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Dienstag, Februar 27, 2024
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Ausge-trump-elt

War es ein Zeichen? Am Tag nach der erfolgrei­chen Abwahl des bisher regierenden KWer Bürgermeisters Sven Ennullat lachte über KW die Sonne! Freude und Erleichterung bei einer überzeugenden Mehrheit der Bürger, dass das geschafft wurde – ein in Brandenburg bisher einmaliger Vorgang. Über KW lachte die Sonne und in den letzten Monaten zuvor ganz Brandenburg. Obwohl den KWern bis dato nicht mehr zum Lachen war. Es ging nicht mehr mit diesem selbstherrlichen Stadtoberhaupt, es ging gar nichts mehr. KW hatte nicht mal mehr einen Haushalt. Lange blockiert durch den Meister der Bürger, als der er sich sah. Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung wurden durch ihn mit seiner „alternativen Rechtsauffassung“ beanstandet und waren damit nicht umsetzbar. Oder er klagte immer wieder. Mit den Tausenden Euro, die die Stadt so seinen Rechtsanwälten zahlen musste, hätte sie den verweigerten Kunstrasensportplatz locker bauen können. Man nannte ihn schon den Trump von KW. Er regierte wie ein Despot. Das gab es in Brandenburg so noch nicht. Immer mehr derjenigen, die zur Wahl vor drei Jahren Hoffnungen in ihn gesetzt hatten, wandten sich von ihm ab. Nun hat es sich erstmal ausge-trump-elt. Der Wahlausschuss hat das eindeutige Ergebnis offiziell bestätigt. Doch von ihm keine Reaktionen. Wie Trump wollte er wohl seine Niederlage nicht öffentlich eingestehen. Er teilt gern aus, kann aber nicht einstecken. Nicht ausgeschlossen, dass er wie Trump noch mal antreten will. Wäre es jetzt nicht ehrlich, davon abzurücken und die Anwaltskosten zurückzuzahlen? Wie werden sich nun nach Ennullats Abwahl seine Claqueure verhalten? Bei wem werden sie sich künftig andienen? Werden sie einen Neuanfang in der Stadt unterstützen? Was werden Getreue wie sein ihm bisher kritiklos ergebener 1. Stellvertreter und jetzt amtierender Bürgermeister machen? Zuletzt war er vom Amtsgericht verurteilt worden: Wegen Verleumdung des damaligen Vize-Bürgermeisters.

Oder der einstige FDP-Chef von KW? Letzteren drängte es seit Jahren stets mit Macht danach, an den Katzentisch der Macht der jeweils Regierenden gelassen zu werden. In den nächsten fünf Monaten stehen Neuwahlen eines Bürgermeisters an. Ein unabhängiger und parteiloser soll es sein, unbelastet von der bisherigen Stadtpolitik. Das „Bündnis 21 – Ja zu KW“, das den Bürgerentscheid initiiert hatte, will – wenn es hält – einen inhaltlichen und personellen Neuanfang in der Stadt. Mit sachlicher und fairer, aber auch kontroverser Politik. Auch lachen und zurücklehnen kann sich jetzt der geschasste Bürgermeister: Bis 2026 erhält er nun 71 Prozent seiner bisherigen nicht gerade geringen Bezüge. Für Nichtstun. Aber das wird den KWern wohl das Geld wert sein. Und überhaupt.

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