Die U-Bahn vor der Haustür

Seit Montag kann für die Fahrt von Schulzendorf zur U-Bahn Rudow der Bus per App quasi vor die Haustür bestellt werden. Fotos: T. Müller

Der Bus BerlKönig BC bringt Schulzendorfer aus allen Ecken der Gemeinde direkt nach Berlin-Rudow

Die U-Bahn in Schönefeld wird seit langem diskutiert, die U-Bahn in Schulzendorf ist schon da. Jedenfalls jubiliert Schulzendorfs Bürgermeister Markus Mücke, dass der seit Montag zwischen dem Gemeindegebiet und dem Berliner U-Bahnhof Rudow verkehrende Bus „BerlKönig BC“ schon so etwas ist wie ein direkte U-Bahn-Verbindung in die Berliner City.

Auf alle Fälle ist das gemeinsam von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), dem Landkreis LDS sowie den Gemeinden Schulzendorf und Zeuthen entwickelte Modellprojekt ein Novum in ganz Deutschland. Per Smartphone können sich die Schulzendorfer über die App „BerlKönig BC“ den Bus in den Berufsverkehrszeiten Montag bis Freitag von 5 bis 9 Uhr und 14 bis 20 Uhr quasi vor die Haustür bestellen. Insgesamt sind im Ortsgebiet sowie in einem kleinen angrenzenden Bereich von Zeuthen 430 Haltepunkte festgelegt, wo ein- und wieder ausgestiegen werden kann. Somit betrage der Fußweg im Ort maximal 100 Meter. Die App berechnet zudem die genaue Abfahrtszeit. Das Fahrtziel in Richtung Berlin ist fest definiert – es ist immer der U-Bahnhof Rudow, von wo alle fünf Minuten eine Bahn ins Stadtzentrum fährt. „Damit wollen wir vor allem ein Angebot für Berufspendler schaffen, auf das Auto zu verzichten“, sagt Landrat Stephan Loge, der stolz auf die länderübergreifende Zusammenarbeit ist. Für den Bus gilt das BC-Ticket, pro Fahrt wird eine Art Schutzgebühr von 50 Cent erhoben, damit die Fahrgäste ihre Platzreservierungen auch ernst meinen. Die gesamte Bezahlung erfolgt bargeldlos. Nutzer müssen sich für die App registrieren und ein Kreditkarten- bzw. ein Paypal-Konto hinterlegen.

Motor des von der Bundesregierung mit einer Million Euro geförderten Projektes ist die BVG. Sie hat gemeinsam mit dem Software-Hersteller ViaVan die App entwickelt, die die jeweiligen Fahrwege optimal bündelt. „Einstiegs- und Wartezeiten werden so minimal wie möglich gehalten, wir sind pünktlich, der Fahrgast muss es auch sein“, sagt BVG-Verkehrsplaner Helmut Grätz. Je nach Verkehrsaufkommen rechne man mit einer Fahrtzeit von 15 bis 28 Minuten. Es sind drei Busse mit jeweils 10 Sitzplätzen unterwegs. Fahrzeuge und Fahrer werden durch die Berliner Taxi-Innung gestellt. „Wenn die Schulzendorfer den Bus nutzen, dann haben wir auch weniger Autos auf den Straßen Richtung Berlin und es geht schneller“, sagt Markus Mücke, der daran erinnert, dass die 8000-Einwohner-Gemeinde aufgrund des neuen Wohngebietes „Am Ritterschlag“ mit weiteren Zuzug aus Berlin rechnet. TM