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Besuch in „Karlchens Reich“

Karl Mette hat ein einmaliges Heimatmuseum in Waßmannsdorf geschaffen

Nach Waßmannsdorf fahren viele, um „Flugzeuge zu gucken“. Viele aber auch, um das kleine Heimatmuseum von Karl Mette zu besuchen. Der heute 80-jährige ehemalige Landwirt, dessen Familie seit vielen Generationen in Waßmannsdorf wohnt, hat in seinem 1907 erbauten Vierseithof in der Dorfstraße eine wohl einmalige Sammlung von Präparaten der heimischen Tierwelt und landwirtschaftlicher Gerätschaften angelegt. Auf seinem gepflegten Gehöft mit Scheunen, ehemaligen Traktorenschuppen, Pferde-, Schweine- und Hühnerställen sowie Waschküche und Kartoffelkeller kann man stundenlang eintauchen in die Lebensweise von Mensch und Tier in der Region.

„Karlchens Reich“ – das sind über 150 Ausstellungsstücke. Karl Mette hat Tierkadaver – von anderen Tieren gerissene, überfahrene oder sonst wie zu Tode gekommene Tiere – zu einem Präparator nach Berlin gebracht und ließ sie auf seine Kosten für die Nachwelt erhalten. Unter ihnen sind Bussard, Waldohreule, Dachs, Waschbär, verschiedene Arten der Rabenvögel, ein Wildschwein, Störche, die bei uns inzwischen ausgestorbenen riesigen Großtrappen genauso wie ein kleiner Zeisig. Zu sehen ist ein Fischotter, ein Biber, aber auch Exoten wie ein Grüner Leguan und ein Flamingo.

Die Waßmannsdorfer bringen verendete Tiere zu Karl Mette, weil sie wissen, bei ihm kommen sie präpariert ins Museum und erhalten ein zweites „Leben“. Zu all diesen Exponaten kann er viel erzählen, weiß interessante Geschichten. Im Hofmuseum sind aber auch landwirtschaftliche Exponate wie Traktoren, Erntegeräte, alte Schlitten, eine Originalwäscherolle, die mit Feldsteinen beschwert ist, und vieles andere zu bestaunen. Schulklassen, Kindergartengruppen, Mitglieder der Jugendfeuerwehren und andere Interessenten tun das. Sie können nach Voranmeldung immer gern einen Blick auf die Heimatgeschichte und die heimische Tierwelt werfen. Bauer Mette freut sich über das Interesse der Besucher. Auch „Täve“ Schur war schon hier und sogar Besucher aus der Schönefelder Partnerregion in der Mongolei. „Diese heimat- und tierkundliche Sammlung in Waßmannsdorf ist einmalig. Sie muss auf jeden Fall der Nachwelt erhalten werden“, so der Schönefelder Bürgermeisterkandidat Olaf Damm. „Falls uns das in Waßmannsdorf gelingen sollte, so wäre es sehr schön. Wenn nicht, dann eben in Schönefeld oder in einem anderen Ortsteil. Jeder Ortsteil benötigt individuelle Anlaufpunkte, um das Gemeinschaftsgefühl zu pflegen und zu erhalten“, sagt er. Als künftiger Gemeindechef wolle er dazu beitragen. „Die Menschen werden älter und vereinsamen. Spiel- und Bolzplätze, Dorfgemeinschaftshäuser oder kulturelle Treffpunkte sind identitätsstiftende Maßnahmen, um sich wohlzufühlen und das Gefühl einer Gemeinschaft zu haben, gebraucht zu werden, sich einzubringen, eine Aufgabe zu haben oder einfach nur miteinander zu reden.“ UR

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