Er kann es nicht lassen

Die Ehrenurkunde zum 100 jährigen Bestehen seines Betriebs erhielt Joachim Bätcher (2.v.r.) von Heiko Vesper (l.) von der Handwerkskammer Cottbus und dem Kreishandwerksmeister Gerald Krüger. Königs Wusterhausens Bürgermeister Swen Ennullat (r.) gratulierte ebenfalls. Foto: R. Anton

Die Uhrmacherwerkstatt von Joachim Bätcher gibt es seit 100 Jahren

Auf 100 eigene Jahre hat es Uhrmachermeister Joachim Bätcher aus Neue Mühle zwar noch nicht geschafft. Aber seine Werkstatt im Königs Wusterhausener Ortsteil, die gibt es nun seit genau einem Jahrhundert. Dazu gratulierten ihm in der vergangenen Woche Vertreter der Handwerkskammer Cottbus, der Kreishandwerkerschaft Dahme-Spreewald sowie der Stadt Königs Wusterhausen.

Der heute 77jährige hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Seit 1964 führt er den Familienbetrieb am Seglersteg in Neue Mühle. An zwei Tagen in der Woche öffnet Joachim Bätcher immer noch seine Uhrmacherwerkstatt, obwohl er das eigentlich nicht müsste. Aber die Kunden schätzen sein handwerkliches Geschick. „Man sollte ruhige Hände, Geduld und gute Augen mitbringen“, erzählt Joachim Bätcher, der trotz der Arbeit Zeit für seine Hobbys hat. Er züchtet seit 40 Jahren Sittiche und sammelt obendrein Nussknacker.

Sein Großvater, Max Bätcher, eröffnete den Betrieb am 29. Januar 1919 in Berlin-Schöneberg. Dieses Datum ist schriftlich belegt. 1944 brannte das Geschäft in der Berliner Pallasstraße nach einem Bombenangriff völlig aus. Max Bätcher zog auf sein Wochenendgrundstück nach Königs Wusterhausen/Neue Mühle – dem heutigen Sitz des Unternehmens. Joachim Bätcher wuchs bei seinen Großeltern und damit in der Uhrmacherwerkstatt auf. „Einen alternativen Beruf gab es für mich nicht. Schon als Kind war klar, dass ich die Werkstatt von meinem Großvater übernehmen werde“, erinnert sich der Handwerksmeister. Gelernt hat er das Uhrmacherhandwerk bei seinem Opa zwischen 1957 und 1960, bevor er 1965 seinen Meisterabschluss machte. „Zu DDR-Zeiten führte ich einen reinen Reparaturbetrieb. Uhren verkaufen durfte ich nicht“, erzählt Joachim Bätcher. Mit der Wende stand die Überlegung an, das Unternehmen zu vergrößern und anderweitig auszurichten. Doch der Uhrmachermeister und seine Frau Sabine, die zweitweise mit in dem Betrieb arbeitete, haben sich gegen diesen Schritt entschieden und es bis heute nicht bereut.

Einen Nachfolger hat Joachim Bätcher nicht, sein Sohn ist gelernter Autoschlosser. So endet also die 100-jährige Firmengeschichte, doch wann genau, ist noch offen. „So lange ich Lust habe und die Reparaturen ausführen kann, werde ich meinen Laden weiter öffnen“, versichert Joachim Bätcher, der 2015 den Goldenen Meisterbrief erhielt. Die Handwerkskammer Cottbus führt für den Landkreis Dahme-Spreewald noch acht Uhrmacherbetriebe.

RED/ PI Handwerkskammer

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here