Gemeinsam gestalten – statt nur verwalten!

Der KaWe-Kurier sprach mit Björn Langner,
unabhängiger Bürgermeisterkandidat in Heidesee

Am 22. September findet in der Gemeinde Heidesee die Stichwahl zum zukünftigen Bürgermeister statt. Zur Wahl stehen Falko Brandt (DIE LINKE.) und Björn Langner (Bürger für Bürger). Wir trafen Björn Langner in Gräbendorf zum Interview.

KaWe-Kurier: Herr Langner, in der ersten Runde hatten sie mit über 43 Prozent der Stimmen gute 5 Prozent mehr als ihr Konkurrent Falko Brandt von der Linkspartei. Ist die Stichwahl bereits entschieden?

Björn Langner: Auf keinen Fall! Ich glaube, dass die Stichwahl am 22. September aus verschiedenen Gründen sehr eng werden wird. Zum einen ist die Beteiligung erfahrungsgemäß deutlich geringer als an Wahltagen, an denen auch Landtags- oder Bundestagswahlen stattfinden. Zum anderen sind viele Stimmen neu zu vergeben.

Jetzt geht es also nochmal in die heiße Endphase des Wahlkampfs, nach dem Motto „Alles oder Nichts“?

Das trifft auf jeden Fall zu! Allerdings ist es mir aus beruflichen Gründen nicht mehr möglich, so intensiven Wahlkampf wie in den Wochen im August zu führen. Dort hatte ich teilweise sogar Urlaub genommen, was nun nicht mehr möglich ist. Ich stehe ja auch gegenüber meinem Arbeitgeber weiterhin in der Pflicht. 

Ihre Kritiker verweisen darauf, dass Sie für das Amt des Bürgermeisters zu wenig Verwaltungserfahrung haben. Was sagen Sie dazu?

Das Amt des Bürgermeisters ist kein Ausbildungsberuf. Man ist in erster Linie verantwortlich für das Wohl der Bürger sowie der Mitarbeiter in der Verwaltung und der Gemeinde. Um dies zu gewährleisten, benötigt man auf der einen Seite Verwaltungswissen, auf der anderen Seite gute Führungsqualitäten, um sein Team perfekt abzustimmen. Dass ich das kann, beweise ich seit Jahren in der freien Wirtschaft, wo ich sehr wohl mit Verwaltungsstrukturen und Abläufen vertraut bin. Auch die Erfahrung aus über fünf Jahren als sachkundiger Bürger im Sozialausschuss und 20 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit im Verein bringe ich mit. Außerdem kann es auch sehr vorteilhaft sein, einen neuen Blick auf die Verwaltung und die Abläufe zu haben, um bestimmte Prozesse zu vereinfachen und zu beschleunigen. „Direkt anfangen“ kann aus meiner Sicht niemand. Jeder, der das Amt neu bekleidet, wird eine gewisse Einarbeitungszeit benötigen. Ich werde alles daran setzen, diese Zeit möglichst kurz zu halten.

In ihrem Wahlkampf setzen Sie, als gebürtiger Heideseer, viel auf das Wort „Heimat“. Was genau verbinden Sie damit?

Für mich ist Heimat etwas, auf das ich sehr stolz bin. Ich wohne seit über 38 Jahren in Prieros, habe eine tolle Frau, zwei Kinder und verbinde keine negativen Assoziationen mit diesem Begriff, sondern eher viele schöne Kindheitsmomente und wundervolle Erlebnisse mit Freunden und Familie im schönen Heidesee. Diese Heimat gilt es, nachhaltig zu bewahren. Daher setze ich mich beispielsweise für ein nachhaltiges Tourismuskonzept in Kooperation mit unseren Nachbargemeinden ein. Genauso ist es mir aber wichtig, dass unsere Gemeinde weiter wachsen darf. Doch auch hier gilt es, das richtige Maß zu finden.

Sie sitzen für die BVB/Freien Wähler derzeit auch im Kreistag. Was passiert mit Ihrem Mandat, wenn Sie Bürgermeister werden?

In diesem Fall geht mein Mandat an jemand aus den Reihen der Freien Wähler, der dort kompetent meine Nachfolge antreten wird. Ich würde jedoch weiterhin engen Kontakt halten. Die Vernetzung zwischen Land, Kreis und Kommune ist wichtig, wenn man auf Basis von Sachpolitik und fernab von Parteiideologien Erfolge vorweisen will. Als Freie Wähler haben wir gerade den Wiedereinzug in den Landtag geschafft und werden uns dort weiter für Themen wie die Altanschließer, Straßenerschließungsbeiträge oder Beitragsfreiheit für Kitas einsetzen. Und auch sonst bin ich in der Region durch mein Ehrenamt beim SV Prieros „Dahme“ und viele weitere Aktivitäten, in die ich involviert bin, gut vernetzt.

Es fragte: Vesa Elbe