Der Blick ins Körperinnere

Katrin Spinola und Jens Bergemann mit dem Koloskop.

Medizinische Sonntagsvorlesung zu modernen endoskopischen Verfahren

Die 89. Medizinische Sonntagsvorlesung entführt am 11. März dieses Jahres in der TH Wildau in die eher unbekannten Regionen des menschlichen Körpers. „Was geschieht bei einer Darmspiegelung?“ fragen Jens Bergemann und Katrin Spinola, die als Oberarzt bzw. Teamleiterin der Funktionsdiagnostik am Achenbach-Krankenhaus tätig sind.

Die beiden Referenten stellen in ihrer Vorlesung zum Darmkrebsmonat März moderne Verfahren der Endoskopie vor und erklären, was bei einer Darmspiegelung geschieht und wofür sie wichtige Erkenntnisse ergibt. Der Verdauungsprozess ist ein komplexes Geschehen, das wichtigste Organ ist dabei der Darm. Bei einem Erwachsenen hat er eine beachtlich Länge von gut sieben Metern, beginnend beim Magenpförtner über den bis zu drei Meter langen Dünndarm, den Dickdarm bis zum After. „Schmerzen, Durchfälle, Verstopfung oder Blut im Stuhl sind die häufigsten Beschwerden, die für eine Darmspiegelung (Koloskopie) sprechen“, erklärt Oberarzt Jens Bergemann. Im Krankenhaus führt er diese Untersuchungen gemeinsam mit dem Team von Katrin Spinola durch, das sich auf endoskopische Untersuchungen und Funktionsdiagnostik spezialisiert hat. Bei einer Darmspiegelung wird ein endoskopisches Gerät eingeführt, in diesem Fall ein Koloskop. „Das ist ein dünner, beweglicher Schlauch mit eingebundener Mini-Kamera und Mini-Zangen oder Schlaufen“, beschreibt Katrin Spinola die Technik. „Die Kamera liefert Bilder der Darmwände, mit denen die Gründe für Beschwerden sichtbar werden.“

Polypen zum Beispiel sind Wucherungen der Darmschleimhaut, einige Millimeter bis zu mehreren Zentimetern groß, aus denen Darmkrebs entstehen kann. Sie werden bei der Untersuchung sogleich mit Hilfe der Mini-Instrumente entfernt. Proben davon werden bei einer feingeweblichen Untersuchung darauf geprüft, ob eine Krebserkrankung vorliegt. Darmkrebs ist in Deutschland die zweithäufigste Krebserkrankung. Jährlich erkranken mehr als 60000 Menschen neu daran. Wenn es in der Familie bereits Darmkrebserkrankungen gab, steigt die Wahrscheinlichkeit, selbst daran zu erkranken, auf 80 Prozent. „In diesen Familien empfehlen Ärzte häufiger eine Darmspiegelung“, sagt Jens Bergemann. „Die Bedeutung der Koloskopie wird daran erkennbar, dass alle, die eine Darmspiegelung hatten, viel seltener an Darmkrebs in fortgeschrittenem Stadium erkranken.“ Regulär tragen die Krankenkassen ab dem 55. Geburtstag die Kosten im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen alle zehn Jahre, da das Erkrankungsrisiko ab etwa 50 Jahren zunimmt.

Die Medizinische Sonntagsvorlesung am 11. März 2018 beginnt wie immer um 11 Uhr und findet im großen Hörsaal in Halle 14 der TH Wildau statt, direkt am S-Bhf. Wildau. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Themen und Referenten der Medizinischen Sonntagsvorlesungen sind auch im Internet abrufbar: www.klinikum-ds.de/ueber-uns/Veranstaltungen.

Ragnhild Münch 

F: Achenbach-Krankenhaus

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

*

Willkommen auf kw-kurier.de!

Um Ihnen ein angenehmes Online-Erlebnis zu ermöglichen, setzen wir auf unserer Webseite Cookies ein. Durch das Weitersurfen auf kw-kurier.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Detaillierte Informationen und wie Sie der Verwendung von Cookies jederzeit widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen „Cookies, Webanalyse-Dienste und Social Media“.