Ange(M)arkt: Geht’s noch?!

Es reicht! Und überhaupt.
So hatte ich es Ende letzten Jahres hier kundgetan. Also habe ich beschlossen: Ich bin dann mal weg.

Nun, nachdem ich mir ein größeres Zeitchen, über ein paar Wochen, vom Weltwind den Kopf wieder hab freipusten lassen: Ich bin wieder hier. In meinem (Schreib)Revier. Es dräut mich wieder zu gelegentlichem „Ange(MARK)t“. Weil ich merke: Es ist vieles noch schlimmer geworden. Hier wie da. Mit der Politik sowieso. Zum Beispiel aber auch mit der Genderei. So will jetzt die Gleichstellungsbeauftragte des Bundesfamilienminis­teriums an unserer deutschen Hymne herumwurschteln. „Geschlechterneutral“ soll sie werden. Aus „Vaterland“ soll „Heimatland“ werden, statt „brüderlich mit Herz und Hand“ soll es „couragiert mit Herz und Hand“ heißen.

Geht’s noch? Ist das Kabarett – oder nur einfach bekloppt? Wir sollen nicht mehr stolz auf unser Vaterland, den Vater sein, sie nicht mehr besingen?! Genauso stolz wie auf Mutter, Tochter. Hat eine Gleichstellungsbeauftragte nicht Besseres zu tun, als über solchen Schwachsinn zu brüten?! Zum Beispiel über gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Aber der Genderwahn ist ja nicht nur in Berlin angesiedelt. Eine Klägerin aus dem Saarland wollte im Sparkassenformular nicht mehr als “Kunde” , sondern als KundIn angesprochen werden. Doch die Formularsprache darf männlich bleiben, sagt der Bundesgerichtshof. Die Unterlegene will weiter für ihre KundInnen-Ansprache streiten und vor den Europäischen Gerichtshof ziehen. Wat den eenen sin Uhl, is den annern sin Nachtigall: Auch bei uns im Landkreis wird unermüdlich am Gender(innen)-Rad gedreht. Es gab schon ernsthafte Bemühungen, dass der Landrat zugleich als Landrätin tituliert werden solle. Und der Bürgermeister mit Bürgermeisterin. In KW gibt es jetzt gerade Debatten, dass zu wenige Straßen Frauennamen trügen und es da Änderungen bedürfe. Wie wäre es mit einer Brigitte-Alice Hintzelpuntz-Schwarzerworm-Allee?

Ich habe mal eine Genderin gefragt, warum es die Gerechtigkeit heißt. Sie: Weil gute Wörter weiblich sind und schlechte männlich. Wie der Krieg. Ich: Oder der Genderwahn oder der übertriebene Feminismus. Als neulich die Meldung kam, der Berliner Ostbahnhof sei wegen eines herrenlosen Koffers gesperrt, habe ich mich schon gewundert, dass die GenderInnen nicht sofort protestiert haben: Es sei ein herren- und damenloser Koffer! Ich freue mich schon darauf, dass mal ein Raumschiff nur mit Frauen an Bord startet. Ob die FeministInnen dann behaupten, es sei unbemannt? Neulich las ich von einer Feministin, die eine neue Arbeitsstelle antrat. Der Chef fordert sie gleich auf, einen Kaffee zu machen. Sie: Nein! Das mache ich nicht! Und kündigt ihre Stelle in einem Cafe-to-go-Shop.

Da fasst man sich doch an den Kopf. Der Kopf. Das hohle Ding. Jedenfalls bei manchen GenderInnen und Sprach-Aktivist­Innen. Wenn es nach denen geht, heißt es ja auch nicht der Salzstreuer, sondern die Salzstreuerin. George Orwell hat in seinem Buch „1984“ schon voraus gesagt, dass die Gender-Sprachregelung der Versuch ist, mit Wörtern das Denken der Menschen zu manipulieren. Er nannte die Typen damals Gedankenpolizei. Die Gedankenpolizei. Und nichts anderes ist der Gender-Blödsinn.

Im April beginnt die Spargelsaison. Der Spargel schießt dann wieder ganz genderfeindlich. Der Spargel, also gendermäßig die Spargelstange. Aber die Stange kann manchmal auch sehr männlich und genderuntypisch im Raume stehen. Und überhaupt.

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