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Fundamente für neue Gleise im Land von Dahme und Spree

Landkreis-Verwaltung legte ihre Jahresbilanz 2021 vor
Weitere Schübe für wirtschaftliche und soziale Infrastruktur

Traditionell zum Jahresanfang legen der Landrat von Dahme-Spreewald und die Dezernenten eine Jahresbilanz und einen Ausblick auf das neue Jahr vor. Von Wirtschafts- und Tourismusförderung bis zu Investitionen in die soziale Infrastruktur, von materiellen Anstößen und einer Vielzahl an eigenen Beiträgen für ein attraktives Kulturleben bis hin zur Migrationspolitik, ob als Arbeitgeber oder Manager von Tierseuchen – es ist immer wieder erstaunlich, in welchem Umfang diese Behörde im Alltagsleben der Dahmeländer präsent ist und mit welcher Qualität und Substanz dafür die verschiedensten Rädchen ineinander greifen.

Dass Dahme-Spreewald im bundesweiten Ranking der Landkreise mittlerweile in den Top Ten gelandet ist, hat unmittelbar auch etwas mit der Leistungsfähigkeit der Verwaltung zu tun. Derzeit kümmern sich 1023 Mitarbeiter in 60 Fachkreisen darum, die wirtschaftlichen, sozialen, infrastrukturellen und kulturellen Prozesse in der Region zu flankieren und mit zu gestalten. Innerhalb der letzten fünf Jahre konnte ein Zuwachs von 67 Kollegen verzeichnet werden. Dabei werden die eigenen Azubis regelmäßig übernomnen – derzeit sind in der Kreisverwaltung 27 Auszubildende und 17 Studierene beschäftigt. Dieses Personal hat nicht nur mit dem Aufbau der regionalen Impfstationen und von bis zu über 101 Teststellen – derzeit sind noch 63 in LDS aktiv – den enormen Mehraufwand von mittlerweile 22 Monaten Corona-Pandemie gestemmt. Es hat zugleich geräuschlos eine Umstrukturierung der Behörde auf vier Dezernate an den Standorten in Lübben, Luckau und Königs Wusterhausen hinbekommen.

Dabei ist für Landrat Stephan Loge eines der wichtigsten wirtschaftlichen Ergebnisse des letzten Jahres, dass der Kreis Bestandteil der Region ist, die in den Genuss des Kohlestrukturfonds des Bundes zur Förderung der Lausitz kommt. „Darum haben wir uns lange und intensiv bemüht“, sagt er. Nicht nur verschiedene kleinere Unternehmen kamen so an Fördergelder für aktuelle Vorhaben. Auch für die Ansiedlung des Robert-Koch-Instituts in Wildau und den weiteren Ausbau des Hafens in Königs Wusterhausen flossen und fließen über 10 Millionen Euro, die letztlich Kernkompetenzen von Dahme-Spreewald wie den Gesundheits- und Logistikbranchen weitere Schübe geben. Der Landkreis und seine Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WfG) hatten es zu Anfang des Jahres 2021 mit Hilfe der Förderung geschafft, dass der gerade fertig gewordene Bau des neuen Zentrums für Zukunftstechnologie auf dem Wildauer Wissenschaftscampus fast komplett vom RKI bezogen wurde. „In Wildau entwickelt der wissenschaftliche und public-Health-Sektor mit dem RKI, der TH, dem Fraunhofer-Institut, den jungen Start-up-Unternehmen jetzt eine ganz neue Energie“, so der Landrat. „Und auch das neue Gleis, das im Hafen von KW endlich gebaut werden kann, eröffnet weitreichende Möglichkeiten für eine ökologische Ausrichtung des Warenverkehrs in unserer Region.“ Ähnliche positive Effekte erwartet der Landkreis von Projekten wie dem Wasserreich Spree in Lübben, der Naturwelt Lieberoser Heide oder den Wasserstoff-Bussen der RVS, die demnächst alle mit Lausitz-Geldern vorangebracht werden sollen.

Ein weiterer Schwerpunkt für die Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Infrastruktur ist der Breitbandausbau, der vom Kreis und der WfG seit Jahren massiv unterstützt wird. Nachdem etwa 93 Prozent der beauftragten Leistungen erfüllt sind und rund 4500 Haushalte und 220 Unternehmen über moderne, leistungsfähige Anschlüsse verfügen, soll nun im 2. Quartal dieses Jahres das Programm abgeschlossen werden. Ebenfalls in die Endphase geht die mit hohen Investionskosten verbundene Bautätigkeit an mehreren Schul- und Verwaltungsgebäuden, von denen vor allem Königs Wusterhausen profitiert. Für das neue Jobcenter, für das seit 2014 insgesamt fast 20 Millionen Euro an Kreisgeldern zur Verfügung stehen, ist nun eine endgültige Fertigstellung Anfang des nächsten Jahres in Aussicht gestellt. Die Sanierungen und Erweiterungen des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums und des Friedrich-Schiller-Gymnasiums in KW, für die knapp 25 Millionen Euro investiert werden, stehen nun ebenfalls vor dem Abschluss. Und auch in den Bildungscampus auf dem Funkerberg, der für rund 16 Millionen Euro aus dem ehemaligen Tagungs-Hotel entstanden ist, wird bis 2023 noch weiter viel Geld gesteckt, um auch der Volkshochschule und der Kreismusikschule einen modernen zeitgemäßen Standort zu geben. Auf diese Weise investiert der Landkreis ganz gezielt in die weitere Entwicklung seiner „kulturellen Flaggschiffe“.

Ein weiteres Plus von LDS im sozialen und kulturellen Bereich sind seine Mehrgenerationenhäuser. Mittlerweile verfügt die Region zwischen Schönefeld und Lübben über neun dieser Einrichtungen. Im vergangenen Jahr wurden die Häuser in Golßen und Walddrehna neu eröffnet. Ein zehntes Zentrum für die Begegnung zwischen den Generationen kommt in diesem Jahr in Märkisch Buchholz dazu. Jeden dieser regionalen Treffpunkte finanziert der Kreis mit 40000 Euro jährlich. Zusammen mit den jeweiligen Kommunen, die noch einmal 10000 Euro geben, können so in den Städten, aber insbesondere auch im ländlichen Bereich zahlreiche Kultur-, Beratungs- oder Hilfsangebote von allen Altersgruppen wahr genommen werden.

Mit besonderem Engagement betreibt der Kreis auf kulturellem Gebiet auch in Krisenzeiten seine Aquamediale, mit der er die Kunst mit den landschaftlichen Reizen der Region verbindet, und die Förderung des sorbischen Erbes. Die Finanzmittel dafür wurden im letzten Jahr auf 20000 Euro verdoppelt. Diese Summe soll auch künftig gelten. Sie hilft dabei, in Schulen und Kitas des Siedlungsgebietes der Wenden/ Sorben die Sprache zu fördern und mit Kulturveranstaltungen wie zum Beispiel dem Kleinkunstfestival „Lausitz-Paradies“ ein breites Publikum zu erreichen.

TM

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