Einfach lächerlich

Bei mir in Zeesen sehe ich öfter zwei Hunde, wenn sie Gassi geführt werden. Schlappohrige stolze Braune. Beide an einer Doppelleine. Mal zerrt der eine, dann der andere. Mal knurren sie sich an, mal trotten sie gemeinsam des Wegs, aber insgesamt klappt das mit den beiden. Ich nenn sie deshalb „die Regierung“. Also nicht die schwarz-gelbe in Berlin, da wäre mehr Gekläff und Zähnegeblecke, sondern die rot-rote in Potsdam.
Seit kurzem kreuzen sich die „Regierungs“-Wege immer mal mit einem krummbeinigen Mopsterrier. Ich nenn ihn „die Opposition“ Der kläfft die Schlappis an, umkreist sie winselnd und jaulend, was die beiden aber nicht anficht. Sie haben ihren Weg.
Wenn ich den Kläffer beobachte, fallen mir Parallelen zu Brandenburgs CDU ein. Die hat jetzt eine neue Vorsitzende. Saskia Ludwig. Die nunmehr neunte in 20 Jahren. Die neue Vorsitzende hat auch gleich losgelegt, so wie es die alte, die Frau Professor Wanka, nunmehr Ministerin im Westen, zuletzt auch tat: wie eine Furie gegen Platzeck, die SPD  und deren Koalitionspartner Die Linke. Die werden attackiert, was das Zeug hält. Darin sieht die neue CDU-Führung unter Ludwig ihre Hauptaufgabe. Und will so statt der weniger als 20 Prozent Wählerstimmen bei der letzten Landtagswahl bis 2014 zur stärksten Kraft in Brandenburg werden. Das erinnert fatal an unsern Bundes-Guido, der bei 14 Prozent schon mal abhob wie ein Tiger und jetzt wie ein Bettvorleger bei unter 5 Prozent gelandet ist. Selbst Brandenburgs FDP, von realerem Zuschnitt als die in Berlin, hat da ihre Zweifel ob der Zukunftsatitüden der CDU. Bleiben nur als Sprunghilfe die Grünen, deren Landes-Vogel oft peinliches Zeug piept, um auf sich aufmerksam zu machen.
Nunja, die CDU hat die Wahl: Mitzugestalten am Landeswerden oder, wie der Mops bei uns in Zeesen, die Regierung anzubellen.
Apropos Wahl: Die Linken hatten bei der Bundespräsidentenwahl-Farce letzte Woche die Chance, perspektivische Weichen für ein Bundes-Bündnis mit SPD und Grünen zu stellen – und sie auf lange Zeit vertan. Sie haben es vorgezogen, einem Konservativen ins oberste Staatsamt hieven zu helfen. LDS-Linksparteichef Reimann hatte als Realo seine Bedenken dagegen angemeldet – und wird nun von den Altdenkern in den linken Reihen dafür heftig attackiert.
Das wie die  CDU-Lautmalerei in Potsdam ist nicht viel anders als das Mops-Gebell.
Lächerlich. Wenns nur nicht so traurig wäre. Und überhaupt.

Mark Brandenburger

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