Gendersprech-graulich

Auch wenn es die Gender­sprachaktivistinnen bestreiten: Der Mai ist gekommen. Der Mai. Und nicht die Maiin. Und die Bäume schlagen aus. Der Frühling lässt sein blaues Band wieder durch die Lüfte flattern. Der Frühling – so soll es ja nicht mehr heißen. „Der“ soll wegen der Gendereisprache verfemt sein. Doch bald kommt – auch wenn es nicht geschlechter­sprachgerecht ist – der Sommer. Ist das nicht herrlich? Und nicht genderich fraulich. Aber wie sagen wir nun? Die Frühlingin? Die Sommerin? Oh, mein Gott! Nee, Gott geht ja auch nicht. Der Gott – der ist ja auch ungenderich. Also: Oh, meine Göttin! So sag ich ja schon zu meiner Holden. Wie sag ichs richtig? Ich habe zur Telefonhörerin gegriffen und bei der Auskunftin angerufen. Aber dort konnte frau mir auch nicht helfen. Zum Beispiel wie der Sonntagsbraten heißen soll. Bratin? Und der Brei, Breiin? Jetzt hat der Spargel seine hohe Zeit. Ach schiet. Geht auch nicht: der Spargel! Also die Spargelin. Das Stangengemüse. Aber eine Stange kann, wenn sie wächst, auch sehr männlich sein… Spargelin als Salatin genossen ist lecker, aber das ist nicht jederfraus Sache. Nun ja, was der Bauer, pardon die Bäuerin oder auch gendermäßig die nichtsitzpinkelnde landwirtschaftlich wirtschaftende Bevölkerung nicht kennt, isst sie nicht. Aber viele gern Hacke-Petra oder Petra-Silie oder eine Dönerin. Und er/sie liebt ein kühles Bier vor der Fernseherin. Bloß, davon bekommt man schnell eine Bierbäuchin. Und der Männin oder der Bartträgerin wächst eine kleine Bier-Brust. Dann muss sie eine Büstenhalterin kaufen. Fraulich-graulich das alles und missverständlich. Genauso, wenn es genderisch heißt: In Ämtern säßen viele Sesselfurzerinnen. Nicht vorwiegend Schlipsträgerinnen? Genaues weiß frau nicht. Genauso wie die eklige Hinterlassenschaft auf dem Gehweg – pardon: dem Trottoir – genannt wird: eine Hundehaufin? Oder Bürgersteig-Deko? Nee, geht ja auch nicht, wegen „der Bürger“. Also Bürgerinnensteigdeko. Und wie muss der KaWe-Kurier gendersprechgerecht benamst werden? Die KaWe-Kurierin von hier? Oder: Die märkische Schönheiten-Zeitung mit Nachrichten von hier?

Wie gehen übrigens die Genderinnen damit um, dass es „der“ Feminismus heißt? Das ist eine wichtige Punktin, die noch geklärt werden muss. Ach, diese Verhunzung unserer Sprache. Ein Blödsinn! Pardon: Eine Blödsinnin. Da pupt doch – nein, nicht der Hund, die Hündin drauf!

Und überhaupt.