Der Umbruch hat erst begonnen

Neue Gewerbeflächen wie das Airgate-Center bringen nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch weiteren Verkehr nach Schönefeld. Grafik: FBB

IHK-Studie zur Mobilität in Schönefeld kommt auf die Tagesordnung des Landespolitik

Die Mobilitätsstudie der IHK Cottbus zum Verkehr rund um den Flughafen BER schlägt hohe Wellen. Über erste Reaktionen berichteten wir bereits in unserer letzten Ausgabe. Nun steht fest: Die vorgelegte Analyse, die im Kern einen 16-Punkte-Maßnahmeplan gegen einen befürchteten Verkehrskollaps beinhaltet, wird auch Einfluss auf die aktuelle Brandenburger Landespolitik haben.

Die Landtags-Abgeordneten haben die Studie auf die Tagesordnung des BER-Sonderausschusses des Brandenburger Landtages gehoben. Am 11. März sind die Verantwortlichen der IHK Cottbus, die Gutachter der Studie und Mitglieder des Dialogforums BER zu einem Fachgespräch in den Ausschuss eingeladen. Noch mit dabei: Vertreter der Landesregierung und der Flughafengesellschaft. Die direkt gewählte Landtagsabgeordnete aus der Flughafenregion

Tina Fischer (SPD) erklärt dazu: „Wir sehen in der IHK-Studie einen Anstoß für neue Ideen.“ Zwei Planungsbüros aus Berlin und Brandenburg haben sich im Auftrag der IHK acht Monate lang die derzeitige und die zu erwartende Situation rund um den Flughafen in Schönefeld angesehen. Dazu betrachteten sie einen Radius von 30 Kilometern und prognostizierten Entwicklungen für die Jahre 2020, 2025, 2030 sowie 2040.

Auf der einen Seite sehen sie ein beeindruckendes Wachstum der Region mit 135000 neuen Arbeitsplätzen auf mehr als 1000 Hektar neu erschlossenen Gewerbeflächen und mit knapp 70000 zusätzlichen Einwohnern. Unmittelbar am Flughafen Schönefeld werden derzeit rund 13 Millionen Passagiere jährlich gezählt, im Jahr 2040 werden es mehr als 50 Millionen sein. Auf der anderen Seite bedeute dies aber auch eine Herausforderung an die Verkehrsplanung, die bislang von völlig überholten Daten ausgehe. Die Investitionen in den Ausbau von Straßen und ÖPNV müssten jetzt erheblich forciert werden. Für die Autobahnen A100 und A113, auf denen derzeit täglich 130000 Autos unterwegs sind, rechnet man bis 2025 mit 200000 Fahrzeugen pro Tag. Dringend geboten seien daher zwei neue Anschlussstellen Hubertus und Kiekebusch sowie der vierspurige Ersatzbau der Brücke auf der A117 zwischen Bohnsdorf und Waltersorf. Auch das lokale Straßennetz muss nach Ansicht der Planer erheblich stärker ausgebaut werden, um Knotenpunkte zu entlasten.

Großes Augenmerk legt die Studie aber auch auf Bus und Bahn. Sie greift die Schönefelder Idee von der Verlängerung der U 7 bis zum Bahnhof Schönefeld und darüber hinaus zum Flughafen explizit auf. Die U-Bahn sei in der Lage, täglich bis zu 37000 Menschen zu befördern und damit die Situation deutlich zu entlasten. Schon jetzt sei der Bahnhof Schönefeld zu einem Umsteigepunkt zwischen Regional- und S-Bahn sowie dem länderübergreifenden Busverkehr geworden. Dieses Potential gelte es, stärker zu nutzen, wobei auch die Dresdner Bahn ab 2025 einsatzbereit sein müsse. Auch für den Bahnhof Königs Wusterhausen werden Umbauten gefordert, die eine Taktverdichtung der Regionalbahn ermöglichen.

TM

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