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Energie – aber natürlich!

EWE engagiert sich in Brandenburg für Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Die EWE hat in diesem Jahr ein doppeltes Jubiläum: Vor 90 Jahren wurde sie gegründet, seit 30 Jahren ist sie auch in Brandenburg zu Hause. Oder besser im Hause. Die EWE blickt nach eigenen Angaben auf ein gutes Geschäftsjahr 2019 zurück und setzt strategisch zunehmend auf erneuerbare Energien – Biogas, Windkraft und auch Wasserstoff. Oder wie ein EWE-Slogan heißt: Energie – aber natürlich! 2019 wurden über 111000 Kunden mit Erdgas von EWE versorgt. Bei Strom waren es 47000 Abnehmer. Davon beziehen 60 Prozent Ökostrom. Im klassischen Erdgasgeschäft profitiert EWE vom Wachstum im Speckgürtel um Berlin. Dort gewinnt das Unternehmen Kunden hinzu. 3000 Anschlüsse wurden 2019 neu verlegt, rund 1000 sind in diesem Jahr bereits dazugekommen. Neu verlegt wurde eine rund 3,5 Kilometer lange Gasleitung bei Schönefeld, um das Amazon-Logistikzentrum ans Gasnetz anzuschließen.

Der Unternehmensschwerpunkt liegt bei der Förderung und dem Ausbau erneuerbarer Energien. In der Corona-Krise setzt es deshalb auf Investitionen. 700 Millionen Euro will das Unternehmen im Jahr ausgeben und damit Klimaschutz befördern. „Wenn wir aus der Krise herauswollen, geht das nur mit Investitionen“, sagte Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE AG letzte Woche auf einer Pressekonferenz in Strausberg. Das Unternehmen setzt auf klimafreundliche Erzeugung von Strom, Wärme und Kälte, die auch den Wohnkomfort erhöht. „Zudem investieren wir in neue Blockheizkraftwerke die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen und damit den Energieeinsatz und CO2 reduzieren“, so Dr. Ulrich Müller, Generalbevollmächtigter der EWE in Brandenburg. Für die Region Brandenburg heißt das vor allem: weitere Investitionen in Blockheizkraftwerke (BHKW). So sollen 2021 zwei Biogas-Kraftwerke in Strausberg entstehen. Geplant sind sieben Mini-Kraftwerke – so auch in Wildau. Die Kraftwerke koppeln die Erzeugung von Strom und Wärme und gelten als umweltschonend und effizient. 2019 hatte das Unternehmen sechs Millionen Euro in die Erneuerung von Blockheizkraftwerken gesteckt. Auch die Einspeisung von Biogas wird verstärkt, auf Biogasanlagen gesetzt. Sieben betreibt die EWE derzeit in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Biogas hat bislang einen Anteil von fünf Prozent im regionalen Erdgasnetz von EWE.

In der Region Brandenburg/Rügen verzeichnet die EWE eine stark gestiegene Nachfrage nach Unterstützung bei der Selbstversorgung mit Photovoltaikanlagen in Kombination mit Stromspeichersystemen. Im Vergleich zum Jahr zuvor mit 40 verkauften Anlagen hat EWE 2020 bereits 100 Anlagen installiert. Insgesamt setzen bereits rund 300 Haushalte aus der Region mit Unterstützung von EWE auf eine eigene ökologische Stromerzeugung.

Lange Zeit ein Thema, das die Gemüter auch im Süden und Südosten Brandenburgs erhitzte: Erdgasspeicher. Gasspeicher werden nun nicht mehr in dem Maß wie früher benötigt. Der Gasspeicher in Rüdersdorf (Märkisch-Oderland) ist aus wirtschaftlichen Gründen teilweise bereits stillgelegt.  In eine der beiden großen Kavernen wird kein Gas mehr eingelagert, die zweite ist weiter in Betrieb. Für seine Erdgasspeicher sieht EWE im Wasserstoff neue Perspektiven, so Dohler gegenüber dem KaWe-Kurier. In Rüdersdorf soll nun geprüft werden, ob sich der Standort für neue unterirdische Wasserstoffspeicher eignet. Trennen will sich EWE von seinen 85 Erdgastankstellen. Davon befinden sich 13 in Brandenburg – darunter zwei in Schönefeld und eine in Wildau. Derzeit wird ein Käufer gesucht. EWE will sich stattdessen auf Ladesäulen für E-Autos und Wasserstoff konzentrieren. Wasserstoff sieht Dohler als Thema der Zukunft. „Dafür werden wir uns sehr engagieren“, kündigte er an. Wasserstoff wird auch als „Champagner“ unter den Energieträgern bezeichnet. Deutschland stellt in seinem neuen Konjunkturpaket neun Milliarden Euro für die Förderung der Technologie bereit und hat sich auf die Fahne geschrieben, weltweit die Nummer 1 im Bereich Wasserstoff zu werden. EWE hat den Trend erkannt und ist an einem Modellprojekt zum Einsatz von Wasserstoff  im Verkehr im Nordwesten beteiligt.

Um neben 14.000 Kilometer Erdgasnetz in Brandenburg/Rügen auch die komplexen Einspeiseanlagen künftig bauen und betreiben zu können, ist das Unternehmen auf hochqualifizierte Fachkräfte angewiesen. Daher habe EWE NETZ seine Ausbildungsmöglichkeiten vor drei Jahren erweitert. So bildet EWE NETZ jetzt auch in ­Brandenburg aus. Eine gute Chance für junge Leute hier.

U. Rochow

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