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Eine Achterbahn der Gefühle

Trotz anhaltendem Lockdown verspricht die Berliner Komödie am Kurfürstendamm neue Bühnenerlebnisse für dieses Jahr

Wieviel Spielpläne im Produktionsbüro des Berliner Theaters Komödie am Kurfürstendamm seit März 2020 geschrieben wurden, weiß im Hause niemand mehr zu sagen. „Meine Familie macht seit drei Generationen Theater und es gab schon eine Menge Krisen, die wir bewältigen mussten,“ sagt Theaterchef Martin Woelffer. „Aber eine Phase wie diese gab es noch nie. Wenn ich morgens über die menschenleere Bühne gehe, tut mir das in der Seele weh. Das Jahr 2020 war eine Achterbahn der Gefühle.“ Und es wird nicht besser – gerade hat der Berliner Senat verfügt, dass alle Bühnen bis Ostern dieses Jahres geschlossen bleiben.

Und dennoch schaut man in der Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater nach vorn. Der Theaterleiter schöpft die Zuversicht auch aus der Solidarität unter den Theatermachern und der Unterstützung, die man von Seiten des Berliner Kultursenats erfahre. Er glaube „ganz fest daran, dass die Zuschauer in diesem Jahr 2021 Katharina Thalbachs Inszenierung ‚Mord im Orientexpress‘ sehen werden“. Die Produktion, die bereits im März des letzten Jahres Premiere haben sollte und eine Woche vor dem Start vom ersten Lockdown ausgebremst wurde, ist die bislang aufwendigste Inszenierung des Hauses. Die Zeichen dafür standen auf Erfolg: Schon zwei Wochen vor der geplanten Erstaufführung am 22. März 2020 war die Hälfte der Karten für die erste Spielserie verkauft.

Die Präsentation des Stückes, in dem die Regisseurin Katharina Thalbach selbst den Kommissar Hercule Poirot verkörpert und an dem unter anderem auch die Geschwister Pfister sowie Anna und Nellie Thalbach beteiligt sind, sei nicht aufgehoben, sondern „nur“ aufgeschoben, verspricht Martin Woelffer.

„Das Publikum hat Lust auf Theater“ sagt er. Das habe auch der Neustart im August letzten Jahres unter Corona-Bedingungen gezeigt. Im auf ein Drittel seines Fassungsvermögens reduzierten Saal hatten täglich rund 300 Zuschauer bis zum nächsten Shutdown die Vorstellungen „Rio Reiser – Mein Name ist Mensch“ bejubelt und sich dabei auch mit einem ausgefeilten Hygienkonzept und Mund-Nasen-Schutz arrangiert.

Neben dem „Mord im Orientexpress“ hat die Komödie am Kurfüstendamm für 2021 auch schon Gastspiele von Ulrich Tukur, Gayle Tufts sowie der Familie Flöz und Bodo Wartke fest eingeplant. Termine und weitere Projekte könne man aber erst ankündigen, sobald spruchreif ist, wann es einen zweiten Neustart geben kann. „Dass wir Ende des Jahres Alan Ayckbourns Weihnachtskomödie ‚Schöne Bescherungen‘ zeigen, steht allerdings bereits fest“, verrät der Theaterchef. Auch dies ist eine Neuinszenierung, die eigentlich zum Jahresausklang 2020 auf die Bühne kommen sollte. Immerhin konnte im November 2020 ­intensiv geprobt werden. RED

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