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Frauen in der Landwirtschaft

Mehr Wertschätzung bedeutet faire Bezahlung für gute Arbeit und gute Produkte

Ein etwas anderer Frauentag fand anlässlich des 8. März im AWO Reha-Gut Kemlitz statt. Um zu erfahren, was junge Frauen in der Landwirtschaft bewegt, nahm die Bundestagsabgeordnete Sylvia Lehmann (SPD) an einer Gesprächsrunde mit Landwirtinnen aus Kemlitz und Langengrassau im Süden des Landkreises LDS teil.

Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Themen Wertschätzung und Wertschöpfung. Die Forderung nach einer angemessenen Bezahlung für gute Produkte wie Milch und Getreide ging einher mit der Bereitschaft der Bäuerinnen, in ausgleichende Maßnahmen zum Klimaschutz wie zum Beispiel in Blühstreifen zu investieren. Dies müsste sich jedoch in den Preisen niederschlagen. Wünschenswert seien deshalb eine Aufklärungskampagne in der Öffentlichkeit über die Wertigkeit der landwirtschaftlichen Erzeugnisse – gerade auch in den Schulen. Auch die stärkere regionale Vermarktung der Produkte müsse weiter vorangetrieben werden.

Zum Berufsbild der Landwirtin wurde deutlich, dass die Frauen in ihrem Job nahezu rund um die Uhr gefordert sind und neben ihrer eigentlichen Arbeit immer mehr Aufgaben als Unternehmerinnen erfüllen müssen. Dazu gehören Preisplanungen, Kalkulationen und das Anwerben von Arbeitskräften und Saisonarbeitern. Probleme bereiten den Bäuerinnen die viele Bürokratie, der Fachkräftemangel, die zunehmende Versiegelung von Ackerflächen durch Photovoltaikanlagen und damit die Unmöglichkeit, Land hinzuzukaufen.

Viele Landwirtinnen können ohne Nebeneinkommen nicht mehr existieren. Hier sei die Politik gefragt, so Sylvia Lehmann: „Es ist mir wichtig, Regionalität und Eigenversorgung zu stärken“, sagt sie. „Mehr Wertschätzung für Bäuerinnen und Bauern, dieser Forderung schließe ich mich gerne an. Wertschätzung bedeutet konkret, dass Erzeugerpreise fairer gestaltet und die Landwirtschaft an den Endpreisen fairer beteiligt wird.“

RED

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