Am Ende ist es 
ganz gut gelaufen

Phillipp Schenker pendelt zwischen Schulzendorf und Senftenberg, um sowohl praktisch als auch theoretisch bestens für seinen künftigen Beruf gerüstet zu sein. Foto. V. Elbe

Seit 2016 absolviert Phillipp Schenker das duale Studium Elektrotechnik 
– eine erste Bilanz

Die Schulzendorfer Elektro GmbH gilt in der Region schon seit langem als hervorragender Ausbildungsbetrieb. Zahlreiche Auszeichnungen – wie die des besten Arbeitgebers oder der Zukunftspreis des Landes Brandenburg – belegen das. Seit 2016 kann man beim Schulzendorfer Unternehmen nicht nur eine klassische Ausbildung absolvieren, sondern auch ein duales Studium Elektrotechnik. Dieser Studiengang wurde in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus und der Handwerkskammer Cottbus neu entwickelt.

Der erste, der bei den Schulzendorfern die Möglichkeit des dualen Studiums ergriff, ist Phillipp Schenker. Nach dem gerade abgeschlossenen Grundstudium berichtet er dem KaWe-Kurier über seine Erfahrungen und zieht eine erste Bilanz.

Sein erstes Lehrjahr unterschied sich nicht von der Ausbildung der anderen Azubis im Betrieb. Aber seit Oktober 2017 ist Phillipp Schenker Student an der BTU Cottbus am Campus Senftenberg. Vier Tage pro Woche pendelt er von seinem Wohnort nach Senftenberg. „Ich fahre jeden Morgen um 6.21 Uhr ab Königs Wusterhausen mit dem Interregio und um 8 Uhr beginnt die erste Vorlesung. Der zweite Ausbildungsblock folgt um 10 Uhr und dann haben wir eine einstündige Mittagspause. Am Nachmittag folgt dann noch ein dritter Block und danach fahre ich wieder nach Hause“, erzählt der junge Mann über seinen Studienalltag. An normalen Tagen ist Phillipp Schenker dann gegen 16.30 Uhr wieder zu Hause. An manchen Tagen stehen aber auch vier Ausbildungsblöcke auf dem Programm. Dann ist der junge Mann erst gegen 18 Uhr wieder daheim. Und danach ist auch noch nicht Feierabend. In der Regel folgt noch ein rund einstündiges Selbststudium, um das erlernte Wissen nachzubereiten oder den anstehenden Tag vorzubereiten. In der Zeit vor den Prüfungen oder wenn Praktika oder Ähnliches absolviert werden, verlängert sich diese Vor- bzw. Nachbereitungszeit schon einmal auf gut vier Stunden. „Und das ist dann schon sehr anstrengend“, gibt Phillipp Schenker offen zu. „Ich hatte zum Ende dieses Semesters auch mal den Punkt, an dem ich mich gefragt habe, ob ich das überhaupt schaffe“, berichtet er, „aber ich habe die Zähne zusammengebissen und gekämpft. Und am Ende ist es ja ganz gut gelaufen“, stellt er rückblickend fest.

Der beste Beweis dafür sind seine Prüfungsergebnisse zum Abschluss seines Grundstudiums mit den Prädikaten von „sehr gut“ bis „befriedigend“. Besonders gute Ergebnisse erzielte er in den Fächern Englisch, Elektrische Messtechnik und Einführung in die Betriebswirtschaftslehre.

Nicht so gut lief es dagegen im Fach „Signale und Systeme“, das er mit „befriedigend“ abschloss. „Aber die Prüfung war auch sehr schwer, weil sehr viel neuer Stoff abgefragt wurde“, erzählt der Student. Und bei einer Durchfallquote von etwa 50 Prozent erscheint sein „befriedigend“ dann auch in einem etwas anderen Licht.

Wichtig für Phillipp Schenker war, dass er sich – besonders in den schwierigen Zeiten – nie allein gelassen gefühlt hat. „Ich konnte jederzeit zu meinen Professoren gehen, wenn ich Fragen hatte und auch im Betrieb hatte ich mit meinem Kollegen Markus Szolkovy einen guten Gesprächspartner, wenn es um fachliche Dinge ging“, erzählt er. Markus Szolkovy hat gerade sein Bachelor-Studium Elektrotechnik an der TH Berlin abgeschlossen. Daher ist er besser als die meisten Kollegen, bei denen die Ausbildung schon sehr viel länger zurück liegt, mit den theoretischen Grundlagen der Elektrotechnik vertraut. Und gerade das war ja der Hauptinhalt von Phillipp Schenkers Grundstudium. Im Betrieb wird der junge Mann entsprechend seiner Ausbildung mehr und mehr in ingenieurtechnischen Bereichen wie der Programmierung von Gebäudeautomation eingesetzt. So kann der Student sein neu erworbenes Wissen gleich in der Praxis anwenden.

Ab 1. April beginnt für Phillipp Schenker nun das Fachstudium, in dem der Praxisbezug weit mehr im Vordergrund steht als noch im Grundstudium. In einem Jahr steht zudem auch die Gesellenprüfung auf dem Programm, bei der er seine praktischen Fertigkeiten unter Beweis stellen muss.

Auf die Frage, wie er seinen Ausbildungsweg, der sicher nicht immer der einfachste war, heute beurteilt, gibt Phillipp Schenker eine eindeutige Antwort: „Ich würde das definitiv noch einmal so machen. Bei einigen Punkten würde ich mich aus heutiger Sicht mehr reinhängen. Dann hätte ich heute noch bessere Ergebnisse.“ In Einem ist sich der junge Mann absolut sicher: „Das wird was mit meinem Studium!“ VE