Begegnungsort für Menschen und Künste

Freunde und Wegbegleiter des Kulturbundes Dahme-Spreewald hielten kurz vor Ostern mit Anekdoten und Geschichten Rückschau auf 25 Jahre Vereinsleben im Dienste von Kunst und Kultur. Foto: V. Elbe

Mutig, kreativ, selbstbestimmt: 
Der Kulturbund Dahme-Spreewald feiert 25jähriges Bestehen

Der Kulturbund Dahme-Spreewald e.V., der seinen Sitz im Bürgerhaus von Königs Wusterhausen in der Eichenallee hat, feiert in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag. Nicht nur das Jubiläumsjahr selbst mit seinen zahlreichen noch bevorstehenden Veranstaltungen und Aktionen, sondern das gesamte zurückliegende Viertel-Jahrhundert zeigen, dass es ein großes Bedürfnis nach Begegnung und Austausch von Menschen gibt und dass sich dabei dieser freiwillige Verbund von Gleichgesinnten als unverzichtbare kulturelle Institution in der Region etabliert hat.

„Ich bin seit einem reichlichen Jahr dabei und habe noch keinen einzigen ´Flop´ erlebt“, sagt zum Beispiel Kulturbund-Mitglied Barbara Unterbeck. „Spannend und anregend, freundlich und offen, Bilder, Bücher und Musik. Was soll man sagen: Hereinspaziert und mitgemacht!“, bringt sie das Credo des rührigen Vereins auf den Punkt.

Der hat seine Vorläufer, seine Wurzeln und kulturellen Traditionen noch in der DDR. 1945 hatte sich der „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“ gegründet. Er war Forum, ein Ort der Freizeitgestaltung und Weiterbildung. Eine Vielzahl von Fachgruppen und Arbeitskreisen befanden sich unter seinem Dach, nicht immer freiwillig. Und doch war der Kulturbund auch eine Nische, ein Experimentierfeld, ein Ort, wo in späten DDR-Jahren freier gedacht werden konnte als anderswo.

Die Wende und der Umbruch 1989 markierten einen tiefen Einschnitt. Mutige Gründungsmitglieder wagten in Königs Wusterhausen den Neuanfang. Am 25.Februar 1994 wurde der „Kulturbund Dahme-Spreewald e.V.“ als gemeinnütziger Kulturverein unter dem Dach des Brandenburgischen Kulturbundes gegründet und im Zuge der Kreisreform namentlich an den Landkreis Dahme-Spreewald angelehnt. Man war sich einig, dass der „alte“ Kulturbund mit seinen Strukturen nicht mehr zeitgemäß war, dass aber sein Anspruch, Kunst und Kultur im Alltag der Menschen einen Raum zu geben, durchaus weiter leben sollte. Es war eine Pionierzeit, mit der unter dem Anspruch “Tiefe statt Breite“ eine Phase der Neuorientierung begann.

Derzeit gehören dem Verein 42 Mitglieder an, sie sind oder waren in vielen Berufen tätig: Unter anderem als Musiker, Lehrer, Maler/Grafiker, Politologe, Arzt, Kameramann, Designer oder Hausfrau. Sie stehen für Ideen, Engagement, Austausch und Vielfalt in Kunst und Kultur mit dem Ziel, das kulturelle Leben der Stadt Königs Wusterhausen und ihrer umgebenden Gemeinden mitzugestalten, zu bereichern und zu fördern. In Zeiten von Facebook, Instagram und Co. pflegt der Kulturbund Dahme-Spreewald e.V. den persönlichen Kontakt mit den Menschen. Mitglieder, Gleichgesinnte, Kulturbundfreunde und Künstler suchen den offenen Gedankenaustausch, kommen miteinander ins Gespräch.

Dabei setzt der Verein auf eigene Kulturveranstaltungen und Projekte aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur und Musik sowie auf Exkursionen. Und das Bürgerhaus „Hanns Eisler“ ist der Raum, wo die Künste und die Menschen zusammenfinden. Mit seinem Beinamen „die Kulturvilla“ trägt das Haus maßgeblich dazu bei, dass die historische Siemensvilla bewusster als kultureller Anziehungspunkt, ein Ort der Teilhabe und Meinungsbildung wahrgenommen wird. Bietet doch der Kulturbund Dahme-Spreewald e.V. hier auch den bildnerischen und darstellenden Künstlern der Region einen würdigen Rahmen zur Präsentation und Entfaltung ihrer Kreativität. Beispielgebend dafür steht das Jahr 2018 mit dem Jahresthema „WIR von HIER – dahmeArt.“ Von 23 Veranstaltungen fanden 16 im Bürgerhaus „Hanns Eisler“ statt. Insgesamt kamen mehr als 1300 Besucher zu allen Kulturbund-Aktivitäten in der Region.

Welche Wertschätzung der Verein, der unter dem Motto „Kooperieren statt konkurrieren“ lebendige Partnerschaften und Kooperationen mit kommunalen Institutionen, Vereinen, Schulen pflegt, im Landkreis genießt, belegt auch der Geburtstagsgruß von Landrat Stephan Loge und Kulturdezernent Carsten Saß, die keinen Geringeren als Johann Wolfgang von Goethe zum Laudator machen: Ein Geheimnis der seit 25 Jahren anhaltenden Wirkkraft des Vereins sei die vom Dichter gepriesene „Gabe der Kunst als ´eine Vermittlerin des Unaussprechlichen´. Genau diese Fähigkeit erkennen wir im Kultur- und Kunstschaffen des Kulturbundes wieder.“ Und auch der Königs Wusterhausener Bürgermeister Swen Ennullat attestiert: „Königs Wusterhausen kann stolz auf den Kulturbund sein. Ohne das ehrenamtliche Engagement der Kulturbegeisterten wäre das öffentliche Leben in der Rundfunkstadt um einiges ärmer.“ RED