Ella tröstet und bringt Freude

Ella und Therapieleiterin Yvonne Erler sind ein zertifiziertes und perfekt eingespieltes Team. Foto: privat

Klinikum Dahme-Spreewald sorgt mit tiergestützter Therapie für Wohlbefinden von Palliativpatienten

Das Team der Palliativmedizin im Klinikum Dahme-Spreewald freut sich über eine neue Unterstützung in der Therapie. Nach einer Eingewöhnung hat jetzt die tiergestützte Therapie mit dem ausgebildeten Therapiehund Ella begonnen.

Ella und ihr Frauchen – die Therapieleiterin Yvonne Erler – sind ein zertifiziertes und perfekt eingespieltes Team, das im Achenbach-Krankenhaus in Königs Wusterhausen und in der Spreewaldklinik Lübben zu den absoluten Lieblingen der Palliativpatienten zählt. Seit 2013 gibt es das palliativmedizinische Konsilsystem im Klinikum Dahme-Spreewald, jetzt gelang es, die tiergestützte Therapie zu integrieren.

Bei Patienten mit fortgeschrittenen Erkrankungen steht der psychologische Effekt der tiergestützten Therapie im Vordergrund. Dieser beruht hauptsächlich auf positiven Auswirkungen des körperlichen Kontaktes, zielt auf die Verbesserung des ­seelischen Wohlbefindens und die Förderung der Kommunikation. „Durch Ellas Anwesenheit wird eine entspannte, beruhigende Atmosphäre geschaffen, in der auch die unterstützende Einbeziehung der Angehörigen erleichtert wird“, erläutert Dr. Chris Neiße, Chefärztin für Palliativmedizin, den Nutzen. „Ella kann Trost spenden und auch Hilfe bei der Trauerarbeit leisten.“

Gerade im eher anonymen Klinik­alltag können ­Therapiestunden mit Hunden gut integriert werden. Regelmäßig tierärztlich untersuchte sowie geimpfte und entwurmte, MRSA-­negative Hunde bedeuten kein erhöhtes Infektionsrisiko im Krankenhausalltag, so dass die tiergestützte Therapie das Einverständnis der Hygieniker findet. Neben der Akupressur, die seit drei Jahren im Klinikum angeboten wird, ist die tiergestützte Therapie ebenfalls ein komplementäres Behandlungsverfahren. Es zielt in hohem Maße auf Lebensqualität ab und insbesondere Menschen mit stark einschränkenden, leidvollen Symptomen wie zum Beispiel riechenden Wunden, Entstellungen oder gravierenden Funktionsverlusten erfahren in einem geschützten Rahmen Wertschätzung und Selbstwirksamkeit.

Dr. Chris Neiße berichtet von ersten Erfahrungen mit Ella: „Wir erinnern uns an eine Palliativpatientin in der ­Spreewaldklinik, deren Gesundheitszustand sich leider schneller als erwartet verschlechterte. Sie erzählte, dass sie ihr ganzes Leben lang Hunde hatte. Auch wenn die Kommunikation im Einsatz von Ella bei der Patientin eher nonverbal ablief, konnten wir ihre Freude regelrecht spüren. Tränen der Rührung und des Dankes kullerten der Patientin die Wangen herunter. Sie wurde ganz ruhig und entspannte sich zusehends. Wir erleben viele berührende und schöne Momente, die uns zeigen, dass diese Therapie richtig ist. Mit ihrer unglaublichen Sensibilität können diese Hunde für schwerkranke Menschen eine wichtige Stütze sein, Voraussetzung für den Einsatz der Therapiehunde in der palliativen Mitbetreuung ist der explizite Wunsch der ­Patienten und ihrer Angehörigen.“

R. Münch