Ein Ort für Zukunftsvisionen

Blick in den neuen Wartungshangar der Airline easyJet. Zur Eröffnung des 20 Millionen-Euro-Projektes präsentierte die Fluggesellschaft auch einen A320neo. Das Modell gehört zu den derzeit modernsten Kurzstreckenfliegern. Fotos. T. Müller

Die britische Airline easyjet eröffnet Wartungshangar für ihre europäische Flugzeugflotte am Schönefeld BER
Die „Flugzeugflotte der Zukunft“ sei an diesem Ort bestens aufgehoben. Mit solchen Vorschußlorbeeren wurde der neue Wartungshangar der Fluggesellschaft easyjet, der in der vergangenen Woche am Schönefelder Flughafen BER offiziell eröffnet wurde, während der symbolischen Inbetriebnahme beinahe schon euphorisch von den Vertretern der Airline, des Flughafens und der Brandenburger Landesregierung bedacht. Um dies auch noch kräftig zu unterstreichen, führte der Hausherr easyjet während des Startschusses für die Arbeiten in der 10000 Quadratmeter großen Halle gleich noch einen nagelneuen Airbus A320neo vor. Die Neo-Modelle des A320/321 gelten als die derzeit modernsten Kurz- und Mittelstreckenmaschinen, die durch ihren geringeren Kerosinverbrauch und Co2-Ausstoß ein weiterer Schritt zum klimafreundlicheren und leiseren Fliegen sind.

So betonte denn auch der Geschäftsführer von easyJet Europe Thomas Haagensen, dass der neue Hangar im Südwesten des Hauptterminals nahe Selchow nicht nur ein weiteres Bekenntnis der Fluggesellschaft zum Standort Berlin sei, sondern eben auch für den Aufbruch in das nächste technische Zeitalter stehe. easyJet wird in der Instandsetzungs- und Reparaturhalle seine gesamte außerhalb Großbrittaniens im Einsatz befindliche Europaflotte regelmäßig durchchecken. Das sind momentan 135 Maschinen, von denen bereits jede zehnte ein Neo-Modell sei. Man werde weiter an neuen Technologien arbeiten und bis zum Jahr 2050 eine klimaneutrale Flugzeugflotte an den Start bringen. Das Herzstück der Modernisierung sei nach wie vor der Umstieg auf Wasserstoff, der auch im Schönefelder Hangar mit vollzogen werde.

Seit fast 20 Jahren hat easyJet in Berlin eigene Flugzeuge ­stationiert. Der Schönefelder Wartungshangar ist der erste und einzige, den die Fluggesellschaft außerhalb Großbrittaniens betreibt. Er ist ein Gemeinschaftsprojekt der Airline und der Flughafengesellschaft. Er wurde binnen gut eines Jahres in Stahlleichtbauweise errichtet. Der erste Spatenstich erfolgte im Herbst 2021. Rund 20 Millionen Euro wurden in die Flugzeughalle investiert. Mit dem Hangar baut easyJet sein Vor-Ort-Team der bereits seit 2020 existierenden Wartungsstation weiter aus, so dass künftig mehr als 100 easyJet-Beschäftigte in Schönefeld für die Aufsicht und das Management aller Flugzeugwartungsarbeiten der Airline zuständig sein werden. In der Halle, in der Platz ist für die gleichzeitige Wartung von bis zu vier Flugzeugen der Airbus A321neo-Größe, werden die Ingenieure und Techniker im Schichtbetrieb arbeiten können. „Dass sich easyJet angesichts seiner 130 Destinationen in Europa für den BER entschieden hat, sehen wir als einen Vertrauensbeweis für unsere weitere gemeinsame Arbeit, den Luftfahrtstandort und die gesamte Wirtschaftsregion Berlin-Brandenburg“, betonte Aletta von Massenbach, Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH. Und für den ­Brandenburger Wirtschaftsminister Prof. ­Dr.-Ing. Jörg Steinbach ist der neue Hangar auch ein Signal an die Jugend der Region, dass die Zeichen gut stünden, um sich hier im Flughafenumfeld eine berufliche Existenz aufzubauen. „Die Technologien entwickeln sich ständig weiter, ich denke, das ist hier für Generationen ein Ort für Fundsjobs“, blickte auch er voller Zuverischt ins riesige Hallenrund.

TM