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Dienstag, Februar 27, 2024
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Ausgegendert

Langsam setzt sich die Vernunft durch. Zumindest, wenn es um unsere Sprache geht. In Hessen kann schon bald wieder normal geredet werden, dort hat es sich demnächst ausgegendert. Der hessische CDU-Ministerpräsident Boris Rhein will in der nächsten Legislaturperiode offenbar geschlechtergerechte Gender-Sprache im öffentlich-rechtlichen Rundfunk verbieten. „Wir werden festschreiben, dass in staatlichen und öffentlich-rechtlichen Institutionen (wie Schulen, Universitäten, Rundfunk) auf das Gendern mit Sonderzeichen verzichtet wird.“ An den 1800 Schulen in Hessen mit knapp einer Million Schülern, an den 21 staatlichen Hochschulen mit 250 000 Studenten darf dann künftig nicht mehr gegendert werden. Untersagt wären dann etwa Ausdrücke wie „Lehrer/innen“ oder „Lehrer*innen“ oder bei audiovisuellen Medien die entsprechende Sprechpause. Rhein hält nichts von gendernden ­Journalist*innen. Ich auch nicht.

Nach Sachsen hat auch Sachsen-Anhalt zu Beginn des neuen Schuljahrs darauf hingewiesen, dass in den Schulen des Landes die amtliche Rechtschreibung gilt. Diese Regelung ist verbindlich im gesamten schulischen Bereich Sachsen-Anhalts, also sowohl im Unterricht als auch im offiziellen Schriftverkehr. Das Bildungsministerium Sachsen-Anhalt untersagt Schulen das Gendern mit Sternchen & Co. Und der deutsche Rechtschreibrat
– oder im Genderkauderwelsch: die Rechtschreibrätin – lehnt Gendersternchen & Co. zum dritten Mal ab. Diese(r) habe im Juli klargestellt, „dass die Verwendung von Sonderzeichen im Wortinneren zur Kennzeichnung verschiedener Geschlechtsidentitäten weiterhin nicht zum Kernbestand der deutschen Orthografie gehört und folglich den aktuellen Festlegungen des Amtlichen Regelwerks nicht entspricht.“ In Frankreich ist den Schulen des Landes das Gendern schon 2021 untersagt. Gendern behindere den Spracherwerb und das Lesen. Oder was sind Samenspenderinnen, fragt die Rechtschreibrätin. Durch solch „künstliche Fallstricke“ mache man es Schülern mit Lernschwierigkeiten unnötig schwer. Die wissen auch nicht, was eine Zapfhenne ist. Was Kotzbrocken*innen sind, Mitesserinnen. Oder Schaffnende im Zug. Und Eselinnenbrücken helfen da nicht weiter. Wir haben ja Fachkräftinnenmangelinnen. Aber ich will keine Miesepetra sein, habe noch Fagöttin spielen gelernt. In der damaligen DDR hielt man auch nichts vom Gendern. Da wäre die Stasi sofort auf der Matte gewesen, wenn in der Zeitung gestanden hätte, die Werktätigen winkten den Mitvulven der Partei- und Staatsführung zu – und nicht den Mit-Gliedern der Partei- und Staats­führung.

Das heutige Gender-Sprachgestammel in den Nachrichten hat mich schon immer angestunken und ich gendere nicht. Ich habe schließlich einen ordentlichen Schulabschluss. Und überhaupt.

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