Brillanz. Vor kurzem war sie auf einer Konzertreise durch den Libanon, im Herbst gastiert sie in Prag. Sie gibt internationale Meisterkurse und lehrt an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin. Das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim ist als eines der wenigen „Full-­time“-Kammerorchester Europas global gefragt. Es arbeitet mit namhaften Solisten zusammen. Von den mehr als 300 erschienenen Tonträgern wurden viele mit Preisen bedacht. Der französische Dirigent und Harfenist Aurélien Bello ist langjähriger Gastdirigent des Orchesters und wiederholt beim Festival dabei.

Titel des Programms ist „Alle Wege führen nach Wien“, denn alle hier gespielten Komponisten zog es auf die eine oder andere Weise in die „Welthauptstadt der Musik“. „Wer Wien kennenlernen will, verzichte auf das Tempo“ – heißt es. Nehmen Sie sich also Zeit und genießen Sie den Konzertabend.

Vor diesem Konzert wird um 17.30 Uhr eine Schlossführung angeboten. Führung und Konzert können im Paket erworben werden.

Aktuelle Informationen gibt es unter schlosskonzertekoenigswusterhausen.de. Tickets gibt es bei reservix, im Musikladen Brusgatis und an allen Kartenvorverkaufsstellen

PI Ronny Reckling

Foto: Schlosskonzerte

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