Doch möööglich?

Nichts ist unmöööglich, meint ein Autohersteller. Stimmt. Keiner hätte geglaubt, was sich Ende des Jahres bei der Präsidentenwahl in den USA abspielte: Chaos-­Schlagzeilen pur. Trump wollte das Ergebnis nicht akzeptieren. Und KW hat was mit den USA gemein: Es hat in den letzten Monaten auch für reichlich unschöne Schlagzeilen gesorgt. In KW wurde im März der bis dato regierende Bürgermeister in einem Bürgerentscheid mit großer Mehrheit abgewählt. Die Kritiker hielten seine Blockadepolitik bei Entscheidungen des Stadt-Parlaments nicht mehr für tragbar. Die USA haben nun einen neuen Präsidenten, KW brauchte einen neuen Bürgermeister. Aber wer da dachte, der alte würde den Willen der KWer Wähler, die sich mehrheitlich gegen ihn entschieden hatten, akzeptieren, der irrte. Aber gewaltig. Er wollte sich – wie Trump bei seiner verlorenen Wahl – mit dem Resultat nicht zufrieden geben und bei den Bürgermeisterneuwahlen Anfang Juli zurück ins Amt. Er kandidierte ganz ungeniert wieder. Trump kann auf Unterstützung der rechten Republikaner zählen. Der KWer auf seine ihm Ergebenen von den Freien Wählern. Und die AfD. Die war die einzige Partei, die an seiner Seite war und ist. In KW wie in Amerika: Es gab viel gegenseitiges Gezänk und Anschuldigungen, Anzeigen und anderes politisch Unappetitliches. Die Anwälte hatten voll zu tun, all das koste dem Staat dort wie der Stadt hier. Aber es gab auch kabarettistische Töne. So teilte der Einstige vor der Wahl mit: „Ich habe große Demut vor dem Bürgermeisteramt. Zugleich ist es für mich der beste Job der Welt.“ Wer ihn erlebte, kriegte sich darüber nicht mehr ein. Oder seine Frau. Sie warb: „Königs Wusterhausen… stellt die Weichen: Ein Zurück in alte Zeiten oder Fortschritt für unsere Stadt!“ Was sie auch immer damit meinte. Ein Zurück mit ihm? KW stellte dann die Weichen: Eine Mehrheit hat am 4. Juli die gemeinsame Kandidatin von SPD, CDU, Grünen, Die Linke und Wir für KW Michaela Wiezorek zur neuen Bürgermeisterin gewählt. Ihr Anspruch auch: Fortschritt für die Stadt. Kein zurück in alte Zeiten! Nun soll wieder Ruhe einkehren.

Wird sie es und für wie lange? Im nächsten Jahr wird ein neuer Landrat für LDS gewählt, der dann im „St. Stephansdom“ in Lübben, dem Landratsamt, die Chef-Loge besetzen wird … Und es ist nicht unmöglich, dass der nicht wiedergewählte Bürgermeister von KW keine Ruhe gibt und es diesmal dort, auf höherer Ebene, wissen will. Nicht wirklich? Das hatte nach dem eindeutigen KWer Bürgerentscheid im Frühjahr auch keiner gedacht, als danach der Ex-Bürgermeister ohne Einsicht wieder antrat. Nichts ist unmöööglich! Und überhaupt.