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Dienstag, Februar 27, 2024
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Ein neues Führungsduo steht nun an der Spitze 
der Schulzendorfer se.services GmbH

Vor einigen Monaten übernahmen Marina Schöning und Phillip Mally die Unternehmensleitung des Schulzendorfer Unternehmens se.services GmbH von den langjährigen Geschäftsführern Thomas Troppens und Thomas Audien. Aus diesem Grund trafen wir uns mit ihnen zu zwei Doppelinterviews, um das weitverbreitet Problem der Unternehmensnachfolge bei einem privat geführten Mittelständler am Beispiel der se.services zu beleuchten.

Das erste Interview führten wir mit den scheidenden Geschäftsführern Thomas Troppens und Thomas Audien, die seit der Gründung der se.services GmbH die Geschicke des Unternehmens leiten.

KaWe-Kurier: Seit wann beschäftigen Sie sich mit dem Problem der ­Unternehmensnachfolge bei der se.services?

Thomas Audien: Planvolles und vorausschauendes Handeln ist stets Grundsatz der Geschäftsleitung gewesen. So war für uns immer wichtig, für unser Unternehmen eine vielfältige Ausrichtung und ein bereites Kundenspektrum zu entwickeln und weiterhin die Leistungen im eigenen Hause, also mit eigenen Mitarbeitern zu realisieren. Um das zu erreichen, müssen die Mitarbeiter mitgenommen werden, das heißt offen sein für neue technische Entwicklungen und Geschäftsfelder, für Qualifizierungen und für die Anforderungen der Kunden. Das ist uns gelungen. Die se.services ist ein geschätzter Partner für die Errichtung elektrotechnischer Anlagen regional aber auch weit darüber hinaus. Wir sehen das als große Errungenschaft an, und diese Errungenschaften haben wir uns gemeinsam mit unseren Mitarbeitern erarbeitet.

Thomas Troppens: Genauso vorausschauend haben wir bereits vor Jahren an das Problem der Unternehmensnachfolge gedacht. Dabei haben uns verschiedene Fragen beschäftigt: Wie können die Geschicke der Firma in der Zukunft gelenkt werden? Kann die Firmenphilosophie mit über 60-jähriger Geschichte fortgesetzt werden? Können alle Arbeitsplätze erhalten bleiben? Identifizieren sich die Mitarbeiter auch in Zukunft mit dem Unternehmen?

Diese Fragen und die Verpflichtung gegenüber unseren Mitarbeitern haben wir in den letzten Jahren in sorgfältigen Überlegungen immer wieder konkretisiert und sind zu der Erkenntnis gekommen: Die Verantwortung für die Firma und die Mitarbeiter soll aus eigener Kraft erfolgen und muss von innen heraus entwickelt und getragen werden!

Welche Alternativen hätte es denn für die Firmen-interne Unternehmensnachfolge gegeben?

Thomas Audien: Im Wesentlichen hätte es noch die Möglichkeit der Übernahme durch einen Mittelständler aus der gleichen Branche oder die Weiterführung durch externe Interessenten gegeben. Diese Alternativen hätten unsere Ziele und die Fortsetzung der Firmenphilosophie unter Umständen gefährdet.

Aus welchen Gründen fiel ihre Wahl auf Marina Schöning und Phillip Mally?

Thomas Troppens: Frau Schöning ist seit 2017 bei uns im Unternehmen. Sie hat ein kaufmännisches Studium absolviert und verfügt über ein breites Wissen über die Baubranche. Wir haben vor mehreren Jahren ganz bewusst nach außen geschaut, um betriebswirtschaftliches Know-how in die Firma zu holen. Eine der Bewerberinnen war Frau Schöning. Sie hatte damals schon Erfahrungen in einem mittelständigen Unternehmen gesammelt. Für uns war sie wie ein Geschenk des Himmels! Sie hat sehr guten Kontakt zu unseren Mitarbeitern und Kunden. Bei der Suche nach unseren Nachfolgern waren wir uns einig: Sie hat das Zeug dazu!

Thomas Audien: Phillip Mally hat in unserer Firma seine Ausbildung absolviert und in seiner anschließenden Facharbeitertätigkeit fast alle Stationen im Unternehmen durchlaufen. Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Qualifikation zum Meister hat er sofort Verantwortung in der Projektleitung übernommen und mit seiner Zielstrebigkeit und in Gesprächen zum Ausdruck gebracht, dass er Ambitionen hat mehr Verantwortung zu übernehmen.

Seit 2019 wurden dann die potentiellen Nachfolger in weitere Aufgaben eingearbeitet, stufenweise Kompetenzen übergeben und in Entscheidungen einbezogen. Von da an nahm der Übergabeprozess Gestalt an. Mit dem 31. Dezember 2020 wurde der Wechsel abgeschlossen.

Welche Erwartungen haben Sie an Ihre Nachfolger?

Thomas Troppens: Wir knüpfen an unsere Nachfolger die Erwartung, dass sowohl das Betriebsklima als auch die ­Kundenkultur so erhalten bleiben wie sie sind. Das zeigt sich zum Beispiel an unseren ehemaligen Mitarbeitern, die immer noch gerne in den Betreib kommen. Und natürlich muss der unternehmerische Erfolg erhalten bleiben. Wir sind überzeugt davon, dass Frau Schöning und Herr Mally das Unternehmen erfolgreich weiterführen und weiterentwickeln werden!

Im zweiten Interview sprachen wir mit den neuen Geschäftsführern Marina Schöning und Phillip Mally.

Warum haben Sie sich entschlossen, die Nachfolge von Herrn Troppens und Herrn Audien anzutreten?

Phillip Mally: Bei mir war das eigentlich nie eine Frage. Ich habe hier meine Lehre gemacht und alle Stationen im Betrieb durchlaufen. Daher war es für mich eine logische Folge, auch irgendwann darüber nachzudenken, die Nachfolge an der Unternehmensspitze anzutreten. Dazu gab es viel positives Feedback aus der Belegschaft. Wir wussten beide, dass wir dabei in „große Fußstapfen“ treten!

Marina Schöning: Wir beide sind davon überzeugt, dass wir das können und uns auch weiter entwickeln werden. Außerdem ergänzen wir uns perfekt und es herrscht Harmonie zwischen uns. Aber natürlich muss man sich so einen Schritt gut überlegen. Schließlich übernehmen wir hier die Verantwortung für 130 Mitarbeiter. Und die sollten sich auch mit der Lösung wohl fühlen. Entscheidend für uns war natürlich auch der starke Rückhalt in der Familie.

Wie und in welchem Zeitraum erfolgte die Übernahme?

Marina Schöning: Die Übergabephase begann bereits im Oktober 2019. Da ging es zunächst darum, ob die Übernahme der Firma für uns in jeglicher Hinsicht überhaupt darstellbar ist. Da braucht man gute Beratung. Aber wir haben von Anfang an den starken Rückhalt sowohl der Handwerkskammer als auch der Bürgschafts- und unserer Hausbank gespürt. Wichtig war uns auch die offene Kommunikation der Unternehmensübergabe an die Mitarbeiter. Dafür haben wir jedem Kollegen einen persönlichen Brief geschrieben, in dem wir uns vorgestellt und unsere Ziele dargelegt haben.

Marina Schöning: Gut für uns war dabei, dass Herr Troppens und Herr Audien tatsächlich den Mut hatten, ihr Lebenswerk loszulassen. Davor ziehe ich den Hut!

Phillip Mally: Daher haben wir darum gebeten, dass Herr Troppens und Herr Audien auch weiterhin beratend da sind. Wir denken, dass ist die beste Lösung für alle!

Was sind Ihre mittel- und langfristigen Ziele?

Marina Schöning: Wir wollen auch weiterhin gemeinschaftlich mit unseren Mitarbeitern umgehen. Dazu gehört für uns Transparenz und dass Entscheidungen begründet werden. Dazu wollen wir die Unternehmenskommunikation stärken und eine offene Fehlerkultur entwickeln.

Phillip Mally: Andere Ziele sind ganz praktischer Natur. So wie die ständige Verbesserung von Prozessabläufen. Und natürlich muss das Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich sein. Wichtig sind uns auch die Schaffung und Erweiterung von beruflichen Perspektiven vor allem für junge Mitarbeiter. Die Kollegen sollen sich in unserem Unternehmen wohlfühlen, idealerweise von der Lehre bis zur Rente!

Es fragte V. Elbe

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