Dahmeländer lieben Schokolade

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Mehr als 1600 Menschen arbeiten
in der Ernährungswirtschaft von LDS 

65 Sattelschlepper voll mit Schokolade: So groß ist der Hunger auf Süßes im Landkreis Dahme-Spreewald pro Jahr. Von der Tafel über die Praline bis zum Riegel: 1.570 Tonnen Schokolade aßen die Menschen hier zuletzt rein statistisch im Jahr. Das macht gut 9,5 Kilo pro Kopf. Beim Käse waren es 4.030 Tonnen. Das sind jährlich immerhin  24,5 Kilo pro Einwohner. Und beim Bier wurden 171.000 Hektoliter im Jahr getrunken, was einem Pro-Kopf-Konsum von 104 Litern entspricht. Schokolade, Käse, Bier – die Statistik, mit der die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) anlässlich der Grünen Woche aufwartete, verdeutlicht, welchen Stellenwert Lebensmittelindustrie und -handwerk auch in Produktion und Berufsleben des Landkreises haben.

Rund 1.620 Arbeitsplätze hängen im Kreis Dahme-Spreewald laut Arbeitsagentur an der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln. „Die Branche ist aber nicht nur regional ein Schwergewicht. Nimmt man den Umsatz, ist sie der drittgrößte Industriezweig in Deutschland“, sagt Uwe Ledwig von der NGG Berlin-Brandenburg. Schließlich gehe ein Großteil der Produktion auch in den Export und damit sozusagen auf den internationalen Teller.

Neue Food-Trends wie gluten- oder laktosefreies Essen seien eine Herausforderung auch für die heimische Ernährungswirtschaft, so Ledwig weiter. Die sei gut aufgestellt und belege bei Produktions- und Hygienestandards weltweit einen Spitzenplatz. „Kaum irgendwo ist die Lebensmittelsicherheit höher als bei uns“, sagt der Geschäftsführer der NGG Berlin-Brandenburg. Eine Voraussetzung für gutes Essen und Trinken sei jedoch, dass dieses fair produziert werde – angefangen vom Anbau der Zutaten bis hin zu den Arbeitsbedingungen in der Verarbeitung. Dazu hat die NGG eine lebensmittelpolitische Initiative gestartet. Uwe Ledwig: „Gute Ernährung und gute Arbeit gehören zusammen. Hygiene unter Zeitdruck – das kann zum Beispiel nicht gut gehen.“ Dies bedeute auch, dass Unternehmen Tarifverträge einhielten und sich an der Berufsausbildung beteiligten, betont der Gewerkschafter.

Mit Sorge sieht die NGG den Trend zur Verramschung: „Gerade bei Getränken, Fleisch und Süßwaren erleben wir regelrechte Rabatt-Schlachten in den Supermärkten. Damit werden Lebensmittel oft weit unter Wert verkauft“, kritisiert Ledwig. Weniger als 70 Cent für eine Tafel Marken-Schokolade sei in einer fairen und umweltgerechten Produktion nicht machbar. Solche Preise erhöhten den Druck auf die Beschäftigten und ihre Arbeitsbedingungen. An die Verbraucher appelliert die NGG daher, nicht nur auf den günstigsten Preis zu achten. „Gute Lebensmittel sollten den Menschen beim Einkauf etwas wert sein. Gleichzeitig können sie damit die heimische Wirtschaft stärken – und beim Essen neben dem Genuss auch noch ein gutes Gewissen haben.“

red / PI NGG-Region Berlin-Brandenburg / B: NGG

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