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Flughäfen vor schwerem Jahr

BER: Terminal 5 – der alte Flughafen Berlin-Schönefeld – und südliche Startbahn sollen vorübergehend geschlossen werden

Die erste Aufsichtsratssitzung nach der erfolgreichen Inbetriebnahme des BER stand ganz im Zeichen der massiven Auswirkungen der andauernden Pandemie auf den Flugbetrieb der Hauptstadtregion. Die Geschäftsführung berichtete, dass die Passagierzahlen zuletzt dramatisch eingebrochen sind und gegenüber dem Vorjahresmonat bei etwa 10 Prozent liegen. Im November 2020, dem ersten Monat nach der Eröffnung des Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt, sind insgesamt 213000 Passagiere am BER gestartet oder gelandet. Ein Jahr zuvor, im November 2019, wurden noch 2544833 Passagiere an den beiden Flughäfen Schönefeld und Tegel abgefertigt. Im Vergleich dazu ist die Zahl der Fluggäste im November 2020 um 91,6 Prozent zurück­gegangen.

Vor dem Hintergrund des starken Rückgangs der Passagierzahlen, der aus der europaweit um sich greifenden zweiten Infektionswelle seit Mitte Oktober entstanden ist, passte die Geschäftsführung die für das Jahr 2020 erwartete Passagierzahl von insgesamt 10 Millionen auf 9 Millionen an. Die damit verbundenen Einnahmeausfälle können durch die Corona-Hilfen in Höhe von 300 Millionen Euro für dieses Jahr ausgeglichen werden.

Die zweite Corona-Welle beeinflusst aber auch den Blick auf das Jahr 2021. Nach aktueller Einschätzung der FBB wird nur noch von 30 Prozent der Passagiermenge des Vorkrisenniveaus ausgegangen. Als unmittelbare Konsequenz folgt daraus, dass ab Frühjahr 2021 das Terminal 5 – also der alte Flughafen Berlin-Schönefeld – zunächst für ein Jahr geschlossen wird. Außerdem wird die südliche Start- und Landebahn des BER aufgrund des geringen Verkehrs so schnell wie möglich vorübergehend vom Netz genommen. Zur Kostensenkung soll unter anderem auch die Fortsetzung der Kurzarbeit seit dem 1. Dezember beitragen.

Sollte sich die Einschätzung der Geschäftsführung bestätigen und der Flugverkehr in 2021 gegenüber 2020 nicht signifikant wachsen, muss trotz der Einsparungen von einem Gesamtfinanzierungsbedarf der FBB von insgesamt bis zu 660 Millionen Euro ausgegangen werden. Dies führt zu einer Zusatzsumme von 552 Millionen Euro, die einen bereits im Jahr 2018 beschlossenen Gesellschafterbeitrag von 108 Millionen Euro aufstockt. Allgemein wird erwartet, dass der Luftverkehr sich mittelfristig wieder erholt und der Bedarf und Wunsch nach Flugreisen weiter groß ist. „Jetzt helfen nur zwei Dinge“, sagt der FBB-­Geschäftsführer Engelbert Lütke Daldrup. „Die Bereitschaft unserer Gesellschafter, in der Krise zu uns zu halten und das Engagement des Unternehmens FBB, so effizient und kostengünstig zu arbeiten, wie es irgendwie geht. Mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung wird es uns gelingen, den BER für die wirtschaftliche Erholung Ostdeutschlands gut ­aufzustellen.“ RED / PI FBB

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