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Die Solidarität jedes Einzelnen ist gefragt

Corona-Epidemie: Landkreis und Kommunen arbeiten eng zusammen, um die Herausforderungen besonnen und abgestimmt zu bewältigen

Der Landkreis Dahme-­Spreewald reagiert auf die rasanten Entwicklungen der aktuellen Corona-Pandemie. Seit drei Wochen arbeitet bereits ein Einsatzstab rund um den Landrat in Abstimmung mit dem Landesgesundheitsministerium und Robert-Koch-Institut zusammen, der nun zu einem Krisenstab umfunktioniert worden ist. Sämtliche Fachressorts der Kreisverwaltung haben zusammen mit Vertretern der Krankenhäuser, des Rettungswesens, der Polizei, des Katastrophenschutzes, der kreiseigenen Verkehrsgesellschaft und weiterer Behörden die erforderlichen Aufgaben festgelegt. Im Mittelpunkt steht die Aufrechterhaltung der Handlungs- und Funktionsfähigkeit des Landkreises vor dem Hintergrund der durch die Landesregierung Brandenburg für diesen Mittwoch verfügten Schließungen sämtlicher Kitas und Schulen.

Seit Ende letzter Woche wurde zusammen mit den Kommunen an einem Konzept für die alternative Betreuung von Schulkindern und Kitakindern von Eltern gearbeitet, die in Bereichen der sogenannten kritischen Infrastruktur tätig sind, erklärt Gesundheitsdezernent Carsten Saß. „Zu diesen Tätigkeitsbereichen zählen beispielsweise Medizin, Pflege, Versorgung mit Energie, Wasser, Lebensmittel, Arznei, Polizei, Justiz, Feuerwehr, Bildung, Erziehung oder Verwaltung“, sagt er. Man werde mit den kreisangehörigen Kommunen eine geordnete Notbetreuung sichern. Dafür sind in den Kommunen Einrichtungen fest gelegt worden.

Bereits am vergangenen Freitag trafen sich die Bürgermeister und Amtsdirektoren der Dahme-Spreewald-Kommunen im Lübbener Landratsamt zu einer Sonderberatung. „Es war eine sehr informative und konstruktive Abstimmungsrunde mit den Vertretern des Landkreises und meinen Kollegen in den Städten, Ämtern und Gemeinden. Wir sind uns darin einig, die Herausforderungen in dieser hochdynamischen Coronavirus-Lage als Hauptverwaltungsbeamte nur besonnen und abgestimmt zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger bewältigen zu können“, erklärte Zeuthens Bürgermeister Sven Herzberger als Vorstand der Kreisarbeitsgemeinschaft des Städte- und Gemeindebundes. Sowohl die Runde der Hauptverwaltungsbeamten als auch der Einsatzstab kommen in dieser Woche erneut zusammen.

Inzwischen sind im Landkreis weitgehend alle Veranstaltungen abgesagt sowie die Kultur-, Freizeit- und Sporteinrichtungen geschlossen worden. Lieb gewordene Traditionen wie Oster- und Frühlingsfeste wird es in diesem Jahr nicht geben. Die Stadt Königs Wusterhausen teilt mit, dass aufgrund der Schließung der Bibliotheken die Leihfristen der ausgeliehenen Medien automatisch verlängert werden. Bis dahin kann die Onleihe im Internet auf www.stadtbibliothek-kw.bibliotheca-open.de genutzt werden, um sich Bücher und Hörbücher digital auszuleihen.

Laut Allgemeinverfügung des Landkreises gilt, dass Großveranstaltungen mit einer Teilnehmerzahl von mindestens 1000 Personen generell ausfallen müssen. Angeordnet wurde außerdem, dass sämtlicher Veranstaltungen mit mindestens 100 Teilnehmenden beim Landratsamt anzuzeigen sind. Das Kreisordnungsamt bittet dabei um die Nutzung des einheitlichen Meldeformulars. Dieses Dokument ist über den Internetauftritt des Landkreises Dahme-Spreewald unter www.dahme-spreewald.info/de/coronavirus abrufbar. Der Landkreis vertraut darüber hinaus auch auf das verantwortungsvolle und eigenständige Agieren von Veranstaltern und empfiehlt dringend, bis auf weiteres alle Kulturveranstaltungen abzusagen oder zu verschieben. Außerdem gilt ab sofort für alle Reise-Rückkehrer, die sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet oder einem besonders betroffenen Gebiet aufgehalten haben, dass sie für einen Zeitraum von 14 Tagen beginnend ab der Rückkehr Einrichtungen wie Kitas, Schulen, Hochschulen, Heime, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen nicht betreten dürfen.

Aktuelle Informationen für Bürger zur Coronavirus-Thematik gibt es im Internetauftritt des Landkreises Dahme-Spreewald unter www.dahme-spreewald.info/de/coronavirus. Hier ist unter anderem ein Frage-Antwort-Katalog abrufbar. Außerdem wurde vom Landkreis Dahme-Spreewald ein Bürgertelefon eingerichtet, das täglich von 8 bis 18 Uhr unter der Rufnummer 03375/262146 zu erreichen ist. Für allgemeine Informationen zum Thema Coronavirus können auch folgende Angebote genutzt werden: Telefon-Hotline des Bundesministeriums für Gesundheit unter der Rufnummer 030/346465100 oder Telefon-Hotline der Unabhängigen Patientenberatung unter der Rufnummer 0800/330461532. Beim Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) ist ein Bürgertelefon zum Coronavirus unter der Rufnummer 0331/8683777 eingerichtet.

 

Dahme-Spreewalds Kreisbrandmeister Christian Liebe erklärt, dass es vorerst keine kreisliche Ausbildung im Bereich ­­Brand- und Katastrophenschutz geben wird. Die Feuerwehren und die Einheiten und Einrichtungen des Katastrophenschutzes nehmen in der täglichen nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr, aber auch im Zivil- und Katastrophenschutz eine zentrale Rolle ein. „Die Gewährleistung der Einsatzbereitschaft dieser Einheiten gilt es daher in kritischen Situationen besonders zu schützen. Aus diesem Grund haben wir entschieden, vorerst bis Ostern, keine kreislichen Ausbildungen mehr stattfinden zu lassen“, informiert er. In Abstimmung mit dem Kreistagsvorsitzenden Georg Hanke sind ebenfalls alle bis Ende März geplanten Sitzungstermine der vorberatenden Fachausschüsse des Kreistages abgesagt worden. Die Sitzung des Kreisausschusses am 1. April sowie die Sitzung des Kreistages am 22. April finden nach dem gegenwärtigen Stand statt. Aller Voraussicht nach nicht statt finden wird die Stadtverordnetenversammlung von Königs Wusterhausen am 30. März.

Gesundheitsdezernent Carsten Saß wirbt für eine breite Akzeptanz für die notwendigen Maßnahmen: „Bitte bleiben Sie besonnen und achtsam. Halten Sie die angeordneten Maßnahmen ein und folgen Sie ausgesprochenen Empfehlungen. Damit übernehmen Sie Verantwortung für sich und Ihre Mitmenschen“. Bezüglich des kreislichen Bürgertelefons zum Corona-Geschehen sagt er: „Ich bitte ausdrücklich, diese Hotline nicht unnötig zu blockieren und in einem höflichen Umgangston mit dem Gegenüber umzugehen. Es stehen viele Informationen auch online zur Verfügung.“ Ein eindringlicher Appel ergeht auch von der Bundesvorsitzenden der Lebenshilfe und Gesundheitsministerin a.D. Ulla Schmidt mit Blick auf die Schwächsten der Gesellschaft – die Behinderten: „Wir müssen auf Menschen mit Behinderung in besonderer Weise achten! Sie haben wegen Vorerkrankungen häufig ein erhöhtes Risiko, schwer zu ­erkranken – in den Einrichtungen, Zuhause, bei der Arbeit und in Schulen. Ihren Schutz und ihre Versorgung sicherzustellen, ist unsere gemeinsame Aufgabe.“

Nach wie vor gilt: Husten, Schnupfen oder Fieber können viele Ursachen haben. Der Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus ist dann begründet, wenn die betreffende Person an Erkrankungen der Atemwege bzw. unspezifischen Symptomen leidet und zuvor in einem Risikogebiet war oder Kontakt mit einer infizierten Person hatte. Ist das der Fall, sollte man sich telefonisch beim Hausarzt oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116117 melden.

Aktuell – Stand Montag Mittag – sind im Landkreis 5 bestätigte Corona-Fälle zu verzeichnen. Auch nach diesen ersten Krankheitsfällen gilt es, besonnen zu bleiben. Dazu gehört die Einhaltung der Hygieneregeln als oberstes Gebot. Hier steht neben der Nies-Etikette die persönliche  Händehygiene an erster Stelle. Außerdem sollte man auf Begrüßungsrituale mit Körperkontakt verzichten und Abstand zu Personen halten. Reisen in Risikogebiete sollten unterbleiben. Wer erkältet ist, sollte zum Husten oder Niesen ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge benutzen und sich gegebenenfalls krankmelden.

RED

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