Ein Teamwork vom Archäologen bis zum Schriftenleser

Die Ausstellung „700 Jahre Kiekebusch“ beeindruckt dank ihrer lebendigen Präsentation

Die Ausstellung „700 Jahre Kiekebusch“ wurde in der vergangenen Woche im Rathaus von Schönefeld feierlich durch den  Bürgermeister der Gemeinde  Dr. Udo Haase und den Ortsvorsteher von Kiekebusch Horst Bieber eröffnet. Der Projektverantwortliche für die Ausstellung Dr. Jürgen Nossack und sein Team konnten rund 40 Besucher begrüßen und durch die historische Schau führen. Sie fand dabei eine überaus positive Resonanz, wobei insbesondere die historischen Details und Genauigkeit sowie die anspruchsvolle inhaltlich-methodische Darstellung der Ortsgeschichte gewürdigt wurden. 

Die Ausstellung ist das Ergebnis der engagierten Arbeit eines Teams des Heimatvereins „Heimatfreunde Kiekebusch e.V.“ , das in den letzten zwei Jahren viele Ideen praktisch umsetzen konnte. Da ist zum Beispiel Rainer Giese als Layouter, der sich für Form, Farbe und kernige Aussagen in mehr als 35 Schautafeln einbrachte. Jürgen Nossack oblagen neben der Konzeption und Projektführung vor allem die Archiv- und Dokumenten-Recherchen sowie die Entwürfe in Wort und Bild. Karl Lobeth setzte sich für alle praktischen Fragen rund um die Präsentation der  Ausstellung  ein. Inge Kundoch bereicherte sie mit ihrem Hintergrundwissen um Land und Leute von Kiekebusch, was sich auch an der Fotowand  widerspiegelt. Dieter Kundoch deutete zudem alte Schriften und machte sie so dem Team zugänglich. Ines Hensler besorgte vor allem Arbeiten an der Dorfchronik und redigierte viele Texte. Und Bernd Fischer war als Bodendenkmalpfleger, der fundiert über mehr als 24 Fundplätze auf der Kiekebuscher Gemarkung Auskunft geben kann, der archäologische Berater. So beruhte die Leistung des Teams letztlich auf den Stärken jedes Einzelnen. 

Die Ausstellung konnte aber auch dank der Sponsoren und Förderer, die die Macher mit Spenden und weiteren Hilfen  unterstützt haben, realisiert werden. Ob Bürgermeister oder Landrat,  Mittelbrandenburgische Sparkasse, Brandenburgisches Landeshauptarchivs, die Firma Flora Agrar GmbH,  die Jagdgenossenschaft Kiekebusch, die Heimatvereine Königs Wusterhausen und  Mittenwalde und weitere Privatpersonen – sie alle trugen zum Gelingen bei. So können sich nun die Besucher an historischen und aktuellen Ortstafeln in die Entwicklung von Kiekebusch und Karlshof vertiefen. Dazu liegt auch eine handgefertigte Dorfchronik bereit. In Vitrinen können historische Gebrauchsgegenstände, Dokumente, Schriften und Fundstücke der  Gegend als Leihgabe des Dahmelandmuseums betrachtet werden. Eine Foto-Wand bebildert das Leben und Wirken der Kiekebuscher. Und als Kernstück der Ausstellung lädt eine Galerie mit rund 40 Schau- und Informationstafeln zur Zeitreise durch die Ortsgeschichte ein. 

Sie führt zu den ersten „Kiekebuschern“ , die sich vor rund 6000 Jahren als Bauern niederließen. Sie lässt den denkwürdigen Tag  4. April 1318 wieder aufleben, der als Gründungsdatum des Ortes gilt. Damals verfügten die Dorfherren von Kiekebusch und Rotzis, dass ihre Bauern den sogenannten „Rotbergerflutgraben ausheben, um ihre Ackerflächen vor Überschwemmung zu schützen und so nutzbar zu halten“. Und sie gibt aufschlussreich Auskunft über die weiteren durchlebten Zeiten von Reformation und Dreißigjährigem Krieg, von der Epoche des Preußenkönigs Friedrich II., der Reichsgründung, der Wilhelminischen Ära, der Weimarer Republik, des Dritten Reiches bis zum geteilten und wiedervereinigten Deutschland. 

Die Ausstellung „700 Jahre Kiekebusch“ wird im Schönefelder Rathaus bis zum 31. Mai 2018 zu sehen sein. Ab dem Jubiläumsfest am 23. Juni 2018  in Kiekebusch wird sie im dortigen Generationentreff und in der Kirche gezeigt. Dank der Bereitschaft von Pfarrer Horn und der Kirchengemeinde Kiekebusch steht die Patronatsloge in der Dorfkirche für Teile der Ausstellung zur Verfügung.  Am Rande der Ausstellungseröffnung konnte auch vereinbart werden, dass in einem  ehemaligen Klassenraum im Obergeschoß des Generationentreffs in Kiekebusch ein  „Traditionszimmer“ eingerichtet wird. Es soll auch für die Kinder- und Jugendarbeit genutzt werden. Im Übrigen wurde auch angeboten, die Schau an anderen Orten zu zeigen. Dafür eignet sich ein mobiles Rahmen-Ständerwerk mit Schautafeln, das der Heimatverein bereitstellen würde. Weitere Informationen und die Vereinbarung von Führungen sind möglich über Jürgen Nossack, Rufnummer 033762/829666, E-Mail: hj-nossack@alice-dsl.net. sowie  Karl Lobeth, Rufnummer: 030763312455; Email: karl.lobeth@t-online.de. red

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

*

Willkommen auf kw-kurier.de!

Um Ihnen ein angenehmes Online-Erlebnis zu ermöglichen, setzen wir auf unserer Webseite Cookies ein. Durch das Weitersurfen auf kw-kurier.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Detaillierte Informationen und wie Sie der Verwendung von Cookies jederzeit widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen „Cookies, Webanalyse-Dienste und Social Media“.