Dichtheitsprüfung für den Hausanschluss

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Ein Ratgeber in drei Teilen – Teil 2: Ist dicht schon Pflicht?

Immobilienbesitzer und Hausverwaltungen stolpern zwangsläufig irgendwann über das Thema: Dichtheitsprüfung von Hausanschlüssen. Was genau in Brandenburg aber vorgeschrieben ist, darum ranken sich zahlreiche Mythen. Für Teil 2 der Serie mit Tipps rund um die Haus- und Grundstücksentwässerung hat der KaWe Kurier bei Joachim Gronau, Geschäftsführer von BRAUCO Rohr- und Umweltservice, nachgefragt.

KaWe Kurier: Herr Gronau, warum müssen Hausanschlussleitungen dicht sein?

J. Gronau: Weil Undichtigkeiten in erdverlegten Schmutzwasserleitungen zu Verunreinigungen von Erdreich und Grundwasser mit Schadstoffen führen. Besonders in Wasserschutzgebieten ist das ein großes Problem. Erschreckenderweise haben Studien aber belegt, dass über die Hälfte aller Hausanschlüsse in Deutschland undicht sind.

KaWe Kurier: Sind Hauseigentümer deshalb verpflichtet, die Dichtheit ihrer Hausanschlüsse bis zu einem bestimmten Termin nachzuweisen?

J. Gronau: Das wird zwar immer wieder gern behauptet, leider auch von weniger seriösen Kollegen aus der Sanierungsbranche, ist so aber nicht korrekt. In Berlin und Brandenburg gibt es aktuell keine verbindlichen Fristen. Ausnahme sind Grundstücke, die sich in Wasserschutzgebieten befinden. Dort gelten spezielle wasserbehördliche Regelungen. Grundsätzlich schreiben die Gesetze aber die Instandhaltung des Kanalisationssystems zur ordnungsgemäßen Abwasserbeseitigung vor.

KaWe Kurier: Das heißt?

J. Gronau: Das heißt, dass sich jeder „Betreiber“ von erdverlegten Entwässerungsanlagen mit dem Thema beschäftigen sollte. Bislang ist noch Eigeninitiative gefragt. Die Prüfpflicht wird aber über kurz oder lang kommen. Vergessen sollte man zudem nicht, dass Entwässerungsanlagen eine erhebliche Wertkomponente einer Immobilie darstellen.

KaWe Kurier: Wie wird denn eine solche Dichtheitsprüfung durchgeführt?

J. Gronau: Der Dichtheitsprüfung muss immer eine Reinigung der Leitungen vorausgehen. Bei BRAUCO Rohr- und Umweltservice empfehlen wir zudem, diese grundsätzlich mit einer Kamerainspektion zu verbinden. Werden dabei schon Schäden festgestellt, kann auf die anschließende Dichtheitsprüfung von vornherein verzichtet werden. Eine präzise Bestands- und Zustandserfassung im Vorfeld hilft zudem bei der Auswahl eines geeigneten Sanierungsverfahrens. Reicht eine Reparatur aus, müssen Rohre ausgekleidet werden oder ist sogar eine Erneuerung erforderlich? Das kann sich später deutlich kostenmindernd auswirken. Die Dichtheitsprüfung selbst wird mittels Luft und/oder Wasserdruck durchgeführt.

KaWe Kurier: Kann das jeder Anbieter am Markt leisten?

J. Gronau: Qualität und Preise differieren stark. Hauseigentümer und -verwaltungen sollten unbedingt auf RAL-Gütezeichen achten, die in der Regel eine fachgerechte Ausführung garantieren. Zertifizierte Berater für Grundstücksentwässerung bieten ihnen zusätzlich Sicherheit.

Die Erscheinungstermine der Serie:

Teil 1: Was tun? Hilfe bei Rohrverstopfungen 02.10.2018

Teil 2: Schon Pflicht? Dichtheitsprüfung Hausanschluss 06.11.2018

Teil 3: Fettabscheider – zwischen Küche und Kanalisation  04.12.2018Artikel verpasst? Kein Problem.

Fordern Sie Ihr persönliches Exemplar an unter info@brauco.de

Berufsprofil:

DT | KaWe-Kurier online

Was macht eigentlich ein TV-Inspekteur?

Ausbildung: techn. Ausbildung, z.B. als Fachkraft für ­Rohr-, Kanal- und Industrieservice, Umwelttechniker, Bau- oder Vermessungsingenieur

Aufgaben: Optische Inspektion und Dichtheitsprüfung von Entwässerungsanlagen, Fahrzeugführung, PC-Arbeit

Anforderungen: Technisches Verständnis, Präzision, Führerschein, Computerkenntnisse

Chancen: Abwechslungsreiches und anspruchsvolles Arbeitsgebiet, zukunftsfähige Arbeitsplätze mit guter Entlohnung

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