Augen auf und weg mit dem ewigen Schaum vorm Mund!

Wer hätte das gedacht?! Sie machte immer einen sehr distinguierten Eindruck – und plötzlich verliert sie die Contenance und keilt aus wie ein durchgegangenes Ross, die Frau Professor Wanka, ihres Zeichens CDU-Vorsitzende in Brandenburg. Was hat sie so in Rage gebracht und über die Stränge schlagen lassen? Ihr bisheriger Regierungsehe-Partner Matthias Platzeck. Der hat bekanntlich jetzt eine Neue: Die Linke. Mit der kann er besser, versteht sich besser. Wie das auch sonst in Ehen manchmal vorkommt. Und dann oft mit Schmutz geworfen wird. Wie jetzt von der Frau Professorin und Ex-Kultusministerin. Doch das ist da wie dort beschämend. Politisch vor allem, was das eigene Begreifen in der CDU und bei Politikern anderer Parteien betrifft. Der Brandenburger Ministerpräsident ist der Souverän und hat seine guten Gründe gehabt und sie benannt. Zumal: Rot-Rot ist der Wille von gut 60 Prozent der Brandenburger Wähler. Die CDU ignoriert das. Ist für sie die Zeit stehen geblieben, dass nach 20 Jahren für heutige Wahlen immer noch die Wende bemüht wird? Zumal ja die CDU selbst kein Problem mit Ex-DDR-Funktionären wie ihrem bisherigen Wirtschaftsminister hatte, der die Mauer noch im Sommer 1989 höchst lobte? Ist es nicht realitätsfern, heute immer noch auf die inzwischen gesamtdeutsche Tatsache einer linken Partei wie auf ein rotes Tuch zu reagieren? Oder nur deshalb, weil eigene Pöstchen-Felle weggeschwommen sind? Eines Eindruck, den man sich zum Teil auch bei der Bürgermeisterwahl in KW nicht erwehren konnte. Ging es einigen Funktionären in der Parteien-Allianz wirklich darum, einen gemeinsamen neuen Bürgermeister zu wählen, der Zukunft für die Stadt gestalten will? Oder – wie Funktionäre von dessen Partei offen kund taten –  vor allem, einen linken Bürgermeister und einen Links-Posten im Rathaus mit allen Mitteln zu verhindern? Und sich selbst ins neue Postenspiel einzubringen?
KW hat entschieden und Matthias Platzeck und seine Partei im Lande haben sich ebenfalls entschieden. Es sollte zu unserem Demokratieverständnis gehören, das Ergebnis einer demokratisch abgehaltenen Wahl und den Wählerwillen zu akzeptieren. Und wie Bundespräsident Horst Köhler jüngst sagte, dass wir Deutschen endlich aufhören sollten, übereinander zu nörgeln und stattdessen miteinander zu reden. Das sollte vielleicht ins Stammbuch von Brandenburgs CDU. Dazu würde auch gehören, dass genau wie im Land oder zum Beispiel im Cottbuser Rathaus auch in KW die SPD der Linken als zweitstärkster Kraft vor Ort die Hand reicht( so wie es der Bürgermeisterkandidat der Linken am Montag in der Stadtverordnetenversammlung gegenüber dem neuen Bürgermeister tat) und sie in die kommunale Verantwortung mit einbezieht. Zum Wohle der Stadt. Denn allein um die geht es. Sollte  es gehen. Nicht um Parteienränkespiele wie in KW im Wahlkampf ausgiebig praktiziert. Viele KWer fragen sich: Wird sich der neue KWer SPD-Bürgermeister von eigenen, bisher immer praktizierten Vernunfts-Gedanken oder diktierten Vierparteien-Machtspielereien leiten lassen? Ich traue ihm Ersteres zu – er hat jetzt Zeit, nicht nur mich in meinem guten Glauben zu bestätigen.
Von SPD-Ministerpräsident Platzeck zu lernen, heißt für die Brandenburger  oder hier für die KWer da zu sein. Mit allen Kräften guten Willens. Wie sagte Matthias Platzeck so schön: „Augen auf und weg mit dem Schaum vor dem Mund!“  So isses.
Mark Brandenburger

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