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Deutliches Plus bei Ausbildungsabschlüssen

Kammern mahnen dennoch Entlastung bei Ausbilungskosten für Kleinbetriebe an

Für gut 7100 Ausbildungsbetriebe, davon über 3500 im Handwerk und mehr als 3600 in der Industrie, im Handel sowie im Dienstleistungsbereich ist das zweite Ausbildungsjahr im Pandemiemodus gestartet. Nach geschlossenen Betrieben, Homeoffice und Kurzarbeit blicken die ausbildenden Unternehmen erwartungsvoll auf den Ausbildungsstart. Sie hoffen, den Krisenmodus hinter sich lassen zu können.

Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge für das gerade angefangene Ausbildungsjahr 2021/2022 stimmt zuversichtlich: Knapp 5500 junge Menschen starten in Brandenburg aktuell in ihre Ausbildung. Das sind 8,3 Prozent mehr als im Vorjahr. „Die Ausbildungsbetriebe im Handwerk setzten unter Coronabedingungen alles daran, Ausbildung zu ermöglichen, neue zu schaffen und so ihre Fachkräftebasis zu stärken“, sagt Robert Wüst, Präsident des Handwerkskammertages des Landes Brandenburg. „Auf vielen Wegen begeisterten sie junge Schulabsolventen und Schulabsolventinnen, Eltern und Familien für einen der 130 Ausbildungsberufe im Handwerk und damit für sich selbst. Das Plus an Ausbildungsverträgen ist auch ihr Verdienst. Dennoch bleibt unsere Forderung an die Politik nach einer dauerhaften Entlastung gerade der Kleinst- und Kleinbetriebe bei den Ausbildungskosten. Jeder Ausbildungsbetrieb, der verloren geht, weil er Ausbildungskosten nicht mehr tragen kann, ist einer zu viel.“

Noch bis Ende Oktober können junge Menschen eine Ausbildung im Land Brandenburg beginnen. Die Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern des Landes melden aktuell noch rund 1300 freie Lehrstellen in über 60 Handwerksberufen und über 1700 in Industrie, im Handel, der Gastronomie und im Dienstleistungsbereich. Experten der Passgenauen Besetzung matchen Ausbildungsinteressierte mit Unternehmen, helfen bei der Vorbereitung von Bewerbungsgesprächen oder der Erstellung von Bewerbungsunterlagen. Im Handwerk ist der Bedarf besonders in den Bereichen Kraftfahrzeugmechatroniker/in, Elektroniker/in, Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Metallbauer/in sowie Friseur/in groß. Die IHK meldet bei den Kaufleuten im Einzelhandel sowie den Metall- und Elektroberufen den größten Bedarf.

„Trotz Pandemie, trotz vager Zukunftsaussichten zählen wir mehr Ausbildungsverträge als vor einem Jahr“, sagt Carsten Christ, Präsident der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg für die Landesarbeitsgemeinschaft der Brandenburgischen Industrie- und Handelskammern. „Das zeigt, dass die brandenburgischen Betriebe verstärkt auf die eigene Fachkräfteentwicklung setzen. Aber nach wie vor brauchen die Ausbildungsbetriebe gute Rahmenbedingungen: ausbildungsreife Schulabgänger, erreichbare Berufsschulen und eine zeitgemäße digitale Infrastruktur. Außerdem kann es nicht sein, dass Azubis bereits in der ersten Woche im neuen Schuljahr nicht unterrichtet werden können, weil altersbedingte Abgänge von Berufsschullehrern nicht adäquat ersetzt werden.“

RED / PI HWK und IHK

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