Es stinkt zum Himmel

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Tausende Liter Gülle direkt neben Galluner Wohnansiedlung ausgebracht

In der Begründung zum Flächennutzungsplan der Stadt Mittenwalde heißt es:

„Die noch betriebenen landwirtschaftlichen Betriebe entsprechen dem derzeitigen Stand der Technik sowie den Bestimmungen des Immissionsschutzes, um Belästigungen mit den angrenzenden Wohnnutzungen zu vermeiden.“ (Quelle: Gesamtflächennutzungsplan der Stadt Mittenwalde)

Diesbezüglich scheint jedoch in der vergangenen Woche, insbesondere im Ortsteil Gallun, etwas schief gegangen zu sein. Und zwar dermaßen, dass Einwohner eine Unterschriftensammlung gestartet haben.

Was ist der Grund: Seit dem vergangenen Mittwoch liegt ein unerträglicher Gestank über dem Ortsteil. Verursacht wird dieser durch das Aufbringen von tausenden Litern Gülle auf einer Ackerfläche zwischen der Autobahnabfahrt Bestensee der A13 und dem Ortsteil Gallun. Bei Temperaturen um die 25 Grad und beständigem Wind aus Ost bis Südost kommen die Einwohner nun schon seit Tagen in den „Genuss“ dieser Aktion. Und es ist nicht nur einfach ein bisschen Geruch. Die Gülle wurde auf einer Fläche, die bis 10 Meter an das Wohngebiet angrenzt, ausgebracht. Und zu dieser Wohnsiedlung gehört auch der Kindergarten des Ortes. Die Erzieherinnen bestätigen, dass sie mit den Kindern nicht nach draussen gehen konnten, weil der Geruch extrem und unerträglich sei. Anwohner berichten darüber, dass sie unter Atemnot gelitten haben. Zum Trocknen aufgehängte Wäsche musste noch einmal gewaschen werde.

Der KaWe-Kurier wollte natürlich vom Verursacher wissen, wie es dazu kommen konnte. Heiko Weiß vom Vorstand der Märkischen Agrargenossenschaft e.V. Mittenwalde (MAG) erklärte dazu in einem Telefongespräch, dass sich das Unternehmen an die gesetzlichen Vorschriften gehalten habe. Der Gesetzgeber definiert für das Düngen mit Gülle einen bestimmten Zeitrahmen. Diese Fristen müssten unbedingt eingehalten werden. Man habe auf Grund der Wetterlage in diesem Jahr eine Ausnahmegenehmigung bis zum 15. Oktober erwirkt. Auf der Fläche werde Raps angebaut und der brauche diese Gülle in dieser Wachstumsphase als wirksamen Dünger. Er selbst sei auch nicht sehr glücklich damit, wie das in diesem Jahr gelaufen sei. Den Anwohnern bleibt nun nur noch die Hoffnung, dass es möglichst bald regnet. Bis dahin heißt es: Fenster zu, durchhalten und darauf hoffen, dass für die Zukunft entsprechende Schlussfolgerungen gezogen werden. MT

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