Eine Knallerministerin

Was unterscheidet Verona Pooth, früher Feldbusch, von Christine Lambrecht? Verona stellte sich dumm. Flinten-Christine hat das nicht nötig. Fast täglich werden Meldungen ihres ­intelligenten Tuns publik. Am Silvesterabend veröffentlichte die Verteidigungsministerin auf Instagram ein Video. Ein an Peinlichkeiten nicht zu überbietendes. Sie palavert nicht zu Verstehendes, während im Hinter­grund Raketen gezündet werden und Böller knallen. Wie im Krieg. Das ist noch das kleinste Problem des Videos. Schlimmer das, was der Knaller-Ministerin zu Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine einfällt: Nämlich nichts. Sondern: „Mitten in Europa tobt ein Krieg. Damit verbunden waren für mich ganz viele besondere Eindrücke, die ich gewinnen konnte. Viele, viele Begegnungen mit interessanten und tollen ­Menschen.“ Na toll! Wie von einer Urlaubskarte. Dieser Frau fehlt jegliches Gespür und Würde für ihr Amt.

Lambrecht erwähnt in ihrer Böllerrede die Ukraine mit keinem Wort, weder die vielen Opfer noch die Soldaten, die seit mehr als zehn Monaten ihr Land verteidigen. In ihrem Video klingt es auch so, als seien der Krieg und seine Folgen für sie in erster Linie eine spannende berufliche Erfahrung – so viele tolle Eindrücke und „Begegnungen“! Hat die Soze den Verstand verloren, wird im Netz gefragt? So wie sie über einen Krieg spricht, ist sie da als Verteidigungsministerin noch tragbar? Viele Menschen in Deutschland hat dieser Krieg im vergangenen Jahr zutiefst erschüttert. ­Christine Lambrecht in ihrer Unbedarftheit offensichtlich nicht. Sie schafft es mit keinem Piep, den richtigen Ton zu treffen. In der Ukraine hat Lambrecht schon vor einiger Zeit bleibenden Eindruck hinterlassen: als sie die Lieferung von 5000 Helmen als großartige Hilfe für das Land darstellte. Schlagzeilen machte in Deutschland ansonsten ihr Flug im Bundeswehrhelikopter mit ihrem Sohn zu ihrem Urlaubsziel. Genauso wie die Tatsache, dass sie in Highheels in Afrika vor Bundeswehr-­Soldaten rumstöckelte. Und nicht mal die militärischen Dienstränge kannte.

Zweifel an ihrer Eignung für das Amt gibt es schon lange. Welche Kompetenzen hat sie außer ihrem SPD-Parteibuch? Die Kritik an ihr wächst. Können wir uns im Krieg Dilettanten an der Spitze der Bundeswehr leisten? Unsinn kommt zuhauf aus dem Haus ­Lambrecht. Nur einen Tag, nachdem bei einer Truppenübung in alle 18 Puma-Schützenpanzer ausgefallen waren, folgten der Haushalts- sowie der Verteidigungsausschuss des Bundestages einer Empfehlung von Lambrecht, 850 ­Millionen Euro für die Nachrüstung von 143 Fahrzeugen bereitzustellen. Und dies, obwohl der Bundesrechnungshof schon zuvor empfohlen hatte, entsprechende Vertragsverhandlungen abzubrechen, da das System nicht die dafür notwendige technische Reife aufweise. Statt die Vorfälle aufzuklären, ist sie erstmal in den Weihnachtsurlaub gefahren. Ihr fehlt es auch an Sachverstand. Die Gefahr, dass die Nato und Deutschland mit in den Krieg hineingezogen werden könnte, ist nicht kleiner geworden. Ist das Christinchen als Verteidigungsministerin noch tragbar? Man sieht bei ihr, dass sie der Führung nicht gewachsen ist. Aber weshalb hält der Sozi Scholz seine schützende Kanzlerhand über sie? Weil sie seine Parteigenossin ist, hat er ihr gerade wieder sein Vertrauen ausgesprochen. Wäre es jetzt nicht an der Zeitgewesen, dass er Konsequenzen hätte ziehen müssen? Diese Verteidigungsministerin ist an Inkompetenz nicht zu überbieten und ein Totalausfall auf ganzer Front. Sie muss sich nicht dumm stellen. Und überhaupt.