Facettenreich und perfekt 

Abschluss der Schlosskonzerte 2017
mit dem Vokalensemble amarcord

Scheinbare Mühelosigkeit verbunden mit herausragender Qualität, gefällige Themen, die doch tiefgründig sind, und Ernsthaftigkeit, bei der der nötige Humor niemals fehlte – das war amarcord, die mit einem vielseitigen Gesangs-Programm Altes und Neues verbanden und auf höchstem Niveau die Schlosskonzerte Königs Wusterhausen 2017 grandios beschlossen.

Zum Abschluss der diesjährigen Festivalsaison der Schlosskonzerte Königs Wusterhausen faszinierte das Vokalensemble amarcord in der ausverkauften Kreuzkirche das Publikum mit geistlicher Chormusik der Renaissance. Passend zum Reformationstag präsentierte das fünfköpfige Vokalensemble aus Leipzig gregorianische Sequenzen der Thomas-Graduale sowie Hymnen, Bekenntnisse und Dichtungsgesänge aus dem Repertoire des berühmten Thomanerchors mit Werken u.a. von Johann Walter, Heinrich Schütz und Orlando di Lasso. Auch wenn das eigentliche Kloster nach der Reformation 1539 aufgelöst und der Leipziger Thomanerchor somit zu einer städtischen Einrichtung wurde, suggerierte der musikalische Vortrag der Ex-Thomaner an diesem Konzertabend das Bild eines mittelalterlichen Klosters, in dem die Mönche durch den Kreuzgang wandeln im Einklang mit Gott – und natürlich der Musik. „Ein wunderschönes Konzert“, urteilte ein Ehepaar über die eindrucksvolle, raumfüllende Chormusik. Weltlich wurde das Programm nach der Pause. Hier gaben Wolfram Lattke, Robert Pohlers, Frank Ozimek, Daniel Knauft und Holger Krause bürgerliche Stücke der Romantik zum Besten. Ständchen zu Wein, Weib und Gesang wurden von amarcord mit außerordentlichem Charme und reichlich Witz vorgetragen.

Eine musikalische Weltreise bildete das Ende dieses grandiosen Konzertabends. Angefangen in Australien mit „Waltzing Matilda“ nahm das Quintett die Besucher des Schlosskonzertes mit nach Lettland: „Put, Vejini“ ist mehr als ein Volkslied. Insbesondere in Zeiten von Fremdherrschaften avancierte es zur geheimen Nationalhymne der Letten, die über Jahrhunderte auf keinem Volksfest fehlte. Auch in Südkorea steht „Arirang“ als musikalisches Symbol für die eigentliche Zusammengehörigkeit mit dem Norden. Über Schweden und die Vereinigten Staaten endete ihre Reise in Ghana. „Da N‘ase“ heißt so viel wie „Gott sei Dank“. Und damit schloss sich der musikalische Reigen dieses Konzertabends wieder mit der Lobpreisung Gottes.

Schlosskonzerte (T+F)

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