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Die Heimat vergisst man nie!

Deutsche Delikatessen und Oktoberfest in Kalifornien: Der Ragower Georg Trölenberg feierte in den USA sein 50. Firmenjubiläum

Wie bereits im August 2002 anhand von Peter Gennat, den Spross der einstmals bekannten Neue Mühler Fleischerfamilie Gennat, im KaWe-Kurier über eine erfolgreiche Auswanderergeschichte berichtet wurde, so lässt sich nun auch über den Ragower Georg Trölenberg, ebenfalls Jahrgang 1935, so einiges erzählen! Er feierte gerade sein 50. Firmenjubiläum in den USA.

Genau wie Peter Gennat lernte auch Georg das Fleischerhandwerk in Schulzendorf, nachdem er in Ragow seine Schulzeit absolviert hatte. Nach weiteren 2 Jahren Gesellentätigkeit in Berlin zog es ihn in die Ferne – er ging von 1956 bis 1960 in Kanada auf Wanderschaft und arbeitete in Städten wie Winnipeg, Toronto, Montreal, Vancouver und Nord Bay. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland heiratete er 1962 in Hamburg und wurde Vater zweier Töchter, die in Hamburg und Westberlin geboren wurden. Im Jahre 1964 zog er dann mit der Familie endgültig nach Kalifornien und erfüllte sich so seinen Kindheitstraum.

In Calimesa, nahe bei Los Angeles, eröffnete er 1970 sein eigenes Geschäft mit „Deutschen Delikatessen“. Die angelieferten Schweinehälften wurden hier vom Chef persönlich jeden Tag verarbeitet und den Kunden in der Fleisch- und Wursttheke stets frisch präsentiert. Auch die Spreewälder Gurken aus der Heimat bereichern schon von Beginn an sein vielfältiges Angebot an Lebens- und Genussmitteln.

Viele deutschsprachige Auswanderer kommen gern in den liebevoll geführten Laden, auch deshalb, weil man hier die Muttersprache sprechen konnte. Die zahlreiche Kundschaft ist mit dem Angebot sehr zufrieden, und einige legen für ihren Einkauf auch mehr als 100 Meilen zurück! Selbst Schauspieler Hardy Krüger Senior lässt sich manchmal im Geschäft blicken. Nach der Erweiterung des Ladens mit einem separaten Imbissbereich war jetzt auch mehr Platz entstanden, und traditionell wird hier auch jedes Jahr zünftig das Oktoberfest gefeiert..

Aber trotz der Arbeit im Laden blieb auch immer Zeit für Urlaubsreisen, die Georg mit seiner Familie auch öfter nach Deutschland zu seinen Verwandten und Bekannten unternahm. In Ragow ist Georg bzw. Jockel, wie ihn einige hier in seiner Kinder- und Jugendzeit gerufen haben, auch zu vielen feierlichen Anlässen immer ein gern gesehener Gast. Kein Aprilscherz, am 1. April 2020 wurde das Firmenjubiläum gefeiert. Und wie am ersten Tag steht Georg auch 50 Jahre später gern in seinem Laden. Auch die deutschsprachige Wochenzeitung „Neue Presse USA“ war vor Ort und berichtete über dieses Ereignis.

Übrigens: Den KaWe-Kurier von 2002 mit dem Artikel über Peter Gennat hat Georg aufgehoben. Damals berichtete der Kurier über den Königs Wusterhausener Auswanderer, der 1958 in die USA zog und dort seit den 1960er Jahren in Teaneck, New Jersey sehr erfolgreich eine deutsche Fleischerei betrieb. Seit den 1990er Jahren ließ er sich von seinem Jugendfreund Siegfried Vahlpahl regelmäßig den KaWe-Kurier in die USA schicken, um so über die Geschehnisse in der alten Heimat informiert zu sein. Als wir von dieser Geschichte erfuhren, berichteten wir im Sommer 2002 über das abenteuerliche Leben Peter Gennats, der uns aus diesem Anlass ein Foto von sich und seinen Enkeln vor der Skyline von New York zukommen ließ. Das besondere an dem Foto war der KaWe-Kurier, den Gennat stolz in seinen Händen hielt. Dass Geog Trölenberg nun auch ein Bericht in dieser Zeitung gewidmet wird, soll eine kleine Überraschung zu seinem 85. Geburtstag am 5. Dezember sein. RED/ Jörg Trölenberg

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