Ange(Mark)t: Ein ehrenwerter Mann?

Was haben die Verteiler des KaWe-Kuriers wie viele deutsche Rentner mit Christian Wulff gemeinsam? Sie verdienen sich ein paar Euro dazu. Wenn Sie jetzt fragen: Christian – wer? Na, der Christian, der mal der erste Mann im Staate, der mal Bundespräsident war, der in dieser Funktion eine Kreditaffäre an der Backe hatte und gegen den es wegen Vorteilsnahme Ermittlungen gab. Der deshalb bei Zeitungen und Verlegern die Berichterstattung darüber unterbinden wollte. Nach nur sieben Monaten im obersten Amte musste er seinen Hut nehmen, der Gegenwind war zu stark, dass der ihm vom Staatsober-Haupte fiele. Der Bu-Prä wurde zum Buh-Prä. Filme sollten nach ihm gedreht werden, die Titel gab es schon: “Liebling, ich habe die Würde des Amtes geschrumpft.” Oder: “Einer flog über das Eigenheim” bis hin zu “Jäger des verlorenen Anrufs”. Nichts desto trotz, als sei nichts gewesen: Der Wulff im Biedermannsanzug bekommt nun wie alle Alt-Präsidenten seine reichliche Apanage. Was eigentlich „mit Brot versorgen“ heißt und wie man einst die Abfindung der nichtregierenden Mitglieder eines Adelsgeschlechts mit Landbesitz, Einkünften aus Liegenschaften oder Geldzahlungen zur Ermöglichung eines standesgemäßen Lebenswandels früher nannte. Bei Wulff heißt das Ehren-Sold. Er siehts vermutlich als Schmerzensgeld. Das ist kein schmaler Taler, sondern satte 264 000 Eurochen. Nicht insgesamt. Pro Jahr! Plus weiterer kostenloser Vergünstigungen wie Büro, Sicherheitsleute, Fahrer. Und das lebenslang. Ohne, dass er dafür einen Handschlag tun muss. Und auch nicht darf: Denn in seinem Privileg hat er den Zusatz, neben dem Ehrensold keine beruflich bezahlte Nebenarbeit anzunehmen, sondern ehrenamtliche.

Wenn Wulff noch ein paar Jahre gut drauf ist, hätte er mit 88 – Gott schenke ihm die Zeit – seine 7 Millionen Euro an Ehrensold eingestrichen. Wird er 100,  bekäme er nicht nur Besuch von seinem Nachfolger und dann amtierenden Bundespräsidenten, sondern hätte dann 10 Millionen vom Ehrensolde auf dem Konto. Gut betucht, sollte man meinen. CDU-Wulff meint aber wohl , das ist auch nicht die Welt. Deshalb macht er  wie unsere Rentner noch was nebenbei. Nicht  Zeitungsaustragen, er hat was bei einem türkischen Klamottenladen gefunden. Wenn unsere Rentner oder Arbeitslosen unbegrenzt dazuverdienen, wird ihnen das zusätzliche Geld wieder abgezogen.

Wäre es nicht ehrenhaft, würde Wulff im Ehrenamt wie viele seiner Vorgänger ehrenamtlich Gutes  tun oder zusätzliche Kohle denen spenden, die sie brauchen? Dann wäre er ein ehrenwerter Mann. Und überhaupt.

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