Eine nicht wählerische Fängerin

Die Gottesanbeterin ist in Brandenburg weiter auf dem Vormarsch

Die Europäische Gottesanbeterin ist in Brandenburg auf dem Vormarsch. Das belegen die im Potsdamer Naturkundemuseum und im Landesamt für Umwelt eingehenden Daten. Wärme und Trockenheit der beiden letzten Jahre begünstigen die Ausbreitung der Fangschrecke.

Bei der Europäischen Gottesanbeterin (Mantis religiosa) handelt es sich um ein recht großes Insekt, das zur Ordnung der Fangschrecken (Mantodea) zählt. Die Weibchen werden rund sieben Zentimeter lang, die Männchen sind erkennbar kleiner und ihre Flügel sind länger. Beide besitzen einen dreieckigen Kopf mit seitlich angelagerten Facettenaugen und sind grün oder braun gefärbt. Ihre charakteristischen Fangbeine, die in Ruhestellung wie zum Gebet vor dem Körper gehalten werden, geben der Art ihren Namen. Mit den Fangbeinen greifen Gottesanbeterinnen auch ihre Beute. Sie sind dabei wenig wählerische Lauerjäger, die sich von anderen Insekten, Spinnen, kleinen Wirbeltieren oder ihren Artgenossen ernähren. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet sind die warmen Gebiete im Mittelmeerraum von Europa, in ganz Afrika und in weiten Teilen Asiens.

In Brandenburg kam die Art zuvor nachweislich nie vor. Seit dem Erstfund im Jahre 2007 ist sie aber auch hier auf dem Vormarsch. Um die Verbreitung und das Vorkommen besser verfolgen zu können, haben das Potsdamer Naturkundemuseum und die Mantidenfreunde Berlin-Brandenburg seit November 2016 das „Citizen Science-Projekt“ auf den Weg gebracht. Das ist eine Mitmachaktion, die Bürger dazu aufruft, Fundmeldungen einzureichen. In der Datensammlung sind bereits über 700 Funde registriert. Dabei wurde die Gottesanbeterinnen in Klein- und Privatgärten, an Hauswänden oder in Blumenkästen gesichtet. Eine Meldung soll mit der Angabe des Datums, des genauen Fundortes, des Namen des Beobachters und möglichst einem Foto eingereicht werden. Die Gottesanbeterin ist jedoch eine besonders geschützte Art, die weder gestört noch gefangen werden darf. Ansprechpartner für Fundmeldungen und für Auskünfte zum Projekt Gottesanbeterin sind das Naturkundemuseum Potsdam (Rufnummer: 0331/2896703; Email: dirk.berger@rathaus.potsdam.de) sowie die Mantidenfreunde Berlin-Brandenburg (Email: post@manfred-keller.de). RED/ PI Landesregierung