Ein Fest für alle

Stadtteilfest „30 Jahre Neubaugebiet KW“ auf dem Fontaneplatz

Am Sonnabend wird auf dem Fontaneplatz groß gefeiert! Mit tollen Angeboten für Groß und Klein. Der Anlass des Festes ist die Fertigstellung des Neubaugebiets Königs Wusterhausen fast auf den Tag genau vor 30 Jahren.

Grund genug für uns, einmal in die Historie dieses ausgedehnten Wohngebiets zu schauen. Schließlich handelte es sich bei dem Projekt um das größte jemals in einer Kreisstadt der DDR errichtete Neubaugebiet.

Dass es überhaupt zur Entstehung des KWer Neubaugebiets – ebenso wie so vieler anderer Neubaugebiete in der DDR der 1970er und 1980er Jahre –  kam, war auf einen fundamentalen Politikwechsel Anfang der 1970er Jahre zurückzuführen. Auf dem VIII. Parteitag der SED 1971 – dem ersten unter der Leitung Erich Honeckers – wurde „die Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“ beschlossen. Die Politik sollte sich mehr am „Wohl des Volkes“ orientieren. Die bis dahin unter Walter Ulbricht stark auf den Aufbau einer leistungsfähigen Wirtschaft ausgerichtete Politik wurde ad acta gelegt. Kern des neuen politischen Kurses war ein gigantisches Wohnungsbauprogramm. Allein bis 1975 sollten 500.000 neue Wohnungen errichtet werden. Bis 1980 noch einmal 700.000 bis 800.000. Davon profitierte in erheblichem Maße die damalige kleine Kreisstadt KW.

Das lag vor allem an den umliegenden Großbetrieben, wie dem Schwermaschinenbau in Wildau, der Interflug in Schönefeld und dem Kombinat Industrielle Mast KIM, die händeringend nach Wohnraum für ihre wachsenden Belegschaften suchten.

1974 beschloss schließlich der Kreistag den Bau von rund 2000 Wohnungen in der zuvor eingemeindeten Gemarkung Schenkendorfer Flur. Noch im selben Jahr begannen beiderseits der Luckenwalder Straße die Bauarbeiten. Bis in die 1980er Jahre hinein wurden zunächst nur Wohnblöcke gebaut, so dass das neue Wohngebiet im Volksmund gern „Steintal“ oder „Schlafstadt“ genannt wurde. Erst als der Großteil der geplanten Wohnblöcke stand, widmete man sich der sozialen Infrastruktur. Es entstanden Kaufhallen, eine Post, Dienstleistungs- und Gastronomieeinrichtungen, mehre Kindergärten und Krippen sowie Schulen mit Sportplätzen und –hallen. Mit welchem Tempo damals gebaut wurde, verdeutlicht beispielsweise folgende Zahl: Allein 1986 wurden 610 Wohnungen fertiggestellt. Mit der Errichtung der Würfelhäuser am Fontaneplatz und an der Kleist-Straße war die letzte Phase des Baus erreicht. Im Sommer 1988 war das Neubaugebiet Königs Wusterhausen schließlich fertiggestellt.

Bereits während der Projektierung hatten die Planer penibel darauf geachtet, jeden Baum des ehemals dicht bewaldeten Areals vor den Baumaßnahmen zu schützen. So war das KWer Neubaugebiet von Anfang an ein für DDR-Verhältnisse außergewöhnlich grünes Wohnquartier.

Nach der Wende hatte das KWer Neubaugebiet, so wie wohl alle ähnlichen Wohngebiete in der ehemaligen DDR, mit strukturellem Leerstand zu kämpfen. Aber, anders als an vielen anderen Standorten, kam es hier kaum zum Abriss von Gebäuden. Lediglich eine Häuserzeile wurde abgerissen. Ansonsten erfolgte der sogenannte Rückbau nur geschossweise.

Am Sonnabend wird nun die Fertigstellung des Neubaugebiets vor 30 Jahren gefeiert. Mit einem bunten Programm für die ganze Familie. Es gibt einen Trödelmarkt der Anwohner für die Nachbarn, viele Angebote für Kinder und ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit Line-Dance und dem Chor „KWerbeet“. Für die musikalischen Highlights sorgen das Duo „SaD Akustik“, die Kultband aus Berlin „Flyin’ High“ mit Country-Rock und die KWer Rockband „ProCdur“ mit Rockklassikern aus den 70er und 80er Jahren. Organisiert wurde das Fest von der facebook-Gruppe „du kommst aus königs wusterhausen, wenn …“ mit maßgeblicher Unterstützung durch die Stadt KW. Der Eintritt ist natürlich frei! T: VE; F: privat

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