Eine Stadtführung für Blinde und Sehgeschädigte

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Ortschronisten des Heimatvereins unterstützen ein Museumsprojekt

Erstmals kam es in Königs Wusterhausen zu einer Stadtführung mit erblindeten Menschen. Die Idee dafür hatte Kerstin Preuß aus Storkow, die beruflich in der Stadt tätig ist und an einem Projekt „Das blindenfreundliche Museum – Ein Versuch“ arbeitet. Im Heimat- und Museumsverein von Königs Wusterhausen fand sie schnell einen aktiven Partner.

So brachten sich die Hobbychronisten Oliver Nippet und Rainer Kugel in die Vorbereitungen mit ein. Gemeinsam mit ihnen wurde auch die Wanderroute festgelegt. Drei Blinde, zwei Damen und ein Herr, begaben sich schließlich mit einem Aufnahmeteam auf Spurensuche in der Königs Wusterhausener Heimatgeschichte. Besonders interessierte sich die Gruppe für die Geschichte des Nottekanals, der Schleuse und die der 300 Jahre alten Platanen nahe der Schleuse. Mit einem Bandmaß wurde sogar der Baumumfang vermessen. Er beträgt 4,50 Meter. Auch die Rinde und das Blattformat wurden abgetastet. Der Weg führte am alten Mühlengraben vorbei. Den Erläuterungen zur Historie folgten die Gäste mit großem Interesse. Am Schlossmodell gleich nebenan konnten sie sich über die Architektur der Gebäude auf dem Schlossterrain informieren. Mit ihren Händen tasteten sie die  einzelnen Modellbauten ab.  Allerdings fehlt dort eine Legende in Blindenschrift, stellten sie leider mit Recht fest.

Vor dem Schlossgebäude konnte sich die Blindengruppe an Hand von historischen Exponaten wie zum Beispiel Tonpfeife, Perücke oder Münzen Episoden aus der Schlossgeschichte vorstellen. Die Zeit der damaligen Landesherren und die Begegnungen mit ihren königlichen Gäste in diesen alten Gemäuern wurden so lebendig. Natürlich blieb die Historie der „Langen Kerle“ nicht unerwähnt.  Die Gruppe zeigte sich sehr dankbar für die informative Führung und äußerte den Wunsch nach mehr Barrierefreiheit auf öffentlichen Wegen. RED / R. Kugel

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