Ein Open Air für Hartgesottene

Beeindruckend: Den musikalischen Höhepunkt lieferten Eric Fish & Friends. Fotos: G. Irmscher

Eric Fish und Freunde luden zur wohl kältesten musikalischen Gartenparty des Jahres

Eine verrückte Idee war es schon, mitten im Februar ein Open-Air-Konzert zu veranstalten. Das gaben die beiden Hauptprotagonisten Eric Fish und Björn-Constantin Klenke bei ihrer Begrüßung unumwunden zu. Die Idee sei bereits im Sommer in einer feucht-fröhlichen Runde hier im Freiluftlokal „Radlertreff“ in Senzig – bei allerdings gut 20 Grad wärmeren Temperaturen – entstanden, berichtete Björn-Constantin Klenke. Zudem würde es an diesem Abend, dem vergangenen Freitag, nicht nur das kälteste Open-Air-Konzert des Jahres werden, sondern auch das leiseste. Mit Hinweis auf das Bundesemmissionsgesetz hatte die Stadtverwaltung Königs Wusterhausen die beiden Veranstalter ermahnt, die Bestimmungen gegen Lärmbelästigung einzuhalten und spätestens um 22 Uhr das Konzert zu beenden. Ein geradezu klassisches Beispiel für „Bürokratie schlägt Kultur“!

Trotz dieser schwierigen Begleitumstände und knapp 5 Grad über 0 erlebten die gut 100 Gäste einen atmosphärischen Abend, der vielen von ihnen sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die Gastgeber Ilka und Gerd Krüger hatten ihren Radlertreff wie für eine sommerliche Gartenparty geschmückt und Nachbarn sowie Freunde gewonnen, beim Ausschank und am Grill mit anzupacken. Und so war auch die Stimmung unter den Gästen: Entspannte Gespräche unter Nachbarn und erwartungsvolle Vorfreude auf das angekündigte außergewöhnliche Konzert. Eben wie bei einer Gartenparty mitten im Sommer!

Das Bühnenprogramm begann dann kurz nach 18.30 Uhr mit der Formation „Nachtbarn“ – bestehend aus Frank Löffler und Björn-Consantin Klenke, die sich tatsächlich erst im vergangenen Sommer hier im „Radlertreff“ kennengelernt hatten und kurzerhand ein kleines Set aus Gundermann-Songs eingeprobt hatten, um dieses nun erstmalig öffentlich zu präsentieren. Überhaupt sollten Gundermann-Songs den musikalischen roten Faden des Abends bilden. Gegen 19.20 Uhr betraten dann Klenkes „Die schlechten Ideen“ die Bühne und spielten eigene Stücke und ein paar Gundermann-Songs wie „Hier bin ich gebor’n“. Björn-Constantin PREM Klenke am Mikro, Norman Gatzke an der Gitarre und Robin LOVER Gehlhar am Schlagzeug sorgten mit ihrer Mischung aus Singer-Songwriter-Stücken, Indie-Rock und Reggea mit deutschen Texten für ausgelassene Stimmung unter den Gästen.

Den musikalischen Höhepunkt lieferten schließlich Eric Fish & Friends. In der Besetzung Eric Fish (Gesang und Gitarren), Rainer Michalek (Gitarre), Gerit Hecht (Piano und Akkordeon) und Friedemann Mäthger (Drums) brachte die Band einen Querschnitt aus ihrem musikalischen Schaffen der vergangenen Jahrzehnte auf die Bühne. An den Reglern sorgte Jimmy Kaiser für ausgezeichneten Sound. Mit Singer-Songwriter-Stücken der letzten Alben, einem Gundermann-Song und stimmungsvollen Irish-Folk-Songs der Anfangsjahre begeisterte die Band ihr Publikum. Am Ende wagten sich die vier Musiker sogar an Heavy Metal-Stücke heran, die sie durch ausgefeilte Arrangements in Akustik-Versionen verwandelten, ohne dass die Songs irgendetwas an Kraft und Eindringlichkeit verloren. Eric Fish überzeugte wie immer mit seiner Bühnenpräsenz und Leidenschaft, seine Mitmusiker sprühten nur so vor Spielfreude. Punkt 22 Uhr ging das Bühnenprogramm schließlich zu Ende.

Auf die Frage von Eric Fish, ob dieses Veranstaltungsformat im nächsten Jahr seiner Wiederholung finden sollte, gab es ein lautes und eindeutiges „JA!“ des Publikums. Vielleicht ja dann mit einer Sondergenehmigung durch die Stadtverwaltung, dass es auch etwas lauter und länger gehen darf!

VE