Eine Sackgasse auf dem Wasser

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Die Kaskaden in Märkisch Buchholz sind zugleich ein Highlight als auch ein Hindernis auf der Route der “Märkischen Umfahrt”. Foto: Tourismusverband Dahme-Seen

Tourismus-Initiative setzt sich für bessere Durchgängigkeit
auf Dahme und Spree ein

Kürzlich besuchte der Landtagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende der SPD Mike Bischoff gemeinsam mit Sylvia Lehmann, Landtagsabgeordnete des Wahlkreises Dahme-Spreewald, die Akteure der Wassertourismusinitative Brandenburg Südost (WISO) in Märkisch Buchholz. Der Treffpunkt an der Kaskadenwehranlage war bewusst gewählt, da es sich hier um eines der Schlüsselprojekte der AG WISO handelt.

Ebenfalls dabei waren der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Märkisch Buchholz Arno Winkelmann und der derzeit amtierende Amtsdirektor des Amtes Schenkenländchen, Oliver Theel. Sehr anschaulich erläuterte Torsten Woitke vom Wasser- und Bodenverband Dahme-Notte zu Beginn die Historie der Wasserstraße und die Hindernisse für Wasserwanderer momentan. Die mittels zwei Seilwinden zu bedienende Bootsschleppe in Märkisch Buchholz ist sehr störanfällig und keine dauerhafte Lösung für die Wassersportler.

Dr. Eckhard Fehse, Vorsitzender der WISO AG, Steffen Schulze und Dana Klaus, Mitglieder der Steuerungsgruppe, beklagten die fehlende Durchgängigkeit der Wasserstraße der Dahme für größere Boote. Durch das Wehr in Märkisch Buchholz ist die ansonsten höchst attraktive „Märkische Umfahrt“ – sie ist eine 180 Kilometer langer Rund­strecke auf der Dahme, der Spree und ihren vielen Seiten- und Nebenarmen –  ein Sackgassenrevier für die Bootsfahrer und Touristen. Die WISO AG kämpft seit Jahren für eine Durchlässigkeit dieses Nadelöhrs. Dabei sind sich alle Beteiligten bewusst, dass es sich hier nur um eine Lösung für einen nachhaltigen, umweltverträglichen Bootstourismus handeln kann. Viele Uferbereiche an der Umfahrt sind Naturschutzgebiete, die auch den besonderen Reiz dieser Tour ausmachen.

Ein Pilotprojekt, das mit emissionsfreien Booten den Wassertourismus im Südosten beleben könnte, stieß auf allgemeine Zustimmung. Um den Ideen und Worten auch Taten folgen zu lassen, seien aber dringend die zersplitterten Zuständigkeiten auf Landesebene zusammenzubringen. Kein anderes Bundesland in Deutschland hat vier verschiedene Ministerien, die sich mit den Wasserwegen und dem Wassertourismus beschäftigen: Umwelt, Wirtschaft, Infrastruktur und Jugend/Sport. Dies führt immer wieder dazu, dass die Aufgaben schlecht aufeinander abgestimmt sind und Projekte nicht realisiert werden. Hinzu kommt die nicht nachvollziehbare lückenhafte Freigabe von führerscheinfreien Gewässerabschnitten.

Selbst die neu berufene Leiterin der Abteilung Management der Nebenwasserstraßen im Bundesverkehrsministerium Gesa Schwoon sagte jüngst auf einer bundesweiten Wasserstraßenkonferenz, dass es auch für das Bundesministerium sehr schwer ist, in Brandenburg einen für die Wasserstraßen zuständigen Ansprechpartner zu finden und Maßnahmen zu realisieren. Trotz allem setzen sich die mittlerweile 47 Mitglieder der AG WISO, zu denen vorwiegend Kommunen und Verbände und drei Landkreise gehören, aktiv und engagiert für die Weiterentwicklung des Wassertourismus und die kontinuierliche Verbesserung der Infrastruktur für Wasserwanderer im Revier zwischen Dahme, Spree und Oder ein. Ein sichtbares Zeichen ist die bereits installierte Beschilderung an den Gewässern der Region.

red/ PI Tourismusverband Dahme-Seen

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