Ein gutes Zeichen für den Sommer

Jo-Enie Sündermann, Til Kaeber, Julian Heine und Jasmin Heine (v.l.n.r.) auf dem Weg zur nächten Trainingseinheit. Die Mädchen und Jungen vom Wassersportverein Königs Wusterhausen sind froh, dass sie ihre Renn-Ruderboote wieder zu Wasser lassen können. Foto: V. Elbe

Die Boote des Wassersportvereins Königs Wusterhausen sind wieder auf dem Krimnicksee unterwegs / Die Devise lautet: Sport treiben und Vernunft walten lassen

Ein bisschen Vereinsalltag ist schon wieder eingezogen rund um das Bootshaus in der Küchenmeisterallee von Neue Mühle. An einem Tag werden auf dem Vereinsgelände des Wassersportvereins Königs Wusterhausen von Kindern oder Jugendlichen die Renn-Ruderboote zu Wasser getragen, am nächsten sind die Wander-Ruderer dran. Und auch die Red Hot Chili Päddler, die zwar ihr Drachenboot noch nicht zu Wasser lassen dürfen. sind immmerhin wieder mit Outrigger, mit Paddelboot oder auf dem SUP auf dem Krimnicksee unterwegs.

„Wir sind froh, dass es wieder losgehen konnte“, sagt der Vereinssprecher Steffen Reddig, „aber es ist und bleibt trotzdem alles etwas anders in diesem Jahr.“ Aufgrund der Corona-Regeln ist der Zugang zum Bootshaus-Areal so gestaffelt, dass sich immer nur eine bestimmte Anzahl an Sportlern gleichzeitig dort aufhält. Die rund 160 Mitglieder – knapp 50 Prozent davon sind Kinder und Jugendliche – haben das Glück, dass sie ihr Terrain die ganze Woche über nutzen können. „Bei uns ist von Montag bis Sonntag Betrieb“, erklärt Steffen Reddig. „Jeweils zwei Tage sind die Wanderruderer und Drachenboot-Paddler da, drei Tage gehören den Rennruderern. Und es gibt auch noch am Tag selbst versetzte Trainingszeiten, so dass sich nicht so viele Sportler auf einmal begegnen.“

Der Verein konnte schon zwei Tage nach dem Erlass, wonach Vereins- und Breitensport unter freiem Himmel in Brandenburg wieder möglich ist, den Trainingsbetrieb aufnehmen, weil sich der Vorstand zuvor ein eigenes Konzept unter Berücksichtigung der Corona-Erfordernisse erarbeitet hatte. Am Sonntag, 17. Mai, wurde das erste Boot ins Wasser gesetzt. Die oberste Devise lautet dabei: Sport treiben und dabei Vernunft walten lassen. Dazu gehört auch neben der Beachtung der Hygiene- und Desinfektionsregeln auf dem Gelände, dass sich jeder Sportler bei seinem Trainingsleiter für eine ganz bestimmte Übungszeit anmelden muss. „Die gesamte Logistik bedeutet für unseren Verein, bei dem ja alle ehrenamtlich arbeiten, einen ganz schönen Mehraufwand“, sagt Steffen Reddig, „aber zum Glück haben wir genug engagierte Leute, die sich da jetzt noch mehr einbringen als sonst sowieso schon.“ Somit ist gesichert, dass jeder, der ins Boot steigen will, auch kommen kann und alle verfügbaren Boote regelmäßig im Wasser sind. „Wir haben derzeit einige Boote weniger als in den Jahren zuvor im Einsatz, weil wir nicht wie sonst üblich von März bis Mai Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten ausführen konnten“, erklärt Steffen Reddig.

Daneben sorgte die Corona-Zwangspause auch dafür, dass der Verein seinen alljährlich im Mai stattfindenden Drachenboot-Cup schweren Herzens absagen musste. „Wir wollten im Jubiläumsjahr von Königs Wusterhausen selbst ein tolles 20jähriges Jubiläum feiern“, so Steffen Reddig. Ein halbes Jahr Vorbereitungszeit habe man schon in das Spektakel gesteckt und jede Menge Zusagen aus dem In- und Ausland erhalten. „Das tut besonders weh“, so der Vereinssprecher, „aber wir haben bei einer Online-Challenge, an der sich Teams aus ganz Deutschland mit sportlichen und Geschicklichkeitsaufgaben beteiligt haben, trotzdem ein bisschen Spaß gehabt und blieben so mit der Drachenboot-Community verbunden.“

Außerdem wurden auch die Vereinsmitglieder während der Kontaktsperre mit Home-Sport-Übungen online versorgt. „Der Draht zueinander ist immer da gewesen, das macht ja so einen Verein wie den unseren weitgehend mit aus“, sagt Steffen Reddig. Er räumt ein, dass die derzeitigen Einschränkungen das Gemeinschaftserlebnis des Vereinssports natürlich behindern würden. Fahrten zu Wettkämpfen, Trainingslager, Vereinsfeste – über allem steht ein dickes Fragezeichen. „Das ist hart, es fehlt was“, sagt Steffen Reddig, „aber dass unsere Gruppen wieder auf dem Wasser sind, ist trotzdem ein gutes Zeichen für den Sommer.“ TM

Seit dieser Woche darf auch wieder Vereinssport in Turnhallen betrieben werden. Lesen Sie dazu auch den Beitrag auf Seite 8 dieser Ausgabe.