Fragen, die das Leben stellt

Es gibt manchmal Fragen, die das Leben stellt.
Fragen wie diese:
Wenn Autofahren verboten ist, nachdem man etwas getrunken hat, warum haben Bars und Kneipen Parkplätze?
Wenn ein Laden 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr geöffnet hat, warum hat er dann ein Schloss an der Tür?
Warum muss man für den Besuch beim Hellseher einen Termin haben?
Warum ist das Wort einsilbig dreisilbig?
Warum glauben einem die Leute sofort, wenn man ihnen sagt, dass es am Himmel 400 Billionen Sterne gibt, aber wenn man ihnen sagt, dass die Bank frisch gestrichen ist, müssen sie draufpatschen?
Warum besteht Zitronenlimonade größtenteils aus künstlichen Zutaten, während in Geschirrspülmittel richtiger Zitronensaft drin ist?
Wenn Schwimmen schlank macht, was machen Blauwale falsch?
Wenn Maisöl aus Mais gemacht wird, wie sieht es mit Babyöl aus?
Gut, das waren vielleicht keine ernsten Fragen.
Eine ernste ist es aber, weshalb sich dieser unrühmliche Westerwelle gegen den Vorwurf der Klientelpolitik in seiner Partei verwahrt? Er, der  mit zynisch-schrillen Tönen gegen „anstrengungslosen Wohlstand“ unter den Nichtshabenden wettert. Und gleichzeitig mit politisch zweifelhaften Vorträgen – wenn auch legal – einige 100 000 Euro von einer sehr betuchten Klientel rafft. Ist das die von Westerwelles eingeforderte „soziale Gerechtigkeit“?
So wetterte Westerwelle bei einem hoch bezahlten Vortrag 2007 vor Schweizer und Liechtensteiner Banken unter anderem gegen „Staaten mit staatsbürokratischer Bevormundung” und erfreute die geladenen Gäste aus Wirtschaft und Politik mit einer Bemerkung über den damaligen Steuerstreit zwischen der Schweiz und der EU. So dozierte der Politiker, dass sich „diejenigen über den Steuerwettbewerb beklagen, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben”.
Wundert es da noch, dass sich Westerwelle, der sonst in der Öffentlichkeit nicht wie ein vernünftiger Mensch spricht, sondern wie ein Roboter, der statt mit Strom von Eitelkeit betrieben wird, in der Debatte um den Ankauf von Daten deutscher Steuersünder auffällig zurückgehalten hat?
Keine Frage: Nachtigall, ick hör dir trampeln.
Und überhaupt.

Mark Brandenburger

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