Herausforderungen 
zwischen Metropole und Landleben

„Zur Sache, Brandenburg!“ Bürgerdialog mit Minister­präsident Dietmar Woidke und Bürgermeister Swen Ennullat, 26. März, 19 Uhr (Einlass 18.15 Uhr), FH der Finanzen, Mehrzwecksaal im Hörsaal­gebäude, Schillerstraße 6, KW

Von bezahlbarem Wohnen bis Naturschutz – Landeschef Dietmar Woidke 
will offen über die Anliegen der Einwohner von LDS reden

Zum bevorstehenden Bürgerdialog „Zur Sache, Brandenburg!“ mit dem Ministerpräsidenten Dietmar Woidke in Königs Wusterhausen stellte sich der Landeschef auch den Fragen des KaWe-Kuriers.

KaWe-Kurier: Was macht für Sie das Besondere am Landkreis Dahme-Spreewald aus? Gibt es eine Ecke, die Sie besonders mögen?

Dietmar Woidke: Für mich steht der Kreis für die große Vielfalt, die unser Land auch im Ganzen ausmacht. Man muss in Gedanken ja nur mal die A13 nach Süden fahren. Erst die Flughafenregion als moderner Wirtschafts-, Logistik und Wissenschaftsstandort. Dann die typisch märkische Naturschönheit im Dahme-Seenland und natürlich dann der einzigartige Spreewald mit seiner Brauchtumspflege. Weiter die historischen Städte Lübben und Luckau in Richtung Niederlausitz. Einen Lieblingsort nenne ich nicht, denn dann müsste ich viele aufzählen.

Würden Sie darauf wetten, dass der Flughafen BER im kommenden Jahr eröffnet wird?

Am BER ist viel schief gelaufen in den zurückliegenden Jahren. Dass sich sein Umfeld trotz alledem so stark entwickelt, lässt ahnen, welche Schubkraft der Airport weit über LDS hinaus entwickeln wird, wenn er dann endlich in Betrieb ist. Die Flughafengesellschaft nennt den Eröffnungstermin Oktober 2020. Ich gehe davon aus, dass das dann auch klappt.

Welche Erfahrungen haben Sie bislang mit den Bürgerdialogen gemacht?

Nach neun Veranstaltungen kann ich eines sagen: Wir haben damit einen Nerv getroffen. Es geht im besten Sinne zur Sache: Die Brandenburgerinnen und Brandenburger bringen ganz konkrete Themen und Fragen aus ihrem direkten Lebensumfeld mit, die sie offen und ehrlich besprechen wollen. Zum Beispiel: Warum kann der Regionalexpress nicht öfter fahren? Kann ich mir das Wohnen in wachsenden Regionen künftig noch leisten? Haben wir auch morgen noch genügend Lehrer an unseren Schulen? Wie geht’s mit den Straßenbaubeiträgen weiter? Manche von diesen Themen werden uns mit Sicherheit auch in Königs Wusterhausen begegnen, andere werden sehr tief in lokale Angelegenheiten reichen. Deshalb bin ich Bürgermeister Swen Ennullat dankbar, dass er mit mir gemeinsam zum Dialog einlädt.

Welche Entwicklungsschwerpunkte sieht das Land für die Region, welche aktuellen Vorhaben unterstützt es besonders?

Der Kontrast zwischen wachsender Metropolregion und modernem Landleben ist hier in LDS besonders deutlich. Dieser Kontrast ist unsere große Stärke, stellt uns aber auch vor sehr unterschiedliche Herausforderungen. Im Nordkreis stehen wir zum Beispiel vor der großen Aufgabe, dass die Infrastruktur dem Wachstum von Wirtschaft und Bevölkerung rund um das Schönefelder Kreuz auch standhalten muss. Da geht es um leistungsstarke Verkehrswege, bezahlbaren Wohnraum, neue Kitas und Schulen und, und, und. Im Süden steht auch die Daseinsvorsorge im Fokus, allerdings aus umgekehrter Sicht. Wie sichern wir die gesundheitliche und pflegerische Versorgung der Menschen? Wie bekommen wir das schnelle Internet bis an jede Milchkanne? Oder: Wie entwickeln wir den Spreewald-Tourismus im Einklang mit der schützenswerten Natur weiter? Kurzum: Es gibt viele Punkte, die die Landesregierung im Blick hat und gemeinsam mit den Akteuren vor Ort beackert. Dazu findet vor dem Bürgerdialog in der kommenden Woche auch unser „Kabinett vor Ort“ mit der Spitzen der Kreisverwaltung statt.

Was erhoffen Sie sich von dem Abend in Königs Wusterhausen?

Dass der zehnte Bürgerdialog auf eine gute Resonanz der Bürgerinnen und Bürger trifft und wir offen und ehrlich über ihre Anliegen und Ideen sprechen können. Aber ich bin sehr zuversichtlich: Der Dialogfunke wird auch in der Senderstadt KW überspringen.

Die Fragen stellte Torsten Müller