Ein Schub für die „Green Aviation“

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Henrike Fabienke, Masterstudentin an der Technischen Hochschule Wildau, wurde mit dem Lilienthalpreis 2018 ausgezeichnet. Foto: M. Tadra

Die Region hofft auf eine millionenschwere Förderung

Hinsichtlich umweltfreundlicher Mobilität steckt die Luftfahrt noch in den Kinderschuhen. Und doch ist das Thema längst aktuell. So kamen auch jüngst beim 14. Tag der Luft- und Raumfahrt Berlin-Brandenburg in Wildau mehr als 150 Teilnehmer zusammen, um sich über aktive Akteure und aktuelle Projekte im Bereich der „Green Aviation“ zu informieren.

„Der hybrid-elektrische oder elektrische Antrieb für einen Airbus A320 ist sicherlich heute noch Zukunftsmusik. Doch die ersten kleinen Schritte müssen wir heute gehen“, so das Fazit von Dr. Frank Anton von der Siemens AG während des Treffens. Zusammen mit regionalen und überregionalen Akteuren aus Wirtschaft und Wissenschaft engagiert er sich im „Innovationsbündnis für die Entwicklung emissionsarmer Flugzeugantriebe (IBEFA)“, dessen Arbeit im Mittelpunkt der Veranstaltung stand.

Innerhalb des Projekts IBEFA sollen neue Antriebskonzepte für Flugzeugantriebe entwickelt sowie viele weitere Aktivitäten in dem entsprechenden Umfeld gestartet werden. Dazu gehören die notwendigen Voraussetzungen für neue Services, Flugplätze, Training sowie Fragen der Zertifizierung. An der Entwicklung von dafür geeigneten Flugzeugen sind auch die regionalen Flugzeughersteller aus Berlin und Brandenburg beteiligt. Ziel ist es, in den kommenden zwei Jahren einen Technologieträger in die Luft zu bekommen, an dem unterschiedlichste Konstellationen von elektrischen Antrieben erprobt werden können. Auf der Veranstaltung gaben Dr. Ulrich Wenger von Rolls-Royce, Dr. Frank Anton von der Siemens AG und Philipp Scheffel von APUS – Aeronautical Engineering Einblick in den derzeitig Stand ihrer Entwicklung des Technologieträgers APUS i-6. Dieser Demonstrator soll durch seine wettbewerbsfähige Flugleistung Flüge bis zu einer Reichweite von 2300 Kilometer ermöglichen.

„Das, was heute vorgestellt und diskutiert worden ist, ist eine riesige Chance für die Region. Wir haben die Kompetenzen in Berlin und Brandenburg, um den Grundstein für eine weltweite Technologieführerschaft zu legen“, so der SPD-Landtagsabgeordnete Helmut Barthel. Zusammen mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Dierk Homeyer setzt er sich dafür ein, dass die Landesregierung sich zu dem IBEFA-Vorhaben bekennt und die Umsetzung finanziell unterstützt. Ob die entwickelten Ideen ab 2019 im Rahmen einer Weiterführung der BMBF-Förderung umgesetzt werden können, entscheidet in den kommenden Monaten eine Fachjury. Kann diese mit der Konzeption überzeugt werden, winken in den kommenden fünf Jahren bis zu 20 Millionen Euro Fördergelder. „Damit hätten wir die einmalige Chance, die Region Berlin-Brandenburg zu einem Kompetenzzentrum für emissionsarme Flugzeugantriebe mit weltweiter Ausstrahlung zu entwickeln“, so Prof. Dr. Andreas Timmermann, Geschäftsführender Vorstand der Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz, die Träger des IBEFA-Projektes ist.

Einen Höhepunkt der Veranstaltung stellte die Verleihung des Lilienthal-Preises dar. Diesen erhielt in diesem Jahr Henrike Fabienke aus dem Studiengang Luftfahrttechnik/Luftfahrtlogistik der Technischen Hochschule Wildau für ihre Abschlussarbeit „Nachhaltigkeit in der zivilen Luftfahrt – Betrachtung von alternativen Antriebs-, Kraftstoff- und Luftfahrzeugkonzepten mit dem Ziel der Konzeption einer Hybrid-Tankstelle auf dem Flugplatz Schönhagen für die Energieversorgung mehrerer Antriebsarten“. ED/ PI WfG

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